Businessplan erstellen: Schritt für Schritt zum bankfähigen Businessplan

Wer sich selbstständig machen will, steht früher oder später vor derselben Aufgabe: Ein Businessplan muss her, oft auch Geschäftsplan genannt. Viele schieben das Thema vor sich her, weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen und wie ausführlich der Businessplan sein muss. Dabei ist ein Geschäftsplan weniger kompliziert, als er auf den ersten Blick wirkt. Wenn Sie Ihren Businessplan erstellen, beantworten Sie nacheinander ein paar einfache Fragen: Was bieten Sie an, wer kauft es, wie viel Geld brauchen Sie und wann kommt es zurück?

Auf dieser Seite finden Sie die komplette Gliederung mit allen Kapiteln, eine Beispielrechnung für den Kapitalbedarf, einen Zeitplan, Angaben zu den Kosten, typische Fehler und Antworten auf häufige Fragen. So entsteht ein bankfähiger Businessplan, den auch Leser ohne Branchenkenntnis verstehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Businessplan ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird aber von Banken, Förderstellen und der Agentur für Arbeit fast immer verlangt.
  • Der Businessplan besteht aus Textteil, Zahlenteil und Anhang. Eine feste Gliederung gibt es nicht, wohl aber bewährte Standards.
  • Die Executive Summary steht vorn, wird aber als Letztes geschrieben.
  • Den Finanzplan prüfen Geldgeber am genauesten.
  • Üblich sind 15 bis 30 Seiten und mehrere Wochen Arbeit. Schreiben Sie den Text selbst und holen Sie sich Hilfe nur für die Prüfung und die Zahlen.

Was ist ein Businessplan und wozu braucht man ihn?

Ein Businessplan, auch Geschäftsplan oder Unternehmenskonzept genannt, ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie Ihre Geschäftsidee und deren Umsetzung beschreiben. Er zeigt, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie anbieten, wen Sie damit erreichen wollen, wie Sie Kunden gewinnen und ob sich das Vorhaben finanziell trägt.

 

Der Businessplan erfüllt zwei Aufgaben. Erstens zwingt er Sie, Ihre Idee gründlich durchzudenken, bevor Sie Zeit und Geld investieren. Schwachstellen fallen beim Schreiben auf und nicht erst nach der Gründung. Zweitens überzeugt er andere. Wer einen Kredit, einen Zuschuss oder einen Investor braucht, muss belegen, dass das Vorhaben tragfähig ist. Auch nach dem Start bleibt der Businessplan nützlich, denn Sie können damit prüfen, ob Umsatz und Kosten in die geplante Richtung laufen.

Ist ein Businessplan Pflicht?

Nein, eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Sie können ein Gewerbe anmelden oder als Freiberufler starten, ohne eine einzige Seite vorzulegen. In der Praxis sieht es anders aus: Sobald andere Geld geben oder eine Förderung bewilligen sollen, wollen sie den Businessplan sehen. Das gilt für die Hausbank, für Förderbanken, für Investoren und für die Agentur für Arbeit, wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit gründen. Selbst wenn Sie alles aus eigener Tasche bezahlen, lohnt sich der Aufwand, weil Sie Ihr Vorhaben dadurch einmal komplett in Zahlen sehen.

Wer liest den Businessplan?

Je nach Leser setzen Sie andere Schwerpunkte. Die Übersicht zeigt, worauf die einzelnen Adressaten besonders achten.

Leser Worauf er achtet
Bank oder Sparkasse Kapitaldienstfähigkeit, schlüssiger Finanzplan, Eignung der Gründer
Investoren (Business Angels, Venture Capital) Marktgröße, Wachstumspotenzial, Team
Agentur für Arbeit Tragfähigkeit des Vorhabens, Lebensunterhalt in der Anfangszeit
Förderbank wie die KfW Wirtschaftlichkeit, Finanzierungsstruktur, Eigenmittel
Geschäftspartner und Lieferanten Verlässlichkeit, Zahlungsfähigkeit, Passung zur Zusammenarbeit

Schreiben Sie so, dass auch Leser ohne Fachwissen alles verstehen. Ein Bankberater kennt nicht jede Technik, erkennt aber sofort, wenn Zahlen nicht zusammenpassen.

Warum lohnt sich ein Businessplan?

  • Klarheit über die Idee: Beim Schreiben merken Sie, ob Angebot, Zielgruppe und Preis zusammenpassen.
  • Risiken früh erkennen: Fehlt Kapital, ist der Markt zu klein oder die Konkurrenz zu stark, sehen Sie das vor der Gründung und nicht danach.
  • Zugang zu Geld: Ohne Businessplan gibt es bei Bank, Förderstelle und Investor in der Regel keine Zusage.
  • Kontrolle im Alltag: Sie vergleichen geplante mit tatsächlichen Zahlen und steuern rechtzeitig nach.

Welche Arten von Businessplänen gibt es?

Nicht jeder Businessplan sieht gleich aus. Welche Form passt, hängt vom Zweck und vom Leser ab.

Art Wofür Umfang
Kurzfassung erster Austausch mit Partnern, Beratern und Kunden 1 Seite
Standard-Businessplan Bankkredit, Gründungszuschuss, Förderung 15 bis 30 Seiten
Businessplan für Investoren Beteiligung und Finanzierungsrunde, meist mit Pitch Deck 20 bis 30 Seiten plus Präsentation
Interner Businessplan Steuerung und Planung im eigenen Unternehmen je nach Bedarf, oft kürzer
Lean-Plan oder Canvas Ideen früh testen 1 bis 3 Seiten

Businessplan für bestehende Unternehmen

Auch wer schon am Markt ist, braucht manchmal einen Businessplan, etwa bei einer Expansion, einem neuen Standort, einer größeren Anschaffung oder einer Unternehmensnachfolge. Der Aufbau bleibt gleich, nur die Gewichtung ändert sich. Statt der Gründerperson stehen die bisherigen Zahlen im Mittelpunkt: Umsatz, Gewinn und Kunden der letzten Jahre, dazu die Frage, was das neue Vorhaben zusätzlich bringt. Bei einer Nachfolge verlangen Banken meist auch eine Bewertung des Betriebs und einen Businessplan für die Übergangsphase.

Vorbereitung: Recherche und Business Model Canvas

Bevor Sie Ihren Businessplan erstellen, liegt der größte Teil der Arbeit noch vor dem Schreiben. Sammeln Sie zuerst Zahlen und Fakten zu Markt, Wettbewerb, Zielgruppe und Preisen. Gute Quellen sind Branchenverbände, Statistikämter, Marktstudien und Gespräche mit Unternehmern aus Ihrer Branche. Notieren Sie bei jeder Zahl, woher sie stammt, denn Geldgeber fragen danach.

Vorbereitung Recherche und Business Model Canvas

Als Vorstufe hilft das Business Model Canvas. Es ist eine einseitige Vorlage mit neun Feldern, in der Sie Kundengruppen, Angebot, Vertriebswege, Einnahmen und Kosten skizzieren. Sie sehen auf einen Blick, wo noch Lücken sind, und haben danach ein Gerüst, das Sie nur noch ausformulieren müssen.

Leitfragen vor dem Schreiben

Bevor Sie das erste Kapitel anfangen, sollten Sie diese Fragen in wenigen Sätzen beantworten können:

  • Welches Problem lösen Sie und für wen?
  • Warum kaufen Kunden bei Ihnen und nicht beim Wettbewerber?
  • Wie viele Kunden brauchen Sie, damit alle Kosten gedeckt sind?
  • Wie erreichen Sie diese Kunden und was kostet das?
  • Wie viel Geld brauchen Sie bis zum Break-even und woher kommt es?
  • Was passiert, wenn der Umsatz niedriger ausfällt als geplant?

Gelingt das, ist die Grundlage für Ihren Businessplan gelegt. Fehlen Antworten, wissen Sie, wo noch recherchiert werden muss.

Businessplan, Business Model Canvas oder Pitch Deck?

Alle drei Formate haben ihren Platz, ersetzen sich aber nicht.

Format Stärke Grenze
Business Model Canvas zeigt das Geschäftsmodell auf einer Seite, gut für den Anfang kein Finanzplan, wenig Details
Pitch Deck kurze Präsentation mit 10 bis 15 Folien für Investoren für ein Bankgespräch zu knapp
Businessplan vollständige Planung mit Zahlen kostet die meiste Zeit

Als Faustregel gilt: Mit dem Canvas testen Sie die Idee, mit dem Businessplan belegen Sie sie, und mit dem Pitch Deck stellen Sie sie vor. Wer Geld von Investoren sucht, braucht meist alle drei.

Businessplan Gliederung: Diese 11 Kapitel gehören hinein

Wie ein Businessplan aufgebaut sein muss, schreibt niemand vor. Trotzdem erwarten Banken und Förderstellen bestimmte Inhalte in einer bestimmten Reihenfolge, und wer sich daran hält, macht dem Leser die Arbeit leicht.

Businessplan Gliederung Diese 11 Kapitel gehören hinein

Eine mit Gründungsförderern abgestimmte Struktur zeigt zum Beispiel die Gründerplattform der KfW. Die folgende Gliederung deckt sich im Kern damit. Wenn Sie Ihren Businessplan erstellen, teilen Sie ihn in einen Textteil, einen Zahlenteil und einen Anhang auf.

1. Executive Summary

Die Executive Summary fasst den gesamten Businessplan auf ein bis zwei Seiten zusammen. Hier stehen Geschäftsidee, Zielgruppe, Besonderheit des Angebots, Marktchance, Kapitalbedarf und erwarteter Gewinn in knapper Form. Viele Leser entscheiden anhand dieser Seiten, ob sie weiterlesen.

Obwohl sie am Anfang steht, schreiben Sie die Executive Summary zuletzt. Erst wenn Text und Zahlen feststehen, können Sie alles richtig zusammenfassen, ohne sich zu widersprechen.

2. Gründerteam

Geldgeber investieren nicht nur in Ideen, sondern in Menschen. Stellen Sie deshalb dar, wer hinter dem Vorhaben steht, welche Ausbildung und Berufserfahrung Sie mitbringen und warum gerade Sie diese Aufgabe bewältigen. Gibt es ein Team, beschreiben Sie die Rollenverteilung. Fehlt Wissen, etwa im Vertrieb oder in der Buchhaltung, nennen Sie das offen und erklären, wie Sie die Lücke schließen, zum Beispiel durch einen Partner oder externe Unterstützung. Den vollständigen Lebenslauf legen Sie in den Anhang.

3. Geschäftsidee und Angebot

Hier erklären Sie, was Sie anbieten und welches Problem Ihre Kunden damit loswerden. Bleiben Sie konkret. Der Satz „Wir verkaufen Speisen und Getränke“ sagt einem Kreditgeber wenig, die Beschreibung eines Mittagstisches für Büros in einem bestimmten Gewerbegebiet dagegen sehr viel. Nennen Sie das Alleinstellungsmerkmal, also den Grund, warum Kunden zu Ihnen kommen und nicht zum Wettbewerber.

Bevor Sie dieses Kapitel schreiben, sollten Sie Ihre Geschäftsidee validieren, etwa mit Gesprächen, einem Testangebot oder einer kleinen Umfrage. Dann stützen sich Ihre Aussagen auf echte Rückmeldungen und nicht auf Vermutungen. Für das Kapitel reichen ein bis drei Seiten.

4. Zielgruppe

Die Zielgruppe im Businessplan beschreibt, wer Ihre Kunden sind. Unterscheiden Sie zunächst zwischen Privatkunden (B2C) und Geschäftskunden (B2B). Bei Privatkunden helfen Alter, Wohnort, Einkommen, Beruf und Kaufverhalten. Bei Geschäftskunden zählen Branche, Unternehmensgröße und Region. Je genauer das Bild, desto glaubwürdiger wird Ihre Umsatzschätzung, denn aus der Größe der Zielgruppe leiten Sie später die Absatzzahlen im Finanzplan ab.

5. Markt- und Wettbewerbsanalyse

In diesem Kapitel zeigen Sie, dass es für Ihr Angebot einen Markt gibt und dass Sie sich dort behaupten können. Beantworten Sie drei Fragen: Wie hat sich der Markt entwickelt, wie sieht er heute aus und wohin geht er? Dazu kommen die wichtigsten Mitbewerber mit Stärken, Schwächen und Preisen sowie mögliche Hürden beim Markteintritt.

Schreiben Sie niemals, es gebe keine Konkurrenz. Für Geldgeber ist das ein Warnsignal. Auch ein neues Angebot hat Alternativen, und sei es, dass Kunden ihr Problem bisher selbst lösen. Geben Sie bei jeder Marktzahl die Quelle an.

Für den Vergleich eignet sich eine Tabelle mit drei bis fünf Hauptwettbewerbern. Typische Kriterien sind Angebot und Qualität, Preise, Standort und Reichweite, Zielgruppe, Marketing und Auftritt sowie Stärken und Schwächen. Halten Sie zum Schluss fest, wo Sie besser, wo gleichauf und wo schwächer sind und wie Sie Lücken schließen. Auch Lieferanten, mögliche neue Anbieter und Ersatzprodukte beeinflussen Ihre Lage, und die Verhandlungsmacht der Kunden zählt ebenfalls.

6. Strategie, Vision und Ziele

Aus der Analyse folgt die Strategie. Wollen Sie über Qualität, über den Preis oder als Spezialist in einer Nische punkten? Legen Sie fest, wo das Unternehmen in fünf Jahren stehen soll, und teilen Sie den Weg in Meilensteine auf, zum Beispiel „20 Kunden nach drei Monaten“ oder „Gewinnzone ab dem 14. Monat“. Meilensteine lassen sich später überprüfen und anpassen.

Formulieren Sie Ziele so, dass man sie nachprüfen kann: konkret, messbar und mit Termin. „Mehr Umsatz“ taugt nicht, „60.000 € Umsatz im ersten Jahr“ schon. Trennen Sie kurzfristige Ziele für das erste Jahr, mittelfristige für drei Jahre und die langfristige Vision.

7. Marketing und Vertrieb

Gute Produkte verkaufen sich nicht von allein. Zeigen Sie, wie Sie Ihre Zielgruppe erreichen und was das kostet. Dazu gehören Preisgestaltung, Werbemaßnahmen, Vertriebskanäle wie Onlineshop, Ladengeschäft oder Direktvertrieb und Ideen zur Kundenbindung. Der klassische Marketingmix aus Produkt, Preis, Vertrieb und Werbung ist ein brauchbares Raster.

Gerade die ersten Abnehmer entscheiden über den Start. Wie Sie erste Kunden gewinnen, sollten Sie deshalb mit konkreten Maßnahmen und einem Budget hinterlegen und nicht nur mit Schlagworten wie „Social Media“. Der Vertrieb kommt in vielen Plänen zu kurz, dabei fragen Banken genau danach.

8. Organisation, Rechtsform und Standort

Hier stehen die Fakten zum Unternehmen: die Rechtsform, der Firmenname, Standort, Genehmigungen, Schutzrechte wie Marke oder Patent und die Personalplanung. Erklären Sie jeweils kurz, warum Sie sich so entschieden haben. Die Rechtsform beeinflusst Haftung, Steuern und Kreditwürdigkeit, deshalb sollten Sie die Wahl der Rechtsform im Businessplan begründen. Ein Einzelunternehmen ist schnell gegründet, haftet aber mit dem Privatvermögen, eine GmbH oder UG begrenzt die Haftung, verlangt jedoch mehr Aufwand.

Die häufigsten Rechtsformen im Überblick:

Rechtsform Haftung Startkapital Aufwand
Einzelunternehmen mit dem Privatvermögen keines vorgeschrieben gering
GbR die Gesellschafter persönlich keines vorgeschrieben gering
UG (haftungsbeschränkt) auf das Gesellschaftsvermögen ab 1 € mittel, mit Notar und Bilanz
GmbH auf das Gesellschaftsvermögen 25.000 € Stammkapital höher, mit Notar, Bilanz und Handelsregister

Auch der Name gehört in dieses Kapitel. Wer noch keinen hat, findet Anregungen unter Firmennamen finden. Prüfen Sie vor der Festlegung, ob der Name frei ist und ob sich eine Marke anmelden lässt. Beim Standort nennen Sie Miete, Lage und Nähe zu den Kunden. Planen Sie Mitarbeiter ein, geben Sie an, wann und für welche Aufgaben.

9. Finanzplan

Der Finanzplan ist der wichtigste und für viele der unbeliebteste Teil des Businessplans. Er zeigt, wie viel Geld Sie brauchen, woher es kommt und wann Sie Gewinn machen. Üblich ist ein Zeitraum von drei Jahren, in Kreditgesprächen werden manchmal fünf verlangt. Der Businessplan besteht aus Umsatzplan, Kostenplan, Investitionsplan, Finanzierungsplan, Liquiditätsplanung und Rentabilitätsvorschau. Für den Umsatzplan brauchen Sie belastbare Verkaufspreise, wie Sie diese ermitteln, erklärt der Ratgeber zum Thema Preis kalkulieren als Selbstständiger.

Kapitalbedarf berechnen

Der Kapitalbedarf setzt sich aus vier Posten zusammen: Gründungskosten, Investitionen, laufende Kosten bis zum Break-even und ein Sicherheitszuschlag. Vergessen Sie Ihre privaten Lebenshaltungskosten nicht. Das Zahlenbeispiel zeigt die Rechnung für eine Soloselbstständige, die als Beraterin startet. Die Werte sind frei gewählte Annahmen und dienen nur zur Veranschaulichung.

Posten Betrag
Gründungskosten (Anmeldung, Versicherungen, Domain) 800 €
Investitionen (Laptop, Arbeitsplatz, Software) 4.500 €
Startmarketing (Website, Visitenkarten, erste Anzeigen) 1.500 €
Laufende betriebliche Kosten, 6 Monate zu je 1.800 € 10.800 €
Private Lebenshaltung, 6 Monate zu je 2.200 € 13.200 €
Zwischensumme 30.800 €
Sicherheitszuschlag von 25 % 7.700 €
Kapitalbedarf gesamt 38.500 €

In dieser Rechnung laufen sechs Monate ohne volle Einnahmen. Tatsächlich dauert es bis zur Gewinnschwelle oft länger, in Ratgebern werden häufig 12 bis 18 Monate genannt. Planen Sie lieber vorsichtig. Fehlt das Eigenkapital, lässt sich der Betrag durch Förderkredite, Zuschüsse oder einen schlanken Start senken. Ideen dazu finden Sie unter Gründen mit wenig Startkapital.

Liquiditätsplanung

Die Liquiditätsplanung zeigt Monat für Monat, ob genug Geld auf dem Konto ist, um Rechnungen zu bezahlen. Ein Unternehmen kann auf dem Papier Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden, wenn Kunden spät zahlen. Berücksichtigen Sie deshalb Zahlungsziele, Saisonschwankungen und Vorauszahlungen für Steuern und Versicherungen.

Rentabilitätsvorschau und Break-even

Die Rentabilitätsvorschau stellt Umsatz, Kosten und Gewinn je Jahr gegenüber. Der Break-even ist der Punkt, an dem die Einnahmen alle Kosten decken. Banken sehen genau hin, wann er erreicht wird und ob nach Zinsen und Tilgung noch Geld für Ihren Lebensunterhalt bleibt. Rechnen Sie mindestens zwei Szenarien durch, ein realistisches und ein vorsichtiges.

10. SWOT-Analyse: Chancen und Risiken

Die SWOT-Analyse stellt Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken in einer Matrix gegenüber. Sie gehört bei Banken und Investoren fast immer zum Businessplan. Stärken und Schwächen betreffen Ihr Unternehmen selbst, Chancen und Risiken kommen von außen, etwa durch Markt, Konkurrenz oder neue Gesetze. Begrenzen Sie die Analyse auf eine Seite und bleiben Sie ehrlich. Zeigen Sie bei jeder Schwäche und jedem Risiko, wie Sie gegensteuern. Das wirkt glaubwürdiger als eine Liste, in der nur Vorteile stehen.

Aus der Matrix lassen sich vier Strategien ableiten: Stärken mit Chancen verbinden, Schwächen mithilfe der Chancen abbauen, Risiken mithilfe der Stärken abfedern und bei Schwächen, die auf Risiken treffen, das Vorhaben notfalls verkleinern. So zeigen Sie dem Leser, dass Sie nicht nur sammeln, sondern Schlüsse ziehen.

11. Anhang

In den Anhang kommt alles, was Ihre Aussagen belegt, den Textteil aber unnötig aufblähen würde: Lebensläufe, Zeugnisse, Verträge, Marktstudien, Produktfotos, Skizzen, Mietangebote, Referenzen und detaillierte Rechnungen. Wählen Sie aus, denn ein überladener Anhang hilft niemandem.

Businessplan schreiben: In drei Phasen zum fertigen Businessplan

Wenn Sie Ihren Businessplan schreiben, kommen Sie in Phasen am besten voran. Auch beim Businessplan schreiben gilt: erst Material sammeln, dann formulieren, am Ende prüfen und gestalten. Wer sofort losschreibt, muss später meist vieles umbauen.

Businessplan schreiben In drei Phasen zum fertigen Businessplan

Phase 1: Informationen sammeln

Klären Sie Idee, Zielgruppe, Wettbewerb und Preise. Halten Sie Zahlen samt Quellen in einer Tabelle fest und füllen Sie das Canvas aus. Diese Phase dauert oft am längsten, spart aber später viel Zeit.

Phase 2: Text und Zahlen schreiben

Schreiben Sie die Kapitel in der Reihenfolge Geschäftsidee, Zielgruppe, Markt, Marketing und Organisation und rechnen Sie parallel den Finanzplan durch. Nutzen Sie kurze, aktive Sätze, erklären Sie Fachbegriffe und belegen Sie jede Behauptung mit einer Zahl. Übertreibungen und Werbesprache schwächen den Businessplan. Zum Schluss entsteht die Executive Summary, also die Zusammenfassung für den Leser.

Phase 3: Prüfen, gestalten, ausdrucken

Lassen Sie den Businessplan von jemandem lesen, der Ihr Fach nicht kennt, und von jemandem mit Zahlenverstand, etwa einem Steuerberater oder einem Gründungsberater der IHK. Achten Sie auf Rechtschreibung, einheitliche Überschriften, Seitenzahlen, Deckblatt und Inhaltsverzeichnis. Zum Bankgespräch bringen Sie den Businessplan meist ausgedruckt und gebunden mit, dazu eine digitale Fassung.

Form und Schreibstil: So wirkt Ihr Businessplan professionell

Der Inhalt zählt, der erste Eindruck zählt mit. Ein sauber aufgebauter Businessplan wird eher bis zum Ende gelesen.

Deckblatt und Inhaltsverzeichnis

Das Deckblatt nennt Firmenname, Ihren Namen, Anschrift, Kontaktdaten und Datum, bei Bedarf auch das Logo. Danach folgt das Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen. Ab etwa zehn Seiten ist es unverzichtbar, weil Bankberater gezielt zu Finanzplan oder Markt blättern.

Schreibstil

Schreiben Sie sachlich, mit kurzen Sätzen und aktiven Verben. Erklären Sie Fachbegriffe beim ersten Auftreten und verzichten Sie auf Behauptungen wie „einzigartig“ oder „konkurrenzlos“, wenn Sie sie nicht belegen können. Bei Einzelgründern ist die Ich-Form üblich, die dritte Person wirkt formeller. Wichtig ist, dass Sie bei einer Form bleiben.

Layout und Ausdruck

Wählen Sie eine gut lesbare Schrift in Größe 11 oder 12, genug Zeilenabstand und einheitliche Überschriften. Zahlen lassen sich in Tabellen und Diagrammen schneller erfassen als im Fließtext. Setzen Sie Hervorhebungen sparsam ein.

Vertraulichkeit

Enthält der Businessplan sensible Angaben wie Verfahren oder Kundendaten, kennzeichnen Sie ihn als vertraulich und geben Sie ihn an Dritte nur nach einer Vertraulichkeitsvereinbarung weiter. Banken gehen mit solchen Unterlagen ohnehin diskret um.

Länge, Dauer und Kosten eines Businessplans

Wie viele Seiten sollte ein Businessplan haben?

Eine feste Seitenzahl gibt es nicht. Die Angaben in Ratgebern reichen von 10 bis 40 Seiten, in Einzelfällen bis 100. Als Richtwert gelten etwa 20 Seiten Textteil und 10 Seiten Finanzplan. Freiberufler und kleine Dienstleister kommen mit 10 bis 20 Seiten aus, ein Ladengeschäft oder Restaurant braucht eher 20 bis 40. Technische Vorhaben mit hohem Kapitalbedarf werden länger. Wichtiger als der Umfang ist, dass jede Seite etwas aussagt.

Für ein erstes Gespräch mit einem Partner oder Berater genügt oft eine Kurzfassung. Wie ein Businessplan auf einer Seite aussieht, lässt sich gut als Einstieg nutzen, ersetzt den ausführlichen Businessplan für die Bank aber nicht.

Wie lange dauert es, einen Businessplan zu erstellen?

Für einen einfachen Businessplan sind zwei bis vier Wochen realistisch, für einen ausführlichen vier bis acht Wochen oder mehr. Wer nebenher arbeitet, braucht länger. Die Tabelle gibt Richtwerte für einen größeren Businessplan, kleine Vorhaben lassen sich deutlich kürzer abwickeln.

Phase Richtwert
Recherche und Datensammlung 3 bis 4 Wochen
Idee und Konzept ausarbeiten 1 bis 2 Wochen
Zahlen und Finanzplan 2 bis 3 Wochen
Textteil schreiben 1 bis 2 Wochen
Executive Summary und Layout 1 Woche
Korrektur und Prüfung 1 Woche

Was kostet ein Businessplan?

Wer den Businessplan selbst schreibt, zahlt kaum etwas, höchstens 0 bis 100 € für Software oder Vorlagen. Wenn Sie einen Businessplan erstellen lassen, hängt der Preis von Umfang und Recherche ab. Die Angaben von Banken und Ratgebern schwanken zwischen etwa 500 und 5.000 €, bei komplexen Vorhaben für Investoren auch darüber. Berater rechnen häufig mit Tagessätzen von 600 bis 1.000 € und fünf bis acht Arbeitstagen.

Gründer aus der Arbeitslosigkeit können die Beratung teilweise über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) bezahlen lassen, und auch einige Förderprogramme übernehmen einen Teil der Kosten. Fragen Sie vorher nach, was in Ihrem Fall möglich ist. Beachten Sie außerdem: Banken erkennen Fremdtexte schnell und stellen im Gespräch Detailfragen. Den Text sollten Sie deshalb selbst verfassen.

Businessplan selbst schreiben oder schreiben lassen?

Wer einen Businessplan erstellen lassen will, sollte wissen: Die meisten Berater und Banken raten, den Text selbst zu verfassen. Den Businessplan müssen Sie im Gespräch vertreten, und das gelingt nur, wenn Sie jede Zahl kennen. Hilfe lohnt sich bei Prüfung und Finanzteil.

Kriterium Selbst schreiben Schreiben lassen
Kosten gering, vor allem Zeit etwa 500 bis 5.000 €
Kenntnis des Vorhabens hoch, Sie kennen jede Annahme geringer, der Berater muss sich einarbeiten
Glaubwürdigkeit bei der Bank hoch, Sie argumentieren sicher sinkt, wenn Sie Details nicht erklären können
Zeitaufwand mehrere Wochen weniger Arbeit, aber Abstimmung nötig
Qualität der Zahlen hängt von Ihrer Erfahrung ab meist sauber gerechnet

Wer bei der Gründung hilft

  • Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern: kostenlose Erstberatung, Seminare und Sprechtage für Gründer.
  • Gründerzentren und Beratungsstellen der Länder: Einzelgespräche, Workshops und Kontakte zu Netzwerken.
  • Banken und Sparkassen: Gespräche zur Finanzierung und Hilfe beim Finanzteil.
  • Gründercoaches: geförderte Beratung, deren Kosten sich zum Teil erstatten lassen.
  • Steuerberater: Unterstützung bei Finanzplan, Rechtsform und Steuern.
  • Gründerwettbewerbe: Rückmeldung von Fachleuten und teils Preisgelder.

Businessplan prüfen lassen

Egal, wer ihn schreibt: Lassen Sie den fertigen Businessplan gegenlesen, am besten von einer fachkundigen Stelle wie der Kammer, einem Steuerberater oder einem Unternehmensberater. Vereinbaren Sie den Termin früh, denn gefragte Berater haben Wartezeiten, und planen Sie Zeit ein, um die Hinweise einzuarbeiten.

Businessplan erstellen mit Vorlage, Muster und Software

Sie müssen nicht bei null anfangen. Vorlagen, Muster und Programme geben die Struktur vor und sparen Zeit. Entscheidend ist, dass am Ende Ihre eigenen Inhalte darin stehen.

Businessplan erstellen mit Vorlage, Muster und Software

Kostenlose Businessplan Vorlage zum Download

Eine Vorlage für den Businessplan liefert die Gliederung mit Leitfragen zu jedem Kapitel, meist als Word- oder PDF-Datei. Kostenlose Versionen bieten unter anderem Industrie- und Handelskammern, Förderbanken und Banken an. Wie Sie eine Businessplan Vorlage sinnvoll einsetzen und welche Kapitel Sie anpassen sollten, steht im passenden Ratgeber. Übernehmen Sie Mustertexte nie ungeprüft. Leser merken schnell, wenn ein Businessplan aus Bausteinen besteht, und jede Gründung ist anders. Gehen Sie die Leitfragen der Vorlage Kapitel für Kapitel durch und schreiben Sie die Antworten in eigenen Worten. Wo eine Frage nicht auf Ihr Vorhaben passt, streichen Sie sie, statt sie mit Floskeln zu füllen. Ergänzen Sie dafür Punkte, die in der Vorlage fehlen, etwa Genehmigungen Ihrer Branche oder besondere Risiken Ihres Standorts.

Businessplan Muster und Beispiele

Ein ausgefülltes Muster zeigt, wie Länge, Tonfall und Zahlen in der Praxis aussehen. Sie sehen, wie ausführlich die Marktanalyse ausfällt, wie der Finanzplan dargestellt wird und welche Unterlagen im Anhang landen. Das nimmt die Unsicherheit vor dem ersten Kapitel. Besonders nützlich sind Pläne aus der eigenen Branche, etwa für Gastronomie, Handwerk oder Beratung. Sehen Sie sich ein Businessplan Beispiel an und achten Sie darauf, wie dort Annahmen begründet werden. Übernehmen Sie Aufbau und Denkweise, nicht die Formulierungen.

Businessplan Software und Tools

Programme wie der Online-Planer der Gründerplattform, SmartBusinessPlan der Sparkassen, Lexware oder Unternehmerheld führen durch die Kapitel und rechnen den Finanzplan automatisch. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie wenig Erfahrung mit Zahlen haben, weil Gewinn- und Verlustrechnung und Liquiditätsplan miteinander verknüpft sind. Manche Tools sind kostenlos, andere laufen im Abo gegen eine monatliche Gebühr. Prüfen Sie, ob der PDF-Export sauber aussieht und alle Zahlen enthält.

Businessplan erstellen mit KI: Was ChatGPT kann und was nicht

KI-Programme wie ChatGPT können beim Businessplan helfen. Sie schlagen Gliederungen vor, formulieren Entwürfe, erklären Fachbegriffe und taugen als Gesprächspartner, wenn Sie bei einem Kapitel nicht weiterkommen. Das spart Zeit bei der Sprache und hilft gegen Schreibblockaden.

Businessplan erstellen mit KI Was ChatGPT kann und was nicht

Die Grenzen liegen bei den Daten. Ihren Markt und Ihre Stärken kennt die KI nicht, und bei Zahlen erfindet sie im Zweifel Angaben. Eine eigene Marktanalyse, belastbare Umsatz- und Kostenprognosen und die Vorgaben Ihrer Bank kann sie nicht liefern. Ein Befehl wie „Erstelle einen Businessplan für ein Modegeschäft“ ergibt außerdem einen allgemeinen Text, der zu jedem und damit zu niemandem passt.

Sinnvoll ist folgende Arbeitsteilung: Recherche und Zahlen machen Sie selbst, die KI hilft bei Struktur und Formulierung, und danach prüfen Sie jede Angabe. Den Finanzteil lassen Sie im Zweifel von einem Fachmann gegenlesen.

Typische Fehler im Businessplan und was nicht hineingehört

Wer einen Businessplan erstellen will, sollte diese Fehler kennen, denn sie tauchen in vielen Plänen auf:

  • Zu optimistische Zahlen: Umsatz zu hoch, Gewinnschwelle zu früh, Kapitalbedarf zu niedrig. Die Folge sind Liquiditätsengpässe.
  • Keine Konkurrenz genannt: Die Aussage „Wir haben keinen Wettbewerb“ lässt Geldgeber misstrauisch werden.
  • Der Gründer fehlt: Der Businessplan beschreibt nur die Idee, aber nicht, wer sie umsetzt und warum er dafür geeignet ist.
  • Marktforschung zu dünn: Ohne Daten bleibt offen, ob Kunden das Angebot überhaupt wollen.
  • Unklarer Kundennutzen: Der Businessplan schwärmt vom Produkt, erklärt aber nicht, welchen Vorteil der Kunde hat.
  • Marketing und Vertrieb zu knapp: „Die Werbung wird es schon richten“ reicht nicht, es braucht Maßnahmen und Kosten.
  • Mustertexte kopiert: Der Businessplan wirkt austauschbar und hält Rückfragen nicht stand.
  • Widersprüche und Fehler: Text und Zahlen passen nicht zusammen, Fachbegriffe sind falsch verwendet, die Rechtschreibung stimmt nicht.

Was gehört nicht in den Businessplan?

Ebenso wichtig ist, was Sie weglassen. Nicht hinein gehören der Lebenslauf als Fließtext (er kommt in den Anhang), unbelegte Annahmen, Wunschdenken ohne Zahlen, übertriebene Werbesprache, vertrauliche Details ohne Bezug zum Geschäftsmodell und komplette technische Berichte oder Patentschriften. Ein kurzer, sachlicher Businessplan wirkt professioneller als ein langer, in dem Wichtiges untergeht.

Businessplan für Bank, Gründungszuschuss, KfW und Investoren

Wenn Sie den Businessplan erstellen, um Geld zu bekommen, lohnt es sich, den Businessplan auf den Geldgeber zuzuschneiden. Die Grundstruktur bleibt gleich, die Gewichtung ändert sich.

Businessplan für Bank, Gründungszuschuss, KfW und Investoren

Bank und Sparkasse

Banken prüfen vor allem, ob Sie Zins und Tilgung zahlen können. Deshalb zählen im bankfähigen Businessplan ein schlüssiger Finanzplan, Ihr Eigenkapital, mögliche Sicherheiten und Ihre fachliche und kaufmännische Eignung. Belegen Sie Annahmen mit Zahlen und rechnen Sie auch einen vorsichtigen Fall durch. Förderkredite der KfW beantragen Sie in der Regel über Ihre Hausbank, die den Businessplan dann mit weiterreicht.

Gründungszuschuss und AVGS

Wer aus der Arbeitslosigkeit gründet, kann bei der Agentur für Arbeit einen Gründungszuschuss beantragen. Für den Gründungszuschuss ist der Businessplan die wichtigste Unterlage, häufig verlangt die Behörde dazu die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit. Der AVGS kann die Kosten für eine geförderte Beratung übernehmen. Das Existenzgründungsportal des Bundes erklärt die Anforderungen an den Businessplan. Voraussetzungen und Förderhöhen ändern sich von Zeit zu Zeit, klären Sie sie deshalb direkt mit der Agentur für Arbeit.

KfW und andere Förderbanken

Förderbanken interessieren sich für die Wirtschaftlichkeit, die Finanzierungsstruktur und den Anteil der Eigenmittel. Der Businessplan sollte zeigen, wofür das Geld verwendet wird und wie es zurückfließt. Je klarer Kapitalbedarf und Finanzierungsplan dargestellt sind, desto leichter fällt die Prüfung.

Investoren und Business Angels

Investoren lesen anders als Banken. Sie wollen Wachstum sehen: wie groß der Markt ist, wie schnell sich das Geschäft ausbauen lässt, was das Team kann und wie sie ihr Geld später wieder herausbekommen. Neben dem Businessplan erwarten sie oft ein Pitch Deck mit 10 bis 15 Folien, das Problem, Lösung, Markt, Geschäftsmodell, Team, Zahlen und Kapitalbedarf kurz darstellt. Kennzahlen wie Kosten pro Neukunde, Wert eines Kunden und monatlicher Umsatz sehen sie gern.

Businessplan für Nebengewerbe, Freiberufler und Kleingewerbe

Auch kleine Vorhaben profitieren von einem Businessplan. Er fällt kürzer aus, 10 bis 20 Seiten genügen meist, und der Schwerpunkt liegt auf Geschäftsidee, Zielgruppe, Wettbewerb und einem sauberen Finanzplan. Im Finanzteil gehören Ihre privaten Kosten, Steuern und Versicherungen dazu, denn davon müssen Sie ja leben.

Starten Sie neben dem Job, sieht die Rechnung anders aus, weil das Einkommen aus der Anstellung den Beginn absichert. Mehr zu diesem Weg lesen Sie unter nebenberuflich selbstständig machen. Klären Sie außerdem, ob Sie als Freiberufler oder mit einem Gewerbe starten, weil davon Buchführung und Steuern abhängen.

Checkliste: Ist Ihr Businessplan fertig?

Bevor Sie den Businessplan abgeben, gehen Sie die folgenden Punkte durch. So sehen Sie, ob Text, Zahlen und Anhang vollständig sind.

  • Deckblatt und Inhaltsverzeichnis sind vorhanden.
  • Die Executive Summary passt auf ein bis zwei Seiten und wurde zuletzt geschrieben.
  • Gründerteam, Geschäftsidee, Zielgruppe und Wettbewerb sind beschrieben.
  • Marketing und Vertrieb enthalten Maßnahmen und Kosten.
  • Rechtsform, Standort und Personal sind begründet.
  • Kapitalbedarf, Liquiditätsplanung und Rentabilitätsvorschau sind berechnet.
  • Die SWOT-Analyse nennt Maßnahmen gegen Schwächen und Risiken.
  • Alle Zahlen haben eine Quelle, und Text und Zahlen widersprechen sich nicht.
  • Der Anhang enthält nur relevante Unterlagen.
  • Eine Person ohne Fachwissen und eine mit Zahlenverstand haben den Businessplan gelesen.

Fazit

Einen Businessplan zu schreiben kostet Zeit, aber wenig Geld, und es zahlt sich aus. Sie erkennen Lücken, bevor sie teuer werden, und Sie haben ein Dokument, mit dem Sie Banken, Förderstellen und Partner überzeugen. Halten Sie sich an die bewährte Gliederung, belegen Sie Ihre Aussagen mit Zahlen und rechnen Sie lieber vorsichtig als zu optimistisch.

Wer einen Businessplan erstellen möchte, beginnt mit der Recherche und dem Canvas, schreiben Sie dann Kapitel für Kapitel und die Zusammenfassung zuletzt. Wenn Sie nach der Checkliste vorgehen und den Businessplan gegenlesen lassen, haben Sie am Ende eine Grundlage, die Sie auch nach der Gründung weiter nutzen können.

Häufige Fragen zum Businessplan

Ist ein Businessplan Pflicht?

Nein, gesetzlich ist er nicht vorgeschrieben. Banken, Förderstellen, Investoren und die Agentur für Arbeit verlangen ihn aber meist als Grundlage für Kredite, Zuschüsse oder Beteiligungen. Auch ohne Pflicht hilft er, die eigene Idee zu prüfen und Risiken früh zu erkennen.

Wie viele Seiten muss ein Businessplan haben?

Vorgaben gibt es nicht. Üblich sind 15 bis 30 Seiten, bei kleinen Vorhaben reichen 10 bis 20, bei Ladengeschäften oder technischen Projekten werden es 20 bis 40. Als Richtwert gelten etwa 20 Seiten Text und 10 Seiten Finanzplan.

Wie lange dauert es, einen Businessplan zu schreiben?

Ein einfacher Businessplan ist in zwei bis vier Wochen machbar, ein ausführlicher braucht vier bis acht Wochen oder länger. Den größten Teil der Zeit nehmen Recherche und Finanzplan in Anspruch. Wer nebenberuflich arbeitet, sollte mehr Zeit einplanen.

Was kostet es, einen Businessplan erstellen zu lassen?

Je nach Anbieter und Umfang liegen die Preise zwischen etwa 500 und 5.000 €, bei komplexen Vorhaben darüber. Selbst geschrieben kostet der Businessplan nur Zeit und eventuell 0 bis 100 € für Software. Beratungen werden teils über den AVGS oder Förderprogramme bezuschusst.

Was gehört nicht in einen Businessplan?

Nicht hinein gehören ein Lebenslauf in Fließtext, unbelegte Annahmen, Werbefloskeln, übertriebene Erfolgsversprechen, vertrauliche Details ohne Relevanz und lange technische Beschreibungen. Ergänzende Unterlagen wie Verträge, Zeugnisse oder Studien kommen in den Anhang.

Kann ChatGPT einen Businessplan schreiben?

ChatGPT hilft bei Gliederung, Formulierungen und Schreibblockaden, ersetzt aber keine eigene Recherche. Marktdaten, Umsatzprognosen und die Vorgaben der Bank muss der Gründer selbst liefern und prüfen. Als alleinige Quelle für einen bankfähigen Businessplan reicht die KI nicht aus.

Wo finde ich eine kostenlose Businessplan Vorlage?

Kostenlose Vorlagen bieten Industrie- und Handelskammern, Förderbanken, die Gründerplattform und viele Banken als Word- oder PDF-Datei an. Auch Online-Tools mit Leitfragen sind teils gratis. Passen Sie jede Vorlage an Ihr Vorhaben an und übernehmen Sie keine Texte unverändert.

Muss ich für einen Kredit einen Businessplan vorlegen?

In der Regel ja. Bei Gründern, aber auch bei Unternehmen, die Geld für Investitionen brauchen, will die Bank Geschäftsidee, Markt und Finanzplanung sehen. Der Businessplan hilft ihr einzuschätzen, ob Zins und Tilgung aus den Erträgen zu bezahlen sind.

Worauf achten Banken beim Businessplan?

Banken prüfen vor allem, ob Zins und Tilgung aus den Einnahmen bezahlt werden können. Wichtig sind ein nachvollziehbarer Finanzplan, Eigenkapital, Sicherheiten, ein realistischer Umsatz und die Erfahrung der Gründer.

Welche Fragen muss ein Businessplan beantworten?

Was bieten Sie an, wer kauft es, wie erreichen Sie Ihre Kunden, wer setzt es um, wie viel Geld ist nötig und wann entsteht Gewinn? Wer diese Punkte klar beantwortet, deckt den Kern des Businessplans ab.

Braucht ein Businessplan ein Deckblatt und ein Inhaltsverzeichnis?

Ja, ab etwa zehn Seiten gehören beide dazu. Das Deckblatt nennt Unternehmen, Gründer und Kontaktdaten, das Inhaltsverzeichnis hilft dem Leser, gezielt zu Markt oder Zahlen zu springen.

Was ist der Unterschied zwischen Businessplan und Business Model Canvas?

Das Canvas zeigt das Geschäftsmodell auf einer Seite in neun Feldern. Der Businessplan beschreibt Markt, Strategie, Organisation und Finanzen ausführlich mit Zahlen. Das Canvas eignet sich zum Testen der Idee, der Businessplan für Bank und Förderstelle.

Brauche ich auch für ein bestehendes Unternehmen einen Businessplan?

Bei einer Expansion, Nachfolge, einem neuen Standort oder einem größeren Kredit ja. Der Aufbau bleibt gleich, im Mittelpunkt stehen aber die bisherigen Zahlen und der Nutzen des neuen Vorhabens.

Markus Hartmann
Markus Hartmann
Über den Autor: Markus Hartmann schreibt bei Geschäftsidee-Info.de über Geschäftsideen, Unternehmensgründung und Selbstständigkeit. Er bereitet komplexe Themen verständlich auf und gibt praxisnahe Orientierung für die ersten Schritte.