Businessplan auf einer Seite: Aufbau, Vorlage und Beispiel

Ein Businessplan auf einer Seite passt auf ein einziges DIN-A4-Blatt und fasst zusammen, was du vorhast, für wen du es machst und womit du Geld verdienst. Viele nennen ihn One-Pager. Er ersetzt den langen Plan nicht, zeigt aber in zwei Minuten, ob eine Idee trägt.

Gründer nutzen ihn, um die eigene Idee zu schärfen, Partner zu gewinnen oder einen ersten Termin bei Investoren zu bekommen. Bei Banken und Förderstellen reicht ein einseitiger Plan allein in den meisten Fällen nicht aus.

In diesem Ratgeber siehst du, was in einen Businessplan auf einer Seite gehört, wie du ihn Schritt für Schritt schreibst und woran ein One-Pager scheitert. Dazu gibt es eine Mustervorlage zum Kopieren und ein ausgefülltes Beispiel.

Was ist ein Businessplan auf einer Seite?

Ein Businessplan auf einer Seite bringt die wichtigsten Punkte deines Vorhabens auf ein Blatt: Angebot, Zielgruppe, Geschäftsmodell, Wettbewerb, Team, Zahlen und das, was du als Nächstes brauchst. Anders als beim klassischen Plan geht es nicht um Vollständigkeit. Jede Zeile muss sich ihren Platz verdienen.

Was ist ein Businessplan auf einer Seite

Der One-Pager ist ein Kommunikationsdokument. Du schreibst ihn für eine bestimmte Person, zum Beispiel einen Geschäftspartner, einen Kunden oder einen Geldgeber, und er soll eine klare Entscheidung auslösen. Wer alles hineinpackt, was ihm wichtig erscheint, verliert den Leser nach dem ersten Absatz.

Gerade bei knapper Zeit hat der Businessplan auf einer Seite einen klaren Vorteil. Wer Pläne prüft, entscheidet oft nach wenigen Minuten, ob er weiterliest. Eine Seite mit klarer Aussage kommt in diesen Minuten an, ein Dokument mit 30 Seiten bleibt liegen. Für dich selbst gilt dasselbe: Wer ein Vorhaben nicht auf eine Seite bringt, hat es meist noch nicht zu Ende gedacht.

One-Pager und klassischer Businessplan im Vergleich

Der Unterschied liegt nicht nur im Umfang. Beide Dokumente haben einen anderen Zweck und einen anderen Leser.

Merkmal Businessplan auf einer Seite Klassischer Businessplan
Umfang 1 Seite meist 20 bis 40 Seiten
Zweck erster Überblick, Pitch, Ideentest Kredit, Förderung, Investoren, Planung
Leser Partner, Kunden, Geldgeber im ersten Kontakt Bank, Förderstelle, Investoren bei der Prüfung
Finanzteil wenige Kennzahlen Kapitalbedarf, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung
Zeitaufwand wenige Stunden mehrere Wochen

Businessplan auf einer Seite, Executive Summary und Lean Canvas: der Unterschied

Rund um das Thema tauchen mehrere Begriffe auf, die gern verwechselt werden. Die Tabelle zeigt, wofür welches Format gedacht ist.

Format Umfang Aufgabe
One-Pager 1 Seite steht für sich allein und enthält den Wunsch an den Leser
Executive Summary 1 bis 2 Seiten fasst einen längeren Plan zusammen und wird mit ihm gelesen
Lean Canvas 1 Seite Raster aus Feldern wie Problem, Lösung, Kennzahlen und Kostenstruktur
Business Model Canvas 1 Seite neun Bausteine, darunter Kundensegmente, Wertangebote und Einnahmequellen

Das Business Model Canvas ist keine Schreibarbeit, sondern ein Raster, in das du Stichworte setzt. Es ersetzt den Businessplan nicht, hilft dir aber, das Geschäftsmodell vorher klar zu bekommen. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Business Model Canvas. Erst danach lohnt es sich, den One-Pager zu formulieren.

Wann reicht ein einseitiger Businessplan und wann nicht?

Ein einseitiger Businessplan eignet sich für die frühe Phase. Er hilft dir, Gedanken zu ordnen, und er lässt sich gut weitergeben. Sobald jemand Geld freigeben soll, erwartet er mehr als eine Seite.

Wann reicht ein einseitiger Businessplan und wann nicht

Für Ideentest, Pitch und Nebenerwerb

Wenn du eine Idee prüfen willst, bevor du Zeit und Geld investierst, ist der One-Pager das richtige Werkzeug. Du merkst beim Schreiben schnell, wo Antworten fehlen: Wer zahlt, wie viel und warum bei dir? Auch für ein Gespräch auf einer Veranstaltung oder beim ersten Kontakt mit einem möglichen Partner ist ein Blatt Papier besser als ein dicker Ordner.

Beim Start im Nebenerwerb reicht oft genau diese eine Seite, weil das Risiko klein bleibt. Du solltest dann trotzdem Zielgruppe, Preise und eine realistische Umsatzrechnung festhalten. Wie du eine Idee vor dem Start überprüfst, zeigt der Ratgeber Geschäftsidee validieren.

Bank, Förderung und Gründungszuschuss: warum der volle Plan nötig bleibt

Banken wollen genaue Zahlen sehen, dazu Angaben zu Sicherheiten und eine Planung über mehrere Jahre. Das passt nicht auf ein Blatt. Ein einseitiger Businessplan kann den Einstieg erleichtern, den Kredit bekommst du damit in der Regel nicht.

Ähnlich ist es beim Gründungszuschuss. Die Agentur für Arbeit lässt das Vorhaben von einer fachkundigen Stelle prüfen, und dafür braucht es einen ausführlichen Plan mit Finanzteil. Auch Investoren fragen nach dem ersten Interesse meist nach Unterlagen, die tiefer gehen. Der One-Pager öffnet die Tür, der lange Plan muss danach folgen.

Was gehört in einen Businessplan auf einer Seite?

Ein guter One-Pager hat acht bis neun Blöcke. Jeder Block bekommt nur wenige Zeilen. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie sich am Weg des Lesers orientiert: erst die Idee, dann der Markt, dann das Geld.

Geschäftsidee und Angebot

Beschreibe in ein bis zwei Sätzen, was du anbietest. Verzichte auf Adjektive und Fachwörter. Der Leser soll nach dem ersten Satz wissen, womit du dein Geld verdienen willst und welchen Nutzen der Kunde hat.

Zielgruppe und Problem

Nenne die Gruppe von Kunden so genau wie möglich und füge eine Zahl hinzu, zum Beispiel die Anzahl möglicher Kunden in deiner Region. Dazu kommt das Problem, das du löst. Wer „alle“ als Zielgruppe angibt, wirkt unfertig.

Ein Beispiel: „Kleine Handwerksbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern im Umkreis von 50 Kilometern“ ist greifbar. „Unternehmen“ ist es nicht. Dazu gehört, grob zu schätzen, wie viele solche Kunden es gibt und wie viele du davon erreichen kannst. Eine klare Nische findest du, indem du Probleme sammelst, die bisher schlecht gelöst werden, mehr dazu steht im Beitrag Nische finden.

Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerb

Hier steht, warum Kunden zu dir kommen und nicht zu einem Mitbewerber. Das Alleinstellungsmerkmal (USP) muss konkret sein: schnellere Lieferung, ein besonderes Verfahren, ein Preis, den andere nicht halten können. Nenne zwei oder drei direkte Wettbewerber und sage in einem Satz, was sie anders machen. Ein großes Raster mit Mitbewerbern passt nicht auf die Seite.

Geschäftsmodell und Einnahmen

Der Leser will wissen, wie das Geld hereinkommt. Gib an, ob du pro Auftrag, im Abo, über Provisionen oder durch Verkauf verdienst, und nenne den Preis je Einheit. Muster für verschiedene Arten, ein Geschäft aufzubauen, findest du im Beitrag Geschäftsmodell Beispiele.

Marketing und Vertrieb

Beschreibe zwei bis drei Kanäle, über die du Kunden erreichst, etwa Empfehlungen, Suchmaschinen oder lokale Netzwerke. Mehr braucht es auf einer Seite nicht. Wichtig ist, dass die Kanäle zur Zielgruppe passen und du sie auch tatsächlich bedienen kannst.

Team

Beim One-Pager werden dagegen nur die Gründer genannt, nicht jeder Mitarbeiter. Schreibe zwei Zeilen zu Erfahrung und Rolle. Wenn dein Vorhaben stark von Personen abhängt, darfst du den Block etwas ausbauen, sonst bleibt er kurz.

Finanzkennzahlen und Kapitalbedarf

Der Zahlenteil ist der schwächste Punkt vieler Entwürfe. Eine kleine Tabelle mit Umsatz und Gewinn für die nächsten drei Jahre reicht, dazu der Kapitalbedarf für den Start. Die Zahlen müssen zur Realität passen: Wer nach drei Jahren 100 Millionen Euro Umsatz angibt, wirkt wenig überzeugend. Wie du Preise sauber rechnest, steht im Ratgeber Preis kalkulieren als Selbstständiger.

Beim Umsatz solltest du immer auch die Kosten nennen, sonst fehlt dem Leser der Bezug zum Gewinn. Vergiss nicht, was du selbst zum Leben brauchst. Aus Privatentnahmen und Fixkosten ergibt sich der Mindestumsatz, den dein Geschäft im Monat schaffen muss. Diese eine Zahl beantwortet vielen Lesern die Frage, ob dein Plan realistisch ist.

Ziele und Meilensteine

Nenne drei bis vier konkrete Ziele für die nächsten zwölf Monate mit Datum, zum Beispiel erste zahlende Kunden, Umsatz pro Monat oder Eröffnung des Ladens. Erste Erfolge, auch Traction genannt, gehören hierher: Vorbestellungen, Warteliste, Pilotkunden.

Kontakt und Ask

Zum Schluss steht in einem Satz, was du vom Leser willst und bis wann. Das ist der Teil, der am häufigsten fehlt. Ohne klare Bitte weiß niemand, was er mit der Seite anfangen soll. Dazu kommen Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Website.

Block Inhalt Umfang
Angebot was du verkaufst, Nutzen für den Kunden 1 bis 2 Sätze
Zielgruppe und Problem wer kauft, welches Problem wird gelöst 2 bis 3 Sätze
Alleinstellungsmerkmal warum du, zwei bis drei Wettbewerber 3 bis 4 Sätze
Geschäftsmodell Preis, Einnahmeform 2 bis 3 Sätze
Marketing und Vertrieb zwei bis drei Kanäle 2 bis 3 Sätze
Team Gründer, Erfahrung 2 Zeilen
Finanzen Umsatz, Gewinn, Kapitalbedarf kleine Tabelle
Ziele 12 Monate, Meilensteine, erste Erfolge 3 bis 4 Punkte
Kontakt und Ask Bitte an den Leser, Kontaktdaten 1 Satz plus Daten

Businessplan auf einer Seite erstellen: Schritt für Schritt

Das Schreiben dauert wenige Stunden, wenn du in der richtigen Reihenfolge vorgehst. Die meisten Probleme entstehen, weil Gründer sofort die Seite füllen wollen, statt zuerst zu klären, für wen sie schreiben.

Businessplan auf einer Seite erstellen

Schritt 1: Leser und Ziel festlegen

Überlege, wer die Seite bekommt und was er danach tun soll. Ein möglicher Geschäftspartner will andere Dinge sehen als ein Einkäufer oder ein Geldgeber. Schreibe das Ziel in einem Satz auf, bevor du irgendetwas formulierst.

Schritt 2: Notizen und längere Fassung schreiben

Sammle zuerst alles, was du weißt, in Stichpunkten. Wenn du schon einen ausführlichen Plan hast, nimmst du ihn als Quelle. Ein One-Pager ist am Ende eine Kürzung, und gekürzt wird besser, wenn dahinter Wissen steht.

Schritt 3: Blöcke füllen und kürzen

Schreibe die Blöcke aus der Tabelle der Reihe nach, ohne auf die Länge zu achten. Danach streichst du alles, was kein Leser vermisst: Mission, Werte, große Marktstudien, Wettbewerbsraster und Prognosen über zwölf Monate hinaus. Was du gestrichen hast, hebst du als Anhang auf, denn andere Leser fragen später danach.

Hilfreich beim Kürzen ist eine einfache Regel: Jeder Satz muss entweder eine Frage des Lesers beantworten oder eine Zahl liefern. Alles andere fliegt raus. Aus drei Sätzen über die Firmengeschichte wird so ein halber Satz, und aus einem Absatz über den Markt wird eine einzige Zahl mit Quelle.

Schritt 4: Zahlen und Quellen prüfen

Gehe jede Zahl durch und frage dich, woher sie stammt. Bei Marktgrößen und Preisen setzt du eine kurze Fußnote mit der Quelle. Rechtschreibfehler und uneinheitliche Zahlen kosten Vertrauen, auch wenn die Idee gut ist.

Schritt 5: Neunzig-Sekunden-Test mit zwei Personen

Gib die Seite jemandem, der dein Geschäft nicht kennt, und frage nach 90 Sekunden drei Dinge: Was macht die Firma, für wen, und was wird von mir erwartet? Viele erste Entwürfe scheitern an der dritten Frage. Wiederhole den Test mit einer zweiten Person, denn der erste ist oft zu höflich. Wenn du aus dem One-Pager danach einen vollständigen Plan machen willst, hilft die Anleitung Businessplan erstellen.

Mustervorlage: Struktur zum Kopieren

Die folgende Vorlage kannst du übernehmen und mit eigenen Angaben füllen. Lösche Blöcke, die für deinen Leser keine Rolle spielen, zwei oder drei sind meist überflüssig.

Passe den Inhalt an den Leser an. Ein Geschäftspartner will wissen, wer wofür zuständig ist und was jeder einbringt. Ein Einkäufer oder Kunde interessiert sich für Preis, Lieferzeit und Nutzen. Ein Geldgeber schaut zuerst auf Zahlen, erste Erfolge und die Frage, wofür sein Geld verwendet wird. Du kannst deshalb ein und denselben One-Pager in zwei oder drei Fassungen vorhalten.

  • Was wir machen: ein Satz ohne Adjektive
  • Für wen: die engste, noch richtige Beschreibung deiner Kunden, mit einer Zahl
  • Problem und Lösung: zwei Sätze, warum es das Angebot braucht
  • Womit wir Geld verdienen: Preis, Einheit, Einnahmeform
  • Wettbewerb und Alleinstellungsmerkmal: zwei bis drei Wettbewerber, ein klarer Vorteil
  • Erste Erfolge: die drei Zahlen, die für den Leser zählen
  • Finanzen: Umsatz, Gewinn, Kapitalbedarf als kleine Tabelle
  • Nächste zwölf Monate: drei bis vier datierte Ziele
  • Wer wir sind: zwei Zeilen zu den Gründern
  • Ask: ein Satz mit der Bitte und dem Termin, ganz unten

Vorlage als Word, PDF oder Excel

Eine Vorlage in Word eignet sich, wenn du Text und Tabelle selbst anpassen willst. Als PDF gibst du die fertige Seite weiter, damit Layout und Schrift gleich bleiben. Excel brauchst du nur für den Finanzteil, zum Beispiel für die kleine Tabelle mit Umsatz und Gewinn. Schreibe die Seite am besten in einem Textprogramm und exportiere sie am Ende als PDF. Eine kostenlose Datei mit Gliederung findest du im Beitrag Businessplan Vorlage.

Beispiel: Businessplan auf einer Seite ausgefüllt

Das folgende Beispiel zeigt, wie ein einseitiger Businessplan aussehen kann. Firma und Zahlen sind erfunden und dienen nur zur Veranschaulichung. Setze für dein Vorhaben immer eigene, belegbare Werte ein.

Beispiel für eine Dienstleistung

Block Beispiel: Webseiten für Handwerksbetriebe
Was wir machen Wir bauen Webseiten für kleine Handwerksbetriebe, die in zwei Wochen online sind und Anfragen bringen.
Für wen Betriebe mit 1 bis 10 Mitarbeitern in der Region, etwa 1.200 Firmen im Umkreis von 50 Kilometern.
Problem Viele Betriebe haben keine oder eine veraltete Seite und verlieren Anfragen an Mitbewerber.
Einnahmen Einmalig 1.800 € je Webseite, dazu 49 € im Monat für Pflege und Hosting.
Alleinstellungsmerkmal Festpreis, Branchenvorlagen für Handwerk, Lieferzeit 14 Tage. Wettbewerber sind große Baukasten-Anbieter und lokale Agenturen.
Erste Erfolge 3 Pilotkunden, 2 weitere Zusagen, Warteliste mit 12 Kontakten.
Finanzen Jahr 1: Umsatz 36.000 €, Gewinn 9.000 €. Jahr 2: Umsatz 70.000 €, Gewinn 22.000 €. Kapitalbedarf für den Start: 6.000 €.
Ziele 10 Kunden bis Juni, 25 bis Dezember, erster Mitarbeiter im zweiten Jahr.
Ask Wir suchen einen Partner für Kundenempfehlungen und möchten bis Ende des Monats ein Gespräch führen.

Was an diesem Beispiel funktioniert: Der erste Satz sagt klar, was das Unternehmen macht. Die Zielgruppe hat eine Zahl, die Preise stehen offen, und die Bitte am Ende nennt einen Termin. Verbessern ließe sich die Seite durch eine Quelle für die Zahl der Betriebe und einen genaueren Blick auf die Kosten, etwa für Software und Werbung.

Varianten für Shop, Gastronomie und Startup

Je nach Geschäft verschiebt sich, welche Zahl auf der Seite am meisten zählt. Die Tabelle zeigt, worauf Leser jeweils schauen.

Geschäftsart Wichtigste Kennzahl
Dienstleistung Auslastung, Anteil wiederkehrender Kunden, durchschnittlicher Auftragswert
Online-Shop und Produkte Marge, Lagerbestand, Lieferzeit, Abhängigkeit von Lieferanten
Gastronomie und Einzelhandel Umsatz pro Standort, Miete und Personalkosten
Startup mit Investor Wachstumsrate, Kundenbindung, monatlicher Geldverbrauch, Größe des Marktes

Weitere Muster, die du als Vorbild nutzen kannst, stehen im Beitrag Businessplan Beispiel.

So setzt du den One-Pager im Gespräch ein

Eine fertige Seite bringt erst etwas, wenn sie bei der richtigen Person ankommt. Schicke sie als PDF per E-Mail und schreibe zwei, drei Sätze dazu, wer du bist und warum du genau diese Person ansprichst. Das Anschreiben darf nichts wiederholen, was auf der Seite steht.

Zu einem Termin nimmst du das Blatt ausgedruckt mit. Du kannst es dem Gegenüber hinlegen und den Gesprächsfaden daran aufhängen: erst das Problem, dann deine Lösung, dann die Zahlen. Bereite dich auf Rückfragen zu Preis, Wettbewerb und Finanzierung vor, denn genau dort setzen Leser meistens an.

Nach jedem Gespräch lohnt es sich, die Rückmeldungen zu notieren und die Seite anzupassen. Wenn dreimal dieselbe Frage kommt, fehlt die Antwort im Text. So wird dein Businessplan mit jeder Runde klarer, und aus den Fragen entsteht nach und nach der Stoff für den längeren Plan.

Layout und Gestaltung auf einer A4-Seite

Der beste Inhalt hilft nichts, wenn die Seite wie eine Textwüste aussieht. Halte dich an eine einfache Gestaltung: eine Schriftart, höchstens zwei Größen und genügend Weißraum. Als Schriftgröße empfehlen sich 11 oder 12 Punkt, in jedem Fall nicht unter 10. Dichter Text in kleiner Schrift ist in Wahrheit ein Plan mit zwei Seiten.

Zwei Spalten oder ein Raster wie beim Canvas machen die Seite schneller lesbar. Das Layout sollte zu deinem Auftritt passen, also zu Logo und Farben. Füge Kontaktdaten und, wenn es passt, ein Foto der Gründer hinzu.

Setze Überschriften der Blöcke fett, damit der Leser schnell springen kann. Zahlen gehören in eine kleine Tabelle statt in den Fließtext. Wenn du Quellen angibst, gehören sie als kurze Fußnote ans Ende der Seite. Drucke das Blatt einmal aus: Was auf Papier nicht lesbar ist, wird es auf dem Bildschirm eines Geldgebers auch nicht sein.

Vorteile und Grenzen eines einseitigen Businessplans

Der Businessplan auf einer Seite ist ein gutes Werkzeug, aber nicht für jede Aufgabe. Die Gegenüberstellung hilft, ihn richtig einzusetzen.

Vorteile Grenzen
Du schreibst ihn in wenigen Stunden Für Banken und Förderstellen fehlt die Tiefe
Er zwingt dich, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen Ein Finanzplan mit Liquidität und Rentabilität passt nicht hinein
Er lässt sich leicht weitergeben und aktualisieren Risiken und Alternativen bleiben oft unerwähnt
Er zeigt schnell, wo Antworten noch fehlen Ein dünnes Konzept lässt sich auf einer Seite schlecht verstecken, aber auch nicht beheben

Im Alltag nutzen viele Gründer beides: den One-Pager für das erste Gespräch und den längeren Businessplan als Grundlage für alles, was danach kommt. Wer beide Fassungen im Blick hat, kann Inhalte aus dem langen Plan später ohne Mühe wieder auf eine Seite verdichten.

Häufige Fehler beim One-Pager

Diese Fehler tauchen bei einseitigen Plänen immer wieder auf:

  • Die Bitte fehlt: Der Leser weiß nicht, was er tun soll.
  • Zu viel Text: Kleine Schrift und enge Zeilen verstecken die Kernaussage.
  • Unrealistische Zahlen: Wachstum von null auf Millionen in kurzer Zeit wirkt wenig glaubhaft.
  • Keine Quellen: Marktzahlen ohne Fußnote werden nicht geglaubt.
  • Zu viele Zielgruppen: Wer drei Gruppen auf einmal anspricht, erreicht keine.
  • Rechtschreibung und Layout: Tippfehler, viele Schriftarten und gemischte Größen schaden dem Eindruck, das gilt besonders bei englischen Fassungen.

Wenn du die Seite am Ende laut liest, fallen die meisten dieser Punkte von selbst auf.

Fazit

Ein Businessplan auf einer Seite zwingt dich, Gedanken zu ordnen und das Wesentliche zu benennen. Weniger ist hier mehr, solange die Seite Angebot, Zielgruppe, Einnahmen, Zahlen und eine klare Bitte enthält. Für Bank, Förderstelle und Investoren in der Prüfung brauchst du später trotzdem den ausführlichen Plan. Wie du von der Idee bis zur Anmeldung kommst, steht im Leitfaden Unternehmen gründen. Weitere Hilfen für Planung und Förderung findest du beim Existenzgründungsportal des Bundes.

Häufige Fragen zum Businessplan auf einer Seite

Reicht ein Businessplan auf einer Seite?

Für den Ideentest, ein erstes Gespräch oder einen Pitch reicht er aus. Für Kredite, Fördermittel und die Prüfung durch Investoren brauchst du einen ausführlichen Plan, der Zahlen und Planung über mehrere Jahre enthält.

Wie lang sollte ein One-Pager sein?

Genau eine DIN-A4-Seite. Das sind bei normaler Schrift rund 300 bis 500 Wörter plus eine kleine Tabelle. Wer die Seite mit sehr kleiner Schrift vollstopft, hat faktisch einen Plan mit zwei Seiten.

Was ist der Unterschied zwischen One-Pager und Executive Summary?

Die Executive Summary fasst einen längeren Plan zusammen und wird mit ihm zusammen gelesen. Der One-Pager steht für sich allein, wird oft als einziges Dokument gelesen und enthält deshalb die Bitte an den Leser.

Bekomme ich mit einem einseitigen Businessplan einen Kredit?

In der Regel nicht. Banken verlangen genaue Prognosen, Angaben zu Sicherheiten und einen Finanzplan. Der One-Pager kann den Kontakt anstoßen und Fragen der Bank vorwegnehmen, ersetzt den vollständigen Plan aber nicht.

Gibt es eine kostenlose Vorlage in Word oder PDF?

Ja, viele Anbieter stellen Vorlagen bereit, auch als Word-Datei und als PDF. Die Gliederung aus diesem Beitrag kannst du ebenfalls direkt in einem Textprogramm nachbauen und anpassen. Wichtig ist, dass die Vorlage zu deinem Geschäft passt und nicht umgekehrt.

Was gehört in einen einseitigen Businessplan?

Angebot, Zielgruppe und Problem, Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerb, Einnahmen, Marketing, Team, Finanzkennzahlen, Ziele für die nächsten zwölf Monate sowie Kontakt und eine klare Bitte.

Wer sollte den One-Pager schreiben?

Am besten der Gründer selbst. Wer die Idee trägt, kennt Zahlen und Annahmen am besten. Danach sollten mindestens zwei Personen die Seite lesen, die dein Geschäft nicht kennen, und rückmelden, ob alles verständlich ist.

Business Model Canvas oder Businessplan: was brauche ich?

Das Canvas hilft, ein Geschäftsmodell schnell zu skizzieren, und es ersetzt keinen Businessplan. Für den Start reicht oft ein Canvas plus One-Pager, wer Geld von Dritten braucht, benötigt zusätzlich den ausführlichen Plan.

Markus Hartmann
Markus Hartmann
Über den Autor: Markus Hartmann schreibt bei Geschäftsidee-Info.de über Geschäftsideen, Unternehmensgründung und Selbstständigkeit. Er bereitet komplexe Themen verständlich auf und gibt praxisnahe Orientierung für die ersten Schritte.