Dein Onlinekurs ist aufgenommen, die Module stehen, und trotzdem hat noch niemand bezahlt. An genau dieser Stelle scheitern viele. Wer einen Onlinekurs verkaufen will, braucht mehr als gute Inhalte: eine passende Plattform, einen Preis, der zum Angebot passt, saubere Rechtstexte und einen Weg, die richtigen Leute zu erreichen.
Dieser Ratgeber führt dich in dieser Reihenfolge durch alles, was dafür nötig ist. Du erfährst, was ein Onlinekurs einbringen kann, wie du Thema und Zielgruppe prüfst und welche Plattformen es gibt. Dazu kommen Preise, Steuern, Widerrufsrecht und Fernunterricht, die Verkaufsseite, Marketing und Launch, die häufigsten Fehler und ein Fahrplan in acht Schritten.
Das Wichtigste auf einen Blick

- Verdienst: Ein Onlinekurs wird einmal gebaut und kann beliebig oft verkauft werden, die Einnahmen kommen aber nicht über Nacht.
- Vorher prüfen: Thema, Zielgruppe und Nachfrage testest du, bevor du die erste Lektion aufnimmst.
- Plattform: Marktplatz, All-in-One-Anbieter oder eigene Website, jede Lösung hat andere Kosten und Pflichten.
- Preis: Höhere Preise verkaufen oft besser, wenn das Ergebnis für den Käufer klar ist.
- Recht: Gewerbe, Umsatzsteuer, Widerrufsrecht und das Fernunterrichtsschutzgesetz solltest du vor dem Start klären.
- Marketing: Ohne E-Mail-Liste, Verkaufsseite und Launch kauft niemand, egal wie gut der Onlinekurs ist.
Lohnt es sich, einen Onlinekurs zu verkaufen?
Wie viel kann man mit einem Onlinekurs verdienen?
Der große Vorteil liegt im Modell. Du baust den Onlinekurs einmal und kannst ihn danach unabhängig von Ort und Zeit immer wieder anbieten. Jeder weitere Verkauf kostet dich fast nichts, nur Zahlungsgebühren und Werbung. Wie das in Zahlen aussehen kann, zeigt ein Rechenbeispiel. Es besteht aus Annahmen und ist keine Marktstatistik.
| Posten | Beispielwert |
|---|---|
| Preis pro Onlinekurs (netto) | 297 Euro |
| Verkäufe im ersten Launch | 40 |
| Umsatz | 11.880 Euro |
| Gebühren für Plattform und Zahlung (angenommen 8 Prozent) | 950 Euro |
| Werbung | 1.500 Euro |
| Tools und Software | 300 Euro |
| Ergebnis vor Steuern | rund 9.130 Euro |
Hast du für die Erstellung rund 120 Stunden gebraucht, bleiben pro Stunde etwa 76 Euro. Jeder weitere Verkauf nach dem ersten Launch erhöht dieses Ergebnis, ohne dass die Erstellung noch einmal Zeit kostet. Genau darin liegt die Skalierung bei digitalen Produkten.
Mini-Businessplan: Ziel, Kosten und Zeitplan
Auch für einen Onlinekurs lohnt sich eine einfache Planung auf einer Seite. Halte fest, welches Ergebnis dein Kurs liefert, für wen er gedacht ist, wie viele Verkäufe du im ersten Jahr anpeilst und welche Kosten dafür anfallen: Plattform, Zahlungsgebühren, Werbung, Tools und Steuerberatung. Dazu kommt ein Zeitplan mit festen Terminen für Erstellung, Vorverkauf und Launch. Mit dieser Übersicht erkennst du früh, ab wie vielen Verkäufen sich der Onlinekurs trägt, und kannst Preis und Aufwand anpassen. Wer später einen Kredit oder Förderung braucht, kann darauf aufbauen.
Realistische Umsatzerwartungen
Die Erfolgsgeschichten im Netz zeigen meist nur die Spitze. Für den ersten Durchgang solltest du vorsichtig rechnen. Eine kleine E-Mail-Liste mit 500 Abonnenten und eine Kaufquote von zwei bis fünf Prozent ergeben als grobe Annahme zehn bis 25 Käufer. Das ist ein guter Start, aber noch kein Einkommen zum Leben. Mit jedem Durchgang lernst du, welche Versprechen ziehen, und die Zahlen steigen. Passives Einkommen entsteht erst, wenn Aufbau, Marketing und Pflege über Monate gelaufen sind.
Vorteile und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Wissen lässt sich beliebig oft verkaufen | Der Aufbau kostet viel Zeit, bevor der erste Euro kommt |
| Niedrige Fixkosten, Kosten entstehen erst bei Umsatz | Ohne Marketing kauft niemand, auch nicht bei gutem Inhalt |
| Unabhängig von Ort und Arbeitszeit | Support, Technik und Rechtstexte laufen nebenher mit |
| Gut ausbaubar mit Abo, Gruppen oder Firmenkunden | Viele Anbieter mit ähnlichen Themen, der Preisdruck ist hoch |
Nebenbei starten oder voll einsteigen
Die meisten starten neben dem Job. Das senkt das Risiko, denn die Fixkosten sind gering und das Einkommen aus dem Hauptberuf bleibt. Plane für den Aufbau feste Zeiten in der Woche ein, zum Beispiel zwei Abende und einen Vormittag am Wochenende. Wer sein Wissen später hauptberuflich nutzen will, sollte erst einsteigen, wenn der Onlinekurs über mehrere Monate verlässlich Umsatz bringt und eine Reserve für schwache Monate vorhanden ist. Wer einen Onlinekurs verkaufen will, kann das Angebot Schritt für Schritt ausbauen: erst ein Onlinekurs, dann ein Aufbaukurs, später Gruppen oder eine Mitgliedschaft.
Thema, Zielgruppe und Nachfrage prüfen, bevor du aufnimmst

Kursidee finden: Wo Fachwissen auf Nachfrage trifft
Gute Kursideen entstehen dort, wo echtes Fachwissen auf eine konkrete Nachfrage trifft. Frage dich, wobei dich Kollegen, Freunde oder Kunden regelmäßig um Rat bitten. Wer sein Thema eng eingrenzt, verkauft meist besser als jemand, der alles für alle anbietet. Ein Onlinekurs für Fotografie wird schwer, ein Onlinekurs für Produktfotos im eigenen Onlineshop hat eine klare Zielgruppe. Wie du so eine Marktlücke aufspürst, erklärt der Beitrag Nische finden. Wichtig ist, dass du das Thema auch erklären kannst und dass Menschen bereit sind, dafür zu zahlen.
Ideen für Onlinekurse: Diese Themenfelder funktionieren
Wer einen Onlinekurs verkaufen will, fragt sich zuerst, welche Themen Käufer wirklich bezahlen. Am besten laufen Angebote, die ein klares Problem lösen oder einen Weg zu einem Ergebnis zeigen. Beliebt sind berufliche Weiterbildung und Digitalkenntnisse, etwa Tabellenkalkulation, Buchhaltung für Selbstständige oder Online-Marketing. Dazu kommen Sprachen, Gesundheit und Sport, Ernährung, Musik, Malen und Fotografie sowie Kurse für Eltern, Haustiere oder Reisen. Wer Fachwissen aus dem Beruf mitbringt, hat meist den leichtesten Einstieg, weil er die Fragen aus der Praxis kennt. Prüfe bei jeder Idee, ob es bereits Angebote gibt. Wettbewerb zeigt, dass Nachfrage besteht, und mit einem engeren Blickwinkel oder einer anderen Zielgruppe findest du trotzdem deinen Platz.
Zielgruppe und ihr Problem genau beschreiben
Ein Onlinekurs löst im besten Fall ein Problem deiner Zielgruppe. Schreibe auf, wer genau kaufen soll, welches Ergebnis diese Person erreichen will und woran sie bisher scheitert. Hilfreich sind kurze Gespräche mit fünf bis zehn Personen aus der Zielgruppe, ein Blick in Foren, Kommentare und Fragen in sozialen Netzwerken sowie die Suchbegriffe, die dazu eingegeben werden. Wie du diese Daten sammelst und auswertest, zeigt der Leitfaden zur Marktforschung für Gründer. Je genauer das Bild, desto leichter werden Titel, Inhalte und Verkaufstext.
Vorverkauf und Warteliste als Test
Der sicherste Test ist der Verkauf, bevor der Onlinekurs fertig ist. Du beschreibst das Ergebnis, den Aufbau und den Preis auf einer einfachen Seite und sammelst Interessenten in einer Warteliste. Zahlt jemand schon im Vorverkauf, ist die Nachfrage belegt. Meldet sich niemand, sparst du dir Monate Arbeit und kannst Thema oder Versprechen ändern. Die Vorverkaufsseite braucht dafür nur das versprochene Ergebnis, einen Überblick über die Module, den Preis und einen Termin für den Start. Ein kurzes Video von dir erhöht das Vertrauen, und ein klarer Hinweis auf die begrenzte Zahl der Plätze schafft Verbindlichkeit. Ein Vorgehen dafür beschreibt der Ratgeber zum Validieren einer Geschäftsidee. Auch ein kleiner Probelauf mit einer Gruppe von fünf bis zehn Teilnehmern zeigt dir, was funktioniert und was fehlt.
Kursformat wählen: Video, Text, Live oder Gruppe
Menschen lernen unterschiedlich. Manche schauen am liebsten Videos, andere lesen Texte oder arbeiten mit Aufgaben und Vorlagen. Das Format hängt von Thema und Zielgruppe ab. Reine Videokurse sind schnell zu produzieren und gut skalierbar. Live-Termine und Gruppen schaffen mehr Nähe und erlauben höhere Preise, brauchen aber feste Zeiten. Viele Anbieter kombinieren beides: Videos zum Selbstlernen und einzelne Fragerunden. Achte dabei auf das Fernunterrichtsrecht, denn mit Lernkontrolle und Betreuung kann sich die rechtliche Lage ändern. Mehr dazu findest du im Abschnitt zu den rechtlichen Fragen.
Community und Betreuung als Zusatz
Eine Community, etwa eine Gruppe oder ein Forum im Mitgliederbereich, gibt Teilnehmern die Möglichkeit, sich auszutauschen und Fragen zu stellen. Das steigert die Abschlussquote, weil Menschen eher dranbleiben, wenn sie nicht allein lernen. Gleichzeitig kostet Betreuung Zeit und rechtfertigt einen höheren Preis. Starte klein, zum Beispiel mit einer festen Fragerunde pro Monat, und baue aus, wenn die Nachfrage da ist. Denk daran, dass regelmäßige Rückmeldungen zum Lernstand rechtlich eine Rolle spielen können.
Onlinekurs erstellen: Aufbau, Inhalte und Kosten

Kursstruktur planen
Beginne am Ende: Welches Ergebnis soll ein Teilnehmer nach dem Onlinekurs erreicht haben? Daraus leitest du Module ab, und jedes Modul bekommt einige kurze Lektionen. Eine Lektion behandelt genau eine Sache und lässt sich in fünf bis fünfzehn Minuten verstehen. Am Ende jedes Moduls steht eine kleine Aufgabe, damit das Gelernte hängen bleibt. Kompakte, gut gegliederte Inhalte funktionieren in der Regel besser als lange Videostunden ohne roten Faden.
Inhalte aufnehmen: Mit einfachen Mitteln starten
Du brauchst am Anfang kein Studio. Inhalte lassen sich mit Loom oder OBS aufnehmen, Folien mit Google Slides erstellen, und ein gutes Mikrofon verbessert die Qualität stärker als eine teure Kamera. Wichtiger als perfekte Produktion ist eine klare, verständliche Vermittlung. Ergänze Videos um Arbeitsblätter, Checklisten und Vorlagen, denn sie machen den Onlinekurs greifbarer und lassen sich leicht aktualisieren.
Was die Erstellung kostet
Die Erstellung eines Onlinekurses kann nahezu kostenlos sein oder mehrere tausend Euro kosten. Mit kostenlosen Tools für Aufnahme und Folien entstehen keine Ausgaben, bis der erste Umsatz fließt. Teurer wird es mit professioneller Videoproduktion, Design, Lektorat und einer Plattform mit Monatsgebühr. Der größte Aufwand ist in der Regel kein finanzieller, sondern ein zeitlicher. Plane für einen ersten Onlinekurs mehrere Wochen ein, je nach Umfang auch länger.
Wie lange dauert die Erstellung?
Das hängt von Umfang und Vorbereitung ab. Als grobe Faustregel entsteht ein kleiner Mini-Kurs mit einer Handvoll Lektionen in ein bis zwei Wochen, ein Standardkurs mit mehreren Modulen braucht neben dem Beruf eher zwei bis drei Monate. Am meisten Zeit kosten Konzept, Skripte, Aufnahmen und Schnitt. Deshalb lohnt es sich, Lektionen kurz zu halten und Vorlagen mehrfach zu nutzen. Plane Puffer für Überarbeitungen und für das Feedback aus dem Probelauf ein.
KI als Hilfe bei Gliederung und Texten
Mit KI-Werkzeugen entwirfst du schneller eine Gliederung, Skripte, Quizfragen oder den ersten Entwurf einer Verkaufsseite. Das Ergebnis brauchst du trotzdem selbst zu prüfen und mit deinen eigenen Erfahrungen zu füllen, sonst klingen alle Onlinekurse gleich. Wie solche Werkzeuge im Geschäft einzusetzen sind, beschreibt der Beitrag mit KI Geld verdienen. Für den Kern, deine Erfahrung und deinen Blick auf das Thema, bleibt der Mensch der Maßstab.
Preis festlegen: Was darfst du für deinen Onlinekurs verlangen?
Typische Preispunkte im deutschsprachigen Markt
Eine feste Preisliste gibt es nicht. Der Preis hängt vom Ergebnis ab, das ein Käufer erreicht, von der Betreuung und von der Zielgruppe. Die folgende Übersicht dient nur zur Orientierung und besteht aus Beispielwerten, nicht aus einer Marktstatistik.
| Kursart | Inhalt | Preisbereich als Beispiel |
|---|---|---|
| Mini-Kurs | Ein enges Thema, wenige Lektionen, ohne Betreuung | unter 100 Euro |
| Standardkurs | Mehrere Module, Vorlagen, Aufgaben, Zugang zur Community | 100 bis 500 Euro |
| Premiumkurs | Kurs plus Fragerunden, Feedback oder Gruppe | ab 500 Euro |
| Firmenlizenz | Zugang für mehrere Mitarbeitende eines Unternehmens | nach Teilnehmerzahl |
Wie du aus Kosten, Zeit und Ziel einen belastbaren Preis ableitest, erklärt der Beitrag Preis kalkulieren als Selbstständiger.
Einmalzahlung, Ratenzahlung, Abo und Mitgliedschaft
Die Einmalzahlung ist der Klassiker und bringt dir das Geld sofort. Mit Ratenzahlung sinkt die Hemmschwelle bei teuren Onlinekursen, und der Gesamtbetrag fällt meist etwas höher aus. Ein Beispiel: 497 Euro einmalig oder drei Raten zu je 179 Euro. Ein Abo oder eine Mitgliedschaft passt, wenn du laufend neue Inhalte, Live-Termine oder Betreuung bietest. Das sorgt für wiederkehrende Umsätze, verlangt aber mehr Pflege und senkt die Kündigungsquote nur, wenn der Nutzen jeden Monat spürbar bleibt.
Warum höhere Preise oft besser verkaufen
Ein niedriger Preis zieht Käufer an, die selten durchhalten und häufiger zurückfordern. Ein höherer Preis signalisiert Wert und bringt Teilnehmer, die den Onlinekurs ernst nehmen. Er erlaubt außerdem mehr Werbebudget, mehr Betreuung und bessere Inhalte. Voraussetzung ist ein klares Versprechen: Der Käufer muss verstehen, welches Ergebnis er bekommt und warum er es bei dir erreicht.
Preise testen und anpassen
Du musst den perfekten Preis nicht beim ersten Mal treffen. Teste im Vorverkauf zwei Varianten, vergleiche Kaufquoten und beobachte, wie viele Teilnehmer den Onlinekurs abschließen. Passe den Preis an, sobald du Erfahrungswerte hast, und halte Bestandskunden im Blick, damit Preiserhöhungen fair bleiben.
Rabatte, Boni und Garantie
Rabatte wirken am besten, wenn sie begründet und begrenzt sind: ein Frühbucherpreis im Vorverkauf, ein Startangebot in der Launch-Woche oder ein Bonus für die ersten zwanzig Käufer. Dauerrabatte entwerten dein Angebot und bringen Interessenten dazu, auf Aktionen zu warten. Ein Bonus, etwa eine Vorlagensammlung oder ein Live-Termin, steigert den Wert, ohne den Preis zu senken. Eine Geld-zurück-Garantie senkt das Risiko für Käufer und führt bei ehrlichen Kursen selten zu vielen Rückforderungen.
Wo kannst du deinen Onlinekurs verkaufen? Plattformen im Überblick
Es gibt inzwischen sehr viele Kursplattformen, und sie unterscheiden sich stärker, als es auf den ersten Blick wirkt. Manche liefern nur die Technik, andere übernehmen Zahlung und Rechnung, wieder andere bringen eigene Käufer mit. Bevor du Anbieter vergleichst, solltest du wissen, welche Art du überhaupt suchst.
Was ist eine Kursplattform?
Eine Kursplattform ist ein Onlinedienst, der dir als Anbieter die Technik für deinen Onlinekurs abnimmt. Je nach Lösung bekommst du einen Mitgliederbereich mit Login, das Hosting für Videos und Dokumente, eine Verkaufsseite, die Zahlungsabwicklung samt Rechnung und Werkzeuge für E-Mails und Teilnehmerverwaltung. Du lädst deine Inhalte hoch, legst Module und Lektionen an und schaltest den Zugang nach dem Kauf automatisch frei. Der Umfang unterscheidet sich stark: Manche Anbieter liefern nur den Kursbereich, andere eine Komplettlösung für das ganze Geschäft.
Die vier Arten von Plattformen
| Art | Beispiele | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| All-in-One mit eigener Reichweite (Marktplatz) | Udemy | Käufer sind schon da, kaum Technik | Wenig Kontrolle über Preis und Kundendaten, Provision |
| All-in-One ohne eigene Reichweite | Ablefy (früher Elopage), Coachy, Memberspot, Thinkific, Teachable, Kajabi | Kurs, Mitgliederbereich, Zahlung und Rechnung in einem | Du musst alle Käufer selbst bringen, Monatsgebühr oder Provision |
| Technik ohne eigenes Zahlungstool | Coachy, Memberspot mit Digistore24 oder CopeCart | Flexibel, oft günstig | Zwei Systeme müssen zusammenspielen |
| Eigene Website mit WordPress | LearnDash, Thrive Apprentice | Volle Kontrolle, keine Provision | Du kümmerst dich um Technik, Updates und Datenschutz |
Marktplatz oder eigene Plattform
Ein Marktplatz wie Udemy bringt eigene Besucher und erleichtert den Einstieg. Dafür bestimmt der Anbieter Rahmen, Rabatte und oft auch die Provision, und die E-Mail-Adressen deiner Käufer gehören dir nicht. Mit einer eigenen Plattform behältst du die Kundenbeziehung und kannst Preis, Aufbau und Marke selbst gestalten. Der Preis dafür ist mehr Eigenarbeit beim Marketing. Marktplätze eignen sich für einzelne Onlinekurse zum Testen. Für ein dauerhaftes Angebot mit Stammkunden passt in der Regel eine eigene Plattform besser.
Beliebte Anbieter im Kurzprofil
- Ablefy (früher Elopage): Seit 2015 am Markt und im deutschsprachigen Raum sehr bekannt. Kursplattform, Zahlung und Rechnung kommen aus einer Hand. Es gibt zwei Modelle: Im einen verkauft die Plattform als Händler, im anderen bist du selbst Verkäufer.
- Digistore24: Keine klassische Kursplattform. Das Unternehmen übernimmt in erster Linie die Bestell- und Zahlungsabwicklung für digitale Produkte und bringt über das Affiliate-Netzwerk zusätzliche Verkäufer.
- CopeCart: Eine Alternative zu Digistore24 aus Berlin mit Zahlungsabwicklung und Affiliate-Funktion.
- Coachy: Eine Kursplattform, mit der sich ein Onlinekurs schnell aufbauen lässt. Die Zahlungsabwicklung übernimmt sie nicht selbst, sie lässt sich aber zum Beispiel mit Digistore24 verknüpfen.
- Memberspot: Eine Kursplattform für Onlinekurse und Mitgliederbereiche.
- Thinkific, Teachable, Kajabi: Internationale All-in-One-Anbieter mit großem Funktionsumfang, teils englischsprachiger Oberfläche.
- Udemy: Marktplatz mit großer Reichweite. Die Anmeldung als Dozent ist kostenlos, bei Verkäufen fällt eine Provision an.
- Spreadmind: Eine individuell betreute Plattform mit Zahlungsabwicklung, Mitgliederbereich und Support, die eher für Akademien und Unternehmen passt und im Preis höher liegt.
Worauf du bei der Auswahl achtest
- Bedienung: Du solltest ohne Programmierkenntnisse Lektionen anlegen und ändern können.
- Funktionen: Videohosting, Quiz, Zertifikate, Community, Drip-Inhalte, je nachdem, was dein Onlinekurs braucht.
- Integrationen: Anbindung an E-Mail-Programm, Buchhaltung, Webinar-Software und Zahlungsanbieter.
- Kundenverwaltung: Teilnehmerlisten, Fortschritt, Support-Funktionen und Export der Daten.
- Reichweite oder Eigenständigkeit: Brauchst du einen Marktplatz mit Käufern oder reicht dir deine eigene Liste?
- Preismodell: Monatsgebühr, Provision pro Verkauf oder beides, dazu Einrichtungskosten.
Viele Anbieter bieten eine kostenlose Testphase. Nutze sie und lege einen kleinen Probekurs an, bevor du dich festlegst.
Kosten richtig rechnen: Monatsgebühr oder Provision
Der Monatspreis auf der Preisseite verrät nur die halbe Wahrheit. Wichtig ist, was bei einem Verkauf tatsächlich abgeht: Provision der Plattform, Gebühr des Zahlungsanbieters, gegebenenfalls Umsatzsteuer und Kosten für Zusatzfunktionen. Bei einem Onlinekurs für 497 Euro kann eine Provision von mehreren Prozent einen spürbaren Betrag ausmachen. Rechne deshalb mit deinem erwarteten Umsatz im ersten Jahr und vergleiche die Gesamtkosten, nicht den Monatspreis. Preise ändern sich häufig, prüfe sie vor der Entscheidung auf den offiziellen Seiten der Anbieter.
Und wenn du später die Plattform wechseln willst?
Bei der Auswahl denkt kaum jemand an den Wechsel, dabei kommt er häufiger vor als gedacht. Preise steigen, Funktionen fehlen, oder der Onlinekurs wächst über die erste Lösung hinaus. Prüfe deshalb vorab, ob du Videos, Texte und Teilnehmerdaten exportieren kannst und ob die Zahlungsverträge ohne lange Bindung laufen. Wer seinen Onlinekurs verkaufen will und eine eigene E-Mail-Liste hat, kann Käufer leichter mitnehmen als jemand, der nur auf einem Marktplatz sichtbar ist. Sichere außerdem Zugangsdaten und Rechnungsarchive, damit Altkunden nach dem Umzug weiter Zugriff haben.
Wann du ohne große Plattform startest
Für einen ersten Onlinekurs reichen oft kostenlose oder sehr günstige Mittel: Videos auf einer geschützten Seite, ein Zahlungslink und eine E-Mail mit dem Zugang. So testest du die Nachfrage, ohne Monatsgebühren zu zahlen. Sobald die ersten Käufer da sind und der Onlinekurs wächst, lohnt sich der Umstieg auf eine feste Lösung. Wer lieber eine eigene Seite aufbaut, findet im Beitrag zur Website für das Unternehmen die wichtigsten Schritte.
Zahlungsabwicklung und Technik
Zahlungsarten: Karte, PayPal, SEPA und Rechnung
Eine saubere Zahlungsabwicklung gehört zu den wichtigsten Bausteinen. Käufer erwarten Kreditkarte, PayPal und SEPA-Lastschrift, manche zahlen lieber auf Rechnung. Bei Ratenzahlung und Abos sollte das System fehlgeschlagene Zahlungen in festen Abständen erneut versuchen. Anbieter wie Stripe oder PayPal verlangen nur Zahlungsgebühren, Plattformen mit Zahlungsabwicklung nehmen zusätzlich eine Provision. Für die Wahl zählt, was du an Aufwand sparst und welche Länder du bedienen willst. Achte außerdem auf Schutz vor Betrug und Rückbuchungen, damit gestohlene Karten oder unberechtigte Rückforderungen nicht an dir hängen bleiben.
Mitgliederbereich, Zugriff und Videohosting
Käufer sollen nach dem Kauf sofort und ohne Umweg auf die Inhalte zugreifen können. Dafür brauchst du einen Mitgliederbereich mit Login, der automatisch freigeschaltet wird, und eine Zugriffskontrolle, die verhindert, dass Zugangsdaten weitergegeben werden. Videos erzeugen große Datenmengen. Plattformen übernehmen das Hosting, bei einer eigenen Website brauchst du einen Videodienst, damit die Wiedergabe stabil bleibt und du nicht jedes Video einzeln verschicken musst.
Rechnungen, Mahnwesen und Abos
Bei jedem Verkauf entsteht eine Rechnung mit Umsatzsteuer, bei Abos jeden Monat neu. Je weniger davon manuell läuft, desto besser funktioniert der Betrieb. Gute Systeme erstellen Rechnungen automatisch, erinnern säumige Zahler und sperren den Zugang bei offenen Forderungen. Ein eigenes Geschäftskonto erleichtert die Buchhaltung und die Steuererklärung, deshalb solltest du Geschäftliches und Privates strikt trennen.
Rechtliches: Gewerbe, Steuern, Widerruf und Fernunterricht
Die Rechtsfragen werden oft zuletzt bedacht und dann teuer. Die folgenden Punkte sind eine Orientierung und ersetzen keine Beratung durch eine Steuerberatung oder Anwaltskanzlei.
Gewerbe oder freiberuflich?
Wer regelmäßig Onlinekurse verkauft und damit Gewinn erzielen will, übt in der Regel ein Gewerbe aus und meldet es beim Gewerbeamt an. Die Gebühr liegt je nach Kommune zwischen 15 und 65 Euro. Ob deine Tätigkeit als freiberuflich gilt, hängt von der Art ab, etwa bei lehrender oder beratender Arbeit. Das entscheidet im Einzelfall das Finanzamt. Wer neben dem Job startet, findet die Grundlagen im Ratgeber zum nebenberuflichen Selbstständigmachen. Gewerbetreibende zahlen zusätzlich Gewerbesteuer ab einem Freibetrag, Freiberufler nicht.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
Bei Umsatz im Vorjahr bis 25.000 Euro und im laufenden Jahr bis 100.000 Euro kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen und stellst dann keine Umsatzsteuer aus. Beim Verkauf an Privatpersonen im EU-Ausland gilt eine eigene Regel: Liegt der Umsatz mit digitalen Leistungen an Verbraucher in anderen EU-Ländern zusammen über 10.000 Euro netto im Jahr, ist die Umsatzsteuer des Empfängerlandes zu berechnen. Das Verfahren dafür heißt One-Stop-Shop, kurz OSS, und läuft über das Bundeszentralamt für Steuern. Die deutsche Kleinunternehmerregelung gilt nur im Inland. Wer unter 100.000 Euro netto bleibt, kann sich als EU-Kleinunternehmer registrieren lassen. Eine Steuerberatung hilft dir, das passende Modell zu wählen. Gewinne aus dem Verkauf versteuerst du außerdem in deiner Einkommensteuererklärung.
Wichtig ist auch, wer bei deiner Plattform Verkäufer ist. Tritt die Plattform als Händler auf, stellt sie dem Käufer die Rechnung und führt die Steuer ab. Verkaufst du selbst, bist du für Rechnung und Umsatzsteuer verantwortlich. Kläre das vor dem ersten Verkauf.
Widerrufsrecht bei digitalen Inhalten
Verbraucher haben bei Käufen im Internet grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Bei digitalen Inhalten und Diensten kann es vorzeitig erlöschen, wenn der Käufer vor dem Start ausdrücklich zustimmt, dass du sofort mit der Leistung beginnst, und bestätigt, dass er damit sein Widerrufsrecht verliert. Dazu brauchst du eine eigene Checkbox im Bestellablauf und eine Bestätigung auf einem dauerhaften Datenträger, zum Beispiel per E-Mail. Fehlt die saubere Zustimmung, bleibt das Recht bestehen. Eine genaue Darstellung der Voraussetzungen bietet die Übersicht der IT-Recht Kanzlei.
Fernunterrichtsschutzgesetz und Zulassung durch die ZFU
Das Fernunterrichtsschutzgesetz, kurz FernUSG, hat in den letzten Jahren für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Der Bundesgerichtshof hat am 12. Juni 2025 entschieden (Aktenzeichen III ZR 109/24), dass viele Online-Coachings und Mentoring-Angebote darunter fallen können. Zwei Punkte zählen: Wissen wird gegen Entgelt überwiegend ortsunabhängig vermittelt, und der Lernerfolg wird überwacht oder regelmäßig bewertet. Dann ist eine Zulassung bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht nötig. Ohne sie sind die Verträge nichtig, und Käufer können bezahlte Beträge zurückfordern. Das gilt laut IHK auch für Unternehmer als Kunden.
Praktisch heißt das: Ein reiner Videokurs ohne Lernkontrolle erfüllt eine der Voraussetzungen nicht. Bietest du Tests, Hausaufgaben mit Feedback oder regelmäßige Lernstandsabfragen an, solltest du dein Angebot prüfen lassen. Die IHK Chemnitz empfiehlt, ohne Zulassung auf verpflichtende Tests zu verzichten und hybride Abläufe zu dokumentieren.
AGB, Impressum und Datenschutz
Für deinen Onlinekurs brauchst du ein Impressum, eine Datenschutzerklärung nach DSGVO, Allgemeine Geschäftsbedingungen und eine Widerrufsbelehrung. Prüfe außerdem, ob deine Plattform DSGVO-konform arbeitet und mit einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung geliefert wird. Rechtstexte kannst du bei spezialisierten Kanzleien oder über Generatoren beziehen. Wenn du Ratenzahlung anbietest, gehören auch die Zahlungsbedingungen hinein.
Verkaufsseite und Kaufprozess
Landingpage: Aufbau, der verkauft
Die Verkaufsseite ist die wichtigste Fläche für deinen Onlinekurs. Sie beantwortet in dieser Reihenfolge: Für wen ist der Onlinekurs? Welches Ergebnis bekommt der Käufer? Was steckt drin? Wer bist du? Was kostet er? Wie läuft der Kauf? Eine klare Überschrift mit dem Ergebnis, ein kurzes Video oder Bilder, eine Liste der Module, dein Werdegang und ein sichtbarer Kaufbutton gehören dazu. Halte den Text einfach und lass Fachwörter weg, die deine Zielgruppe nicht nutzt.
Verkaufstext: So schreibst du ihn
Schreibe so, wie deine Zielgruppe spricht. Beginne mit dem Problem und dem Ergebnis, nicht mit deiner Biografie. Beschreibe, was sich nach dem Onlinekurs ändert, mit konkreten Beispielen statt großen Worten. Wer Onlinekurse verkaufen will, sollte auch Einwände offen ansprechen, etwa fehlende Zeit, Zweifel am Nutzen oder Sorge vor Technik, und zeigen, wie der Onlinekurs damit umgeht. Ein klarer Aufruf zum Handeln mit Preis, Frist und Garantie schließt den Text ab.
Testimonials, Garantie und FAQ auf der Seite
Menschen kaufen, wenn sie dem Anbieter vertrauen. Testimonials zufriedener Teilnehmer, Beispiele konkreter Ergebnisse und eine Geld-zurück-Garantie senken die Unsicherheit. Eine kurze FAQ beantwortet Fragen zu Zugang, Dauer, Zahlung und Support, bevor sie gestellt werden. Wichtig ist, dass alle Aussagen belegbar bleiben und keine Heilsversprechen enthalten.
Checkout so einfach wie möglich
Jeder zusätzliche Schritt kostet Käufer. Der Bestellablauf sollte mit wenigen Feldern auskommen, die gängigen Zahlungsarten anbieten und mobil gut funktionieren. Achte auf kurze Ladezeiten der Seite, denn langsame Seiten verlieren Besucher. Vergiss die Checkbox für das vorzeitige Erlöschen des Widerrufsrechts nicht, sie gehört in den Bestellablauf.
Marketing: So findest du Käufer für deinen Onlinekurs
Ein guter Onlinekurs verkauft sich nicht von allein. Wer Onlinekurse verkaufen will, braucht von Anfang an einen Plan, wie Interessenten von deinem Angebot erfahren. Einen Überblick über Kanäle für kleine Unternehmen gibt der Beitrag kleines Unternehmen online vermarkten. Hier geht es um die Wege, die bei Onlinekursen am besten funktionieren.
E-Mail-Liste und Lead-Magnet
Deine E-Mail-Liste ist dein wichtigstes Gut, denn sie gehört dir und hängt nicht vom Algorithmus eines Netzwerks ab. Fünfhundert Leute, die deine Mails lesen, bringen mehr Käufer als fünfzigtausend Follower, die nie reagieren. Um die Liste aufzubauen, bietest du einen Lead-Magneten an, also ein kostenloses Angebot zum Thema, etwa eine Checkliste, eine Vorlage, ein Mini-Video oder eine kurze Challenge. Im Gegenzug tragen sich Interessenten mit ihrer Adresse ein. Danach folgt eine kurze Mailreihe, die Vertrauen aufbaut und auf den Onlinekurs hinführt. Achte auf eine saubere Einwilligung nach DSGVO. Im Launch sind mehr Mails üblich als im Alltag, oft eine pro Tag in der heißen Phase, solange jede einen eigenen Nutzen hat. Wichtige Kennzahlen sind Öffnungsrate, Klickrate, Abmeldequote und die Kaufquote pro Mail.
SEO und Blog-Content
Suchmaschinen bringen Besucher, die schon ein Problem haben und nach einer Lösung suchen. Das macht sie zu guten Käufern. Schreibe Beiträge zu den Fragen deiner Zielgruppe, nutze die Suchbegriffe, die diese Menschen eingeben, und verlinke zum Onlinekurs. SEO braucht Geduld, die ersten Ergebnisse kommen oft erst nach Monaten, dafür bleiben sie dauerhaft. Auch eine schnelle, mobil gut lesbare Seite und aussagekräftige Bildbeschreibungen helfen beim Ranking.
Social Media und YouTube
Kurze Videos auf TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts bringen schnell Reichweite, besonders bei Einsteigern mit kleinem Budget. Längere Videos auf YouTube bauen Vertrauen auf und ranken in der Suche. LinkedIn eignet sich für Onlinekurse mit beruflichem Bezug. Wähle ein bis zwei Kanäle und bleibe dort regelmäßig präsent, statt überall ein bisschen zu sein. Zeige Ergebnisse, Fragen aus deiner Zielgruppe und Einblicke in den Onlinekurs, ohne ständig zu verkaufen.
Paid Ads und Retargeting
Bezahlte Werbung beschleunigt, was schon funktioniert. Starte erst damit, wenn du weißt, dass dein Angebot verkauft und der Gewinn pro Käufer die Kosten der Kundengewinnung deckt. Dann kannst du Anzeigen auf Meta, Google oder YouTube testen und das Budget schrittweise erhöhen. Mit Retargeting sprichst du Besucher an, die deine Verkaufsseite gesehen, aber nicht gekauft haben. Viele Interessenten kaufen nicht beim ersten Kontakt, sondern erst nach mehreren Berührungen.
Funnel: Vom Lead-Magneten zum Hauptkurs
Ein Funnel beschreibt den Weg eines Interessenten vom ersten Kontakt bis zum Kauf. Der einfachste Aufbau besteht aus Lead-Magnet, Mailreihe und Angebot. Eine Erweiterung ist die Produktleiter: Ein günstiges Einstiegsangebot finanziert die Werbung, der Hauptkurs bringt den größeren Umsatz, und eine Mitgliedschaft oder Betreuung sorgt für wiederkehrende Einnahmen. Umgekehrt kannst du mit dem teuersten Angebot beginnen und bei Absagen günstigere Varianten anbieten. Wichtig ist, dass jede Stufe für sich einen klaren Nutzen hat und niemand zum Weiterkaufen gedrängt wird.
Webinare als Verkaufskanal
Webinare sind auch heute noch ein starker Weg. Der Teilnehmer erlebt dich live, stellt Fragen und bekommt einen Vorgeschmack auf den Onlinekurs. Ein Webinar ist kein Verkaufsgespräch, sondern eine Lehreinheit mit einem klaren Aha-Moment, an die ein Angebot anschließt. Baue es in drei Teilen auf: ein konkretes Problem, ein Lösungsweg mit praktischem Beispiel und am Ende das Angebot mit Frist. Wer Teilnehmer bei einem kostenlosen Webinar überzeugt, hat oft schon einen großen Teil der Arbeit erledigt.
Probelektion, Challenge und Mini-Kurs als Einstieg
Wer deinen Onlinekurs nicht kennt, kauft selten sofort. Eine kostenlose Probelektion zeigt Stil und Qualität, eine kurze Challenge über fünf Tage bringt Teilnehmer ins Handeln und baut Vertrauen auf, und ein günstiger Mini-Kurs wird zum ersten Kauf, der den Weg zum Hauptkurs öffnet. Auch ein kurzes Erklärvideo auf der Verkaufsseite, ein Blick hinter die Kulissen und eine Vorschau per E-Mail erleichtern die Entscheidung. Mit A/B-Tests für Überschriften, Preise oder Bilder findest du heraus, was besser wirkt.
Als Experte sichtbar werden
Käufer vertrauen Menschen, die ihr Thema erkennbar beherrschen. Teile Wissen in Beiträgen, Videos und Podcasts, antworte in Fachgruppen auf Fragen und sammle Referenzen zufriedener Teilnehmer. Ein Netzwerk aus Kollegen, Verbänden und anderen Anbietern bringt Empfehlungen, die Anzeigen nicht ersetzen. Kennt dich niemand, fehlt dem Angebot das Vertrauen, das Käufer vor dem Kauf suchen. Sichtbarkeit beginnt deshalb lange vor dem Launch.
Affiliate-Partner und Empfehlungen
Andere Anbieter, die dieselbe Zielgruppe haben, aber kein Konkurrenzprodukt, empfehlen deinen Onlinekurs gegen Provision weiter. Plattformen wie Digistore24 oder CopeCart bringen solche Partner mit. Daneben wirken persönliche Empfehlungen zufriedener Teilnehmer: Bitte sie um ein Testimonial und um eine Weiterempfehlung im Freundeskreis. Auch Gastartikel auf Blogs und Auftritte in Podcasts zeigen dein Fachwissen vor fremdem Publikum. Wie du die ersten zahlenden Leute gewinnst, beschreibt der Beitrag erste Kunden gewinnen.
Launch und Evergreen: Wann und wie du verkaufst
Live Launch mit Open und Close Cart
Beim Live Launch öffnest du den Verkauf für einen festen Zeitraum, meist ein bis zwei Wochen, und schließt ihn danach wieder. Die Frist erzeugt Handlungsdruck, und die meisten Verkäufe passieren in den ersten und in den letzten Stunden. Davor läuft eine Mailreihe, vielleicht ein Webinar oder eine Challenge. Dieser Weg ist für Einsteiger der Klassiker, weil du in kurzer Zeit viele Rückmeldungen bekommst.
Beta-Launch für den ersten Durchgang
Beim Beta-Launch verkaufst du den Onlinekurs zu einem günstigeren Preis an eine kleine Gruppe, bevor er fertig ist, und bekommst dafür ehrliches Feedback. Die Teilnehmer helfen dir, Lücken zu finden und liefern erste Testimonials. Danach überarbeitest du den Onlinekurs und verkaufst die Vollversion zum regulären Preis.
Evergreen-Funnel für laufende Verkäufe
Ein Evergreen-Funnel verkauft den Onlinekurs automatisch das ganze Jahr: Interessenten tragen sich ein, sehen ein aufgezeichnetes Webinar oder eine Mailserie und bekommen danach ein Angebot. Das spart Zeit, setzt aber voraus, dass Angebot, Verkaufsseite und Mails sich in Live-Launches bewährt haben. Starte deshalb nicht mit Evergreen, sondern mit einem Live Launch, und automatisiere erst, wenn die Zahlen stimmen.
Zeitplan für die Wochen vor und nach dem Start
- Drei bis sechs Monate vorher: Liste aufbauen, Lead-Magnet veröffentlichen, Thema in Beiträgen und Videos platzieren.
- Ein bis drei Monate vorher: Warteliste öffnen, Testimonials aus dem Probelauf einholen, Verkaufsseite und Checkout testen.
- Launch-Woche: Mails, Webinar und Social-Media-Beiträge nach Plan, Fragen schnell beantworten, am letzten Tag erinnern.
- Danach: Käufer begrüßen, Feedback sammeln, Zahlen auswerten, nächsten Durchgang planen.
Kennzahlen im Blick: Was du nach dem Launch misst
Nach jedem Durchgang lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Zahlen. Wichtig sind die Kaufquote, also wie viele Besucher der Verkaufsseite gekauft haben, die Kosten pro Käufer, die Öffnungs- und Klickraten deiner Mails, die Abschlussquote im Kurs und die Zahl der Rückerstattungen. Aus diesen Werten erkennst du, ob das Problem bei der Reichweite, bei der Verkaufsseite oder beim Kurs selbst liegt. Wer Onlinekurse verkaufen möchte und seine Zahlen kennt, verbessert jeden weiteren Launch gezielt, statt zu raten. Notiere die Werte für jeden Durchgang, damit du Vergleiche ziehen kannst.
Nach dem Kauf: Support, Rückerstattung und Kundenbindung
Mit dem Verkauf beginnt die Betreuung. Teilnehmer haben Fragen zu Login, Zahlung, Rechnung und Inhalten, und schnelle Antworten senken die Zahl der Rückforderungen. Lege vorher fest, wer Fragen beantwortet, wie schnell und über welchen Kanal. Eine klare Rückerstattungsregel, zum Beispiel eine Garantie von 14 oder 30 Tagen, wirkt vertrauensbildend und reduziert Streit. Bitte nach Abschluss um Feedback und ein Testimonial, und biete zufriedenen Teilnehmern den nächsten Schritt an, etwa einen Aufbaukurs oder eine Mitgliedschaft. Auch Firmen können Kunden sein: Mit einer Firmenlizenz bekommen mehrere Mitarbeitende Zugang, und du verkaufst einmal an mehrere Personen.
Die häufigsten Fehler beim Verkauf von Onlinekursen
- Kein Test vor der Erstellung: Wer Monate in einen Onlinekurs steckt, ohne Nachfrage zu prüfen, verkauft am Ende nichts.
- Keine E-Mail-Liste: Ohne eigene Liste hängst du von Netzwerken und Anzeigen ab und startest jedes Mal bei null.
- Preis ohne Test: Zu niedrige Preise ziehen falsche Käufer an, zu hohe schrecken ohne Beleg ab. Vergleiche Varianten.
- Schwache Verkaufsseite: Ein unklares Versprechen und fehlende Belege kosten die meisten Käufe.
- Rechtliches vergessen: Fehlende Zustimmung zum Widerrufsverzicht, kein Impressum oder eine ungeprüfte Fernunterrichtslage können teuer werden.
- Alles auf einmal: Fünf Plattformen, drei Kanäle und zwei Onlinekurse gleichzeitig führen dazu, dass nichts richtig läuft. Starte mit einem Onlinekurs und einem Kanal.
Dein Fahrplan: In 8 Schritten zum ersten Verkauf
- Thema wählen: Fachwissen und Nachfrage zusammenbringen und eng eingrenzen.
- Zielgruppe prüfen: Gespräche führen, Fragen sammeln, Suchbegriffe auswerten.
- Vorverkauf testen: Einfache Seite, Warteliste, erste zahlende Käufer.
- Kurs bauen: Struktur planen, Module und Lektionen aufnehmen, Materialien ergänzen.
- Preis und Plattform festlegen: Kosten rechnen, Modell wählen, Probekurs anlegen.
- Rechtliches klären: Gewerbe, Umsatzsteuer, Widerruf, Fernunterricht, Rechtstexte.
- Verkaufsseite und Checkout bauen: Versprechen, Belege, Garantie, einfacher Kaufablauf.
- Launch durchführen: Liste, Webinar, Mails, Auswertung und zweiter Durchgang.
Fazit: Erst testen, dann bauen, dann verkaufen
Wer einen Onlinekurs verkaufen will, fährt am besten mit einem klaren Thema, einer Zielgruppe, die das Ergebnis wirklich braucht, und einer einfachen Technik. Teste die Nachfrage vor dem Aufbau, rechne die Plattformkosten ehrlich durch und kläre Steuer, Widerruf und Fernunterricht vor dem ersten Verkauf. Baue eine E-Mail-Liste auf und gehe mit einem Live Launch an den Markt. Läuft das Geschäft, kannst du es schrittweise ausbauen, wie der Beitrag zum Unternehmen skalieren zeigt.
Häufige Fragen zum Onlinekurs verkaufen
Wie kann man einen Onlinekurs verkaufen?
Du wählst ein enges Thema, prüfst die Nachfrage, baust den Onlinekurs und entscheidest dich für eine Plattform. Danach legst du den Preis fest, klärst Steuern und Rechtstexte, baust eine Verkaufsseite und gehst mit E-Mail-Liste, Webinar oder Social Media an den Markt.
Wo kann ich meinen Onlinekurs verkaufen?
Du kannst ihn auf einem Marktplatz wie Udemy, auf einer All-in-One-Plattform wie Ablefy, Coachy, Thinkific oder Kajabi oder auf einer eigenen Website mit WordPress verkaufen. Zahlungsabwickler wie Digistore24 oder CopeCart übernehmen Bestellung und Zahlung.
Welche Plattform ist die beste für einen Onlinekurs?
Eine Plattform, die für alle passt, gibt es nicht. Sie hängt davon ab, ob du Reichweite brauchst oder eine eigene Liste hast, welche Funktionen dein Onlinekurs verlangt und wie viel Technik du selbst übernehmen willst. Teste zwei bis drei Anbieter in der Probephase.
Wie viel kostet es, einen Onlinekurs zu erstellen?
Das reicht von nahezu null Euro mit kostenlosen Tools bis zu mehreren tausend Euro für Videoproduktion, Design und Lektorat. Dazu kommen Plattformgebühren. Der größte Aufwand ist meist die Zeit.
Wie viel kann man mit einem Onlinekurs verdienen?
Das hängt von Preis, Reichweite und Zielgruppe ab. Bei einer kleinen Liste sind zehn bis 25 Käufer im ersten Durchgang eine realistische Annahme. Mit jedem weiteren Durchgang und besserem Marketing steigt der Umsatz.
Muss ich ein Gewerbe anmelden, um Onlinekurse zu verkaufen?
In der Regel ja. Wer regelmäßig verkauft und Gewinn erzielen will, übt ein Gewerbe aus. Bei lehrender oder beratender Tätigkeit kann eine freiberufliche Einordnung möglich sein, das klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Gilt bei Onlinekursen das Widerrufsrecht?
Ja, Verbraucher haben grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht. Bei digitalen Angeboten kann es vorzeitig erlöschen, wenn der Käufer vorher ausdrücklich zustimmt, dass du sofort startest, und bestätigt, dass er damit sein Widerrufsrecht verliert.
Brauche ich eine Zulassung nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz?
Das kommt auf dein Angebot an. Wird Wissen gegen Entgelt überwiegend ortsunabhängig vermittelt und der Lernerfolg überwacht oder regelmäßig bewertet, kann eine Zulassung durch die ZFU nötig sein. Ein reiner Videokurs ohne Lernkontrolle erfüllt die Voraussetzungen meist nicht. Lass dein Angebot im Zweifel rechtlich prüfen.
Wie hoch sollte der Preis für einen Onlinekurs sein?
Er richtet sich nach dem Ergebnis, das ein Käufer erreicht, und nach der Betreuung. Mini-Kurse liegen oft unter 100 Euro, Standardkurse im mittleren Bereich, Kurse mit Betreuung darüber. Teste Preise im Vorverkauf und passe sie an.
Funktionieren Webinare noch, um Onlinekurse zu verkaufen?
Ja. Webinare binden Teilnehmer, geben einen Vorgeschmack und erlauben Fragen. Sie funktionieren am besten als Lehreinheit mit einem klaren Nutzen und einem Angebot am Ende, nicht als reines Verkaufsgespräch.
Kann ich einen Onlinekurs kostenlos erstellen?
Ja, mit kostenlosen Tools für Aufnahme, Folien und einer einfachen Zugangsseite. Kosten entstehen erst, wenn du eine Plattform mit Monatsgebühr nutzt oder Werbung schaltest.
Gibt es eine kostenlose Kursplattform?
Einige Anbieter haben eine kostenlose Testphase oder einen Einstiegstarif ohne Monatsgebühr, dafür fällt meist eine Provision pro Verkauf an. Für einen ersten Test reichen auch eine geschützte Seite und ein Zahlungslink.
Wie lange dauert es, einen Onlinekurs zu erstellen?
Als grobe Faustregel ein bis zwei Wochen für einen kleinen Mini-Kurs und zwei bis drei Monate für einen Kurs mit mehreren Modulen, wenn du neben dem Beruf arbeitest. Konzept, Skripte und Aufnahmen kosten die meiste Zeit.
Wie ist ein Onlinekurs aufgebaut?
Ein Onlinekurs besteht aus einem klaren Ziel, mehreren Modulen mit kurzen Lektionen, einer Aufgabe oder Quizfragen am Ende jedes Moduls und Begleitmaterial wie Vorlagen und Checklisten. Oft kommen eine Community oder eine Fragerunde dazu.
Wie groß muss meine E-Mail-Liste für einen Launch sein?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Schon 500 Leute, die deine Mails lesen, tragen einen ersten Launch, wenn Angebot und Zielgruppe passen. Bei einer Kaufquote von zwei bis fünf Prozent ergeben sich damit zehn bis 25 Käufer.
Kann ich einen Onlinekurs an Unternehmen verkaufen?
Ja. Firmen kaufen oft Lizenzen für mehrere Mitarbeitende. Dafür brauchst du ein Angebot mit klarem Nutzen für den Betrieb, eine Rechnung mit Umsatzsteuer und gegebenenfalls Gruppenzugänge und Zertifikate.









