Wer als Freelancer arbeitet, kennt beide Phasen: volle Wochen mit Projekten und Wochen, in denen kein Anruf kommt. Freelance Aufträge finden ist deshalb keine einmalige Aufgabe beim Start, sondern ein fester Teil der Arbeit, solange du selbstständig bist. Wir zeigen dir in diesem Ratgeber, welche Kanäle sich lohnen, wie du ohne Referenzen anfängst, was Plattformen kosten und wie aus einer Anfrage ein bezahlter Auftrag wird.
Am Ende findest du einen Plan für die ersten 30 Tage, eine Übersicht zu Recht und Steuern und die häufigsten Fragen mit kurzen Antworten.
Was ist ein Freelancer? Definition, Berufsfelder und Verdienst

Was bedeutet Freelancer?
Ein Freelancer ist ein Selbstständiger, der seine Leistung projektweise für wechselnde Auftraggeber erbringt. Im Deutschen sind auch Begriffe wie Freiberufler, freier Mitarbeiter, Freischaffender oder Solo-Selbstständiger üblich. Typisch für Freelancer ist, dass kein Arbeitgeber ihnen Aufgaben zuteilt. Sie suchen ihre Kunden selbst, legen ihre Preise fest, teilen ihre Zeit ein und tragen die Verantwortung für Steuern, Versicherung und Altersvorsorge. Genau deshalb ist die Auftragssuche für jeden Freelancer ein Dauerthema.
Freelance Jobs nach Bereichen

Freelancer arbeiten in sehr unterschiedlichen Feldern. Am häufigsten werden diese Bereiche extern eingekauft:
- IT und Softwareentwicklung, von Webentwicklung bis Datenanalyse
- Online Marketing, SEO, Social Media und Werbeanzeigen
- Design, Grafik, Fotografie und Video
- Texten, Lektorat, Übersetzung und Redaktion
- Beratung, Projektmanagement, Coaching und Training
- Engineering, Technik und Buchhaltung
Wo du in deinem Bereich am besten suchst, zeigen die Abschnitte zu Plattformen und Netzwerk weiter unten.
Vorteile und Nachteile des Freelancer-Daseins
Bevor du dich auf die Suche machst, solltest du beide Seiten kennen:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Freie Zeiteinteilung und oft freie Wahl des Arbeitsorts | Einkommen schwankt von Monat zu Monat |
| Du suchst dir Projekte und Kunden selbst aus | Akquise läuft neben der eigentlichen Arbeit |
| Höheres Einkommen möglich, wenn die Auslastung stimmt | Versicherung und Altersvorsorge zahlst du selbst |
| Du entwickelst dich schneller, weil Projekte wechseln | Kein bezahlter Urlaub und keine Lohnfortzahlung bei Krankheit |
Wie viel kannst du als Freelancer nebenbei verdienen?
Bei einer Tätigkeit neben dem Hauptjob entscheidet vor allem die Zeit. Rechne mit einer einfachen Formel: abrechenbare Stunden mal Stundensatz. Wer als Freelancer zehn Stunden pro Woche arbeitet, 45 Wochen im Jahr abrechnet und 50 € pro Stunde verlangt, kommt auf rund 22.500 € Umsatz im Jahr. Davon gehen noch Steuern, Versicherung und Kosten ab. Angestellte sollten außerdem klären, ob ihr Arbeitgeber eine Nebentätigkeit genehmigen muss.
Wo findest du Freelancer Aufträge? Die wichtigsten Wege im Überblick
Für Freelancer gibt es nicht den einen Kanal, der alles löst. In unserer Erfahrung funktioniert eine Kombination aus drei bis vier Kanälen am besten, weil jeder Weg andere Stärken hat. Projektbörsen liefern schnell konkrete Ausschreibungen, Empfehlungen bringen die besser bezahlten Projekte, die eigene Website und LinkedIn sorgen dafür, dass Kunden dich von selbst finden. Die folgende Tabelle ordnet die Wege nach Aufwand und Tempo.
| Kanal | Aufwand zum Start | Tempo bis zum ersten Auftrag | Kosten |
|---|---|---|---|
| Freelancer-Plattformen und Projektbörsen | mittel | schnell | Provision oder Mitgliedschaft |
| Netzwerk und ehemalige Arbeitgeber | gering | schnell | keine |
| Empfehlungen und Bestandskunden | gering | mittel | keine |
| Website und Portfolio | hoch | langsam | wenige Euro im Monat |
| LinkedIn und Xing | mittel | mittel | keine |
| Direktakquise | mittel | mittel | keine |
| Agenturen und Personalvermittler | gering | mittel | Vermittlungsanteil |
Welcher Weg am besten passt, hängt von deinem Fachgebiet ab. Ein IT Freelancer bekommt die meisten Projekte über Projektbörsen und Vermittler, weil Unternehmen dort gezielt nach Spezialisten suchen. Kreative Freelancer arbeiten stärker über Portfolio, Empfehlungen und Agenturen. Berater und Texter gewinnen ihre Kunden oft über LinkedIn und eigene Inhalte. Wer als Freelancer neu startet, probiert zwei Wege aus und behält den, der Antworten bringt.
Kurz zusammengefasst:
- Fang mit dem Netzwerk und zwei Plattformen an, denn dort kommen die ersten Aufträge am schnellsten.
- Baue parallel Website und LinkedIn Profil auf, damit du mittelfristig nicht mehr auf Ausschreibungen angewiesen bist.
- Setze dir pro Woche feste Akquise-Zeit, auch wenn du gerade ausgelastet bist.
Freelancer Aufträge finden ohne Erfahrung und ohne Referenzen
Am Anfang fehlt meistens beides: ein Portfolio und Kunden, die für dich sprechen. Das ist normal und lässt sich lösen. Wichtig ist, dass du nicht versuchst, es allen recht zu machen, sondern Auftraggebern ein klares Angebot machst.

Positionierung und Nische: Warum Spezialisierung schneller Aufträge bringt
Wer „alles ein bisschen“ anbietet, wird schwer gefunden und noch schwerer empfohlen. Schreib einen Satz auf, der sagt, wem du bei welchem Problem hilfst, zum Beispiel „Ich baue Onlineshops für Handwerksbetriebe“ oder „Ich schreibe Produkttexte für Händler auf Amazon“. Eine Nische zu finden verkürzt die Suche nach Kunden, weil du genau weißt, wo sie sich aufhalten und was sie beschäftigt. Ein Alleinstellungsmerkmal muss dabei nichts Großes sein. Branchenkenntnis aus deinem früheren Job reicht oft aus, um dich von anderen Anbietern abzuheben.
Je enger deine Zielgruppe, desto leichter werden Freelancer Aufträge zu Empfehlungen. Ein Kunde, der dich als Freelancer „den Spezialisten für Shopify Shops“ kennt, nennt dich weiter, wenn ein Bekannter dasselbe Problem hat. Bei einem breiten Angebot fällt ihm niemand ein, dem er dich vorstellen könnte.
Zielgruppe, Mitbewerber und Kundenwert: Die Vorarbeit
Bevor du aktiv nach Aufträgen suchst, lohnt sich eine kurze Analyse. Lege fest, wer deine Wunschkunden sind: Branche, Unternehmensgröße, Aufgabe und Budget. Schau dir an, wie andere Freelancer in deinem Feld auftreten, welche Leistungen sie anbieten und was sie verlangen. Das zeigt dir, wo Lücken sind und womit du dich abheben kannst. Teile bestehende und mögliche Kunden außerdem in drei Gruppen ein: A Kunden bringen viel Umsatz und Folgeaufträge, B Kunden sind solides Mittelfeld, C Kunden machen viel Arbeit und bringen wenig. Deine Akquise-Zeit gehört vor allem den A Kunden.
Pilotprojekt anbieten: Der erste Auftrag zu kleinem Preis oder gegen Referenz
Ohne Referenzen vertrauen dir Kunden zunächst wenig. Ein Pilotprojekt nimmt ihnen das Risiko: Du bietest eine begrenzte Aufgabe an, etwa eine Landingpage, ein Konzept oder drei Texte, zu einem reduzierten Preis oder gegen eine schriftliche Empfehlung. Wichtig ist, dass der Umfang klar begrenzt ist und du vorher festlegst, was nach dem Test folgen kann. So wird aus dem Test ein Einstieg in ein längeres Projekt. Wie du aus den ersten Kontakten Kunden machst, steht auch im Ratgeber erste Kunden gewinnen.
Referenzen und Testimonials sammeln
Frag nach jedem abgeschlossenen Projekt nach zwei Sätzen Feedback und die Erlaubnis, sie mit Namen und Firma zu veröffentlichen. Ein Kundenzitat mit konkretem Ergebnis ist mehr wert als eine lange Liste an Fähigkeiten. Wenn du noch keine Kunden hast, zeig eigene Arbeitsproben, Projekte aus dem früheren Beruf, soweit du sie zeigen darfst, oder frei erfundene Beispielprojekte, die du eindeutig als Muster kennzeichnest.
Freelancer-Plattformen und Projektbörsen: Welche sich lohnen
Plattformen sind für viele Freelancer der schnellste Weg zum ersten Auftrag. Sie haben aber Nachteile: Die Konkurrenz ist groß, Preise werden gedrückt und manche Anbieter nehmen Gebühren oder Provisionen. Wir empfehlen jedem Freelancer, ein bis zwei Portale konsequent zu bedienen statt auf zehn gleichzeitig ein halbes Profil zu haben.

Wie funktionieren Freelancer-Plattformen?
Auf einer Plattform legst du ein Profil an, Auftraggeber stellen Projekte ein oder suchen gezielt nach Freelancern, und beide Seiten nehmen über das Portal Kontakt auf. Bei manchen Anbietern bewirbst du dich auf Ausschreibungen, bei anderen werden Aufträge direkt an Profile vergeben. Viele Portale wickeln Vertrag und Zahlung ab, andere vermitteln nur den Kontakt. Von klassischen Jobbörsen unterscheiden sich Freelancer-Plattformen dadurch, dass sie Projekte und Aufträge statt Festanstellungen zeigen. Jobsuchmaschinen wie Google for Jobs sammeln Anzeigen aus vielen Quellen an einem Ort und sind eine gute Ergänzung, wenn du nach Begriffen wie „Freelancer“ oder „freiberuflich“ filterst.
Deutsche Portale: freelancermap, GULP, freelance.de, Twago und Uplink
Für IT, Engineering und Beratung sind freelancermap, GULP und freelance.de die bekanntesten Projektbörsen im deutschsprachigen Raum. Dort veröffentlichen Unternehmen und Vermittler Ausschreibungen mit Laufzeit, Einsatzort und Stundensatz. Twago und Uplink sind breiter aufgestellt und richten sich auch an kleinere Projekte. Junico, ein Portal für Berufseinsteiger, kann ein Weg sein, wenn du erst anfängst und noch wenig vorzuweisen hast.
Internationale Marktplätze: Upwork, Fiverr, Malt und Toptal
Auf Upwork und Fiverr findest du Aufträge aus aller Welt, oft zu niedrigen Preisen, dafür mit schnellem Start. Malt ist stark im europäischen Raum und wickelt Rechnung und Zahlung für dich ab. Toptal richtet sich an erfahrene Entwickler und Designer und prüft Bewerber aufwendig. Wer remote arbeiten will, schaut zusätzlich bei We Work Remotely und Remote.com vorbei. Rechne bei internationalen Plattformen mit englischsprachigen Anfragen und Preisdruck.
Portale für Kreative: dasauge, 99designs, Designenlassen und 9am
Designer, Fotografen und Texter finden auf dasauge Ausschreibungen von Agenturen und Unternehmen. Auf 99designs und Designenlassen läuft vieles über Wettbewerbe, bei denen mehrere Gestalter einen Entwurf einreichen und nur einer bezahlt wird. Das kann für den Einstieg und Portfolio nützlich sein, für die Auslastung ist es auf Dauer oft zu unsicher.
Gebühren und Provisionen im Vergleich
Die Preismodelle unterscheiden sich stark, deshalb lohnt sich ein Blick in die aktuellen Bedingungen, bevor du dich anmeldest. Grob lassen sich drei Modelle trennen:
| Modell | Beispiele | So läuft es |
|---|---|---|
| Marktplatz mit Zahlungsabwicklung | Fiverr, Upwork, Malt | Die Plattform berechnet Gebühren auf deine Einnahmen und wickelt die Bezahlung ab. |
| Projektbörse ohne Zahlungsabwicklung | freelancermap, freelance.de | Du bewirbst dich direkt, der Vertrag läuft zwischen dir und dem Auftraggeber, oft gegen Mitgliedschaft. |
| Vermittler und Personaldienstleister | GULP, tribeworks, Randstad | Ein Vermittler bringt dich zum Endkunden und behält einen Teil des Honorars. |
Welche Plattform passt zu dir? Auswahlkriterien
Bevor du dich anmeldest, prüf fünf Punkte: Welche Auftraggeber sind dort aktiv? Wie hoch sind Provision oder Mitgliedsbeitrag? Gibt es eine Zahlungsabwicklung mit Absicherung? Wie hoch ist die Einstiegshürde und wie viele Freelancer bewerben sich auf ein Projekt? Wie ist der Ruf des Portals bei anderen Freelancern? Wer so vorgeht, spart sich Gebühren für Plattformen, die nicht zum eigenen Fachgebiet passen.
Vor- und Nachteile von Freelancer-Plattformen
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schneller Zugang zu konkreten Ausschreibungen | Viele Bewerber auf jedes Projekt |
| Auftraggeber sind aktiv auf der Suche | Preisdruck, besonders auf internationalen Marktplätzen |
| Zahlungsabwicklung und Verträge oft inklusive | Gebühren, Provisionen oder Mitgliedsbeiträge |
| Bewertungen und Profil dienen als Referenz | Abhängigkeit von den Regeln der Plattform |
So wirst du auf Plattformen gefunden: Profil, Bewerbungen und Job Alerts
Ein Freelancer Profil mit klarer Überschrift, Foto, Schwerpunkt und drei bis fünf Referenzen bekommt deutlich mehr Anfragen als eine leere Seite. Schreib bei Bewerbungen nicht den gleichen Standardtext, sondern gehe auf die Ausschreibung ein: Was ist das Problem, wie würdest du es lösen, was hast du schon in ähnlicher Form gemacht? Richte Job Alerts mit deinen Suchbegriffen ein, damit du neue Projekte sofort siehst. Wer als Erster antwortet, wird oft zuerst gelesen.
Wie viele Plattformen sind sinnvoll?
Für den Start als Freelancer reichen zwei: eine Projektbörse für deine Branche und eine zweite, auf der du dein Profil als Dauerwerbung stehen lässt. Mehr Portale bedeuten mehr Pflegeaufwand und selten mehr Aufträge. Prüf nach drei Monaten, welche Plattform tatsächlich Anfragen bringt, und streich den Rest.
Remote Aufträge und internationale Kunden
Wer ortsunabhängig arbeitet, kann Freelance Aufträge auch außerhalb Deutschlands finden. Typisch sind englischsprachige Projekte auf Upwork, Fiverr oder Remote.com. Dabei gelten andere Rahmenbedingungen: Zeitverschiebung bei Terminen, Zahlung in Fremdwährung, andere Vertragsstandards und teils offene Steuerfragen bei Kunden im Ausland. Wer als digitaler Nomade von unterwegs arbeitet, sollte Wohnsitz, Steuerpflicht und Krankenversicherung vorher klären. Für den Einstieg reichen oft deutschsprachige Kunden aus dem DACH Raum, die dich remote beauftragen.
Woran erkennst du seriöse Ausschreibungen?
Nicht jede Anfrage ist ein echter Auftrag. Bei seriösen Freelance Jobs nennt der Auftraggeber seinen Firmennamen, einen Ansprechpartner, den Leistungsumfang und den Zeitraum. Kritisch wird es in diesen Fällen:
- Du sollst vorab Geld zahlen, etwa für eine „Freischaltung“ oder Software.
- Der Auftraggeber will die Kommunikation sofort auf einen privaten Messenger verlegen.
- Es gibt keinen Vertrag und keine Angabe zur Vergütung.
- Du sollst umfangreiche unbezahlte Probearbeit liefern.
Ein kurzer Blick auf die Firmenwebsite und das Impressum klärt in den meisten Fällen, ob hinter einer Anfrage ein echtes Unternehmen steht.
Netzwerk, Empfehlungen und Bestandskunden
Die besten Projekte kommen bei uns fast immer über Menschen, die uns kennen. Das liegt daran, dass Auftraggeber bei einer Empfehlung weniger prüfen müssen und eher bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen. Mundpropaganda ist deshalb der günstigste Kanal, den du hast.

Ehemalige Arbeitgeber und Kollegen ansprechen
Wenn du aus der Festanstellung in die Selbstständigkeit wechselst, ist dein früheres Umfeld der natürlichste erste Kunde. Schreib deinen ehemaligen Vorgesetzten und Kollegen eine kurze Nachricht: Was machst du jetzt, wobei kannst du helfen, wie erreichen sie dich. Viele Firmen kaufen Leistung gern extern ein, wenn sie dir bereits vertrauen. Achte auf mögliche Wettbewerbsklauseln in deinem alten Vertrag.
Empfehlungsmarketing aufbauen
Zufriedene Kunden empfehlen dich nicht von selbst, sie müssen daran erinnert werden. Bitte nach dem Projektabschluss direkt um eine Empfehlung und nenne dabei, welche Art von Kunden du suchst. Das Muster dafür ist einfach: „Wenn du jemanden kennst, der ein ähnliches Problem hat, stell uns gern vor.“ Wer regelmäßig Bestandskunden anschreibt, bekommt außerdem Folgeaufträge, ohne neu akquirieren zu müssen. Wie du Reichweite aufbaust, wenn du bei null startest, beschreibt der Beitrag Reichweite von null aufbauen.
Agenturen, Personalvermittler und Kooperationen
Agenturen suchen ständig Spezialisten für Spitzen in der Auslastung. Ebenso arbeiten Personalvermittler mit festen Pools von Freiberuflern. Eine Kooperation mit Kollegen aus anderen Fachgebieten kann ebenfalls Aufträge bringen: Eine Texterin empfiehlt den Webdesigner, der Webdesigner den Fotografen. Solche Verbindungen entstehen nicht über Nacht, zahlen sich aber über Jahre aus.
Strategische Partnerschaften
Eine Partnerschaft geht über einzelne Empfehlungen hinaus. Zwei Freelancer oder Dienstleister mit unterschiedlichen Leistungen bieten Kunden ein gemeinsames Paket an, zum Beispiel Webdesign und Texte oder Fotografie und Marketing. Beide teilen sich Aufwand und Auftraggeber, und der Kunde bekommt alles aus einer Hand. Halte Aufgaben, Preise und Haftung schriftlich fest, damit im Streitfall nichts auf Annahmen beruht.
Events, Communities und Gruppen
Branchentreffen, Meetups, Xing Gruppen und Facebook Gruppen für Freelancer sind Orte, an denen Aufträge weitergegeben werden. Wichtig ist, dass du nicht nur anbietest, sondern Fragen beantwortest und sichtbar hilfst. Wer in solchen Gruppen als Experte wahrgenommen wird, bekommt Anfragen, ohne zu werben. Wähle zwei oder drei Orte aus und sei dort regelmäßig präsent, statt dich überall anzumelden.
Bestandskunden zu Folgeaufträgen machen
Ein Kunde, der einmal zufrieden war, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder. Melde dich deshalb einige Wochen nach Projektende mit einer kurzen Rückfrage: Hat das Ergebnis funktioniert, gibt es neue Aufgaben, wobei können wir als Nächstes unterstützen? Viele Freelancer sprechen erst dann wieder mit alten Kunden, wenn sie selbst eine Lücke im Kalender haben. Besser ist ein fester Rhythmus, etwa alle drei Monate ein kurzes Update oder ein Hinweis auf etwas, das für den Kunden nützlich ist. So entstehen Rahmenverträge und monatliche Betreuungen, die dir planbare Einnahmen sichern.
Website, Portfolio und LinkedIn: So finden dich Kunden
Auch ein Freelancer, der hauptsächlich über Empfehlungen arbeitet, braucht einen Ort, an dem Interessenten dich prüfen. Wer deinen Namen hört, sucht im Netz nach dir. Findet er nichts, wirkt das unprofessionell.

Eigene Website als digitale Visitenkarte
Die Website muss nicht groß sein. Drei Dinge gehören unbedingt hinein: eine klare Aussage ganz oben, was du für wen machst, Arbeitsproben und Referenzen und ein sichtbarer Kontaktweg. Viele Freelancer verstecken ihre Kontaktdaten und verlieren dadurch Anfragen. Ein eigenes Impressum und eine Datenschutzerklärung sind Pflicht. Dazu kommen eine verschlüsselte Verbindung, eine verständliche Navigation und eine Domain, die zu deinem Namen oder Angebot passt. Wie du eine Seite ohne großes Budget aufbaust, erklärt der Beitrag Website für Unternehmen erstellen.
LinkedIn und Xing systematisch nutzen
Dein Freelancer Profil sollte wie eine Landingpage funktionieren: Überschrift mit deinem Angebot, kurzer Text zu deinem Nutzen, Referenzen und ein klarer Hinweis, dass du für Projekte verfügbar bist. Vernetze dich gezielt mit Personen, die Aufträge vergeben, etwa Projektleiter, Geschäftsführer und Personalverantwortliche, und kommentiere ihre Beiträge sinnvoll. Ein oder zwei eigene Beiträge pro Woche, in denen du ein Problem aus deinem Arbeitsalltag beschreibst, reichen aus, um im Gedächtnis zu bleiben. Auf Xing gibt es außerdem einen Projektmarkt, der sich lohnen kann, wenn dein Zielmarkt im deutschsprachigen Raum liegt.
Google Business Profile, SEO und Content
Wer lokal arbeitet, sollte ein Google Business Profil anlegen, damit er in der Umgebung gefunden wird. Mit ein paar Artikeln auf der eigenen Website, die typische Fragen deiner Zielgruppe beantworten, kommen mit der Zeit Besucher von der Suchmaschine. Das braucht Geduld, bringt aber Anfragen von Menschen, die bereits ein Problem haben. Mehr zu Marketing für kleine Betriebe findest du im Beitrag kleines Unternehmen online vermarkten.
Expertenstatus aufbauen: Content, Webinare und Auftritte
Wer als Experte bekannt ist, muss weniger akquirieren. Schreib Beiträge zu den Problemen deiner Zielgruppe, halte kostenlose Webinare oder Workshops und biete dich als Sprecher bei Veranstaltungen und in Podcasts an. Das kostet Zeit, bringt aber Anfragen von Menschen, die dich bereits kennen und dir vertrauen. Ein Freelancer, der regelmäßig zu einem Thema veröffentlicht, wird bei der Suche nach Spezialisten häufiger genannt. Sprich auch Branchenmedien, Verbände und Online Communities an, in denen deine Wunschkunden Rat suchen.
Bezahlte Werbung: Lohnt sich das für Freelancer?
Anzeigen bei Google, LinkedIn oder Facebook können Anfragen bringen, sind aber nur für Freelancer sinnvoll, die ein klares Angebot und eine gute Landingpage haben. Starte mit kleinem Budget, richte die Anzeige auf eine enge Zielgruppe und miss, wie viele Anfragen und Aufträge dabei entstehen. Stell die Kosten pro Anfrage dem Wert eines gewonnenen Auftrags gegenüber. Meist lohnt sich Werbung erst, wenn Positionierung, Website und Angebot stehen.
Direktakquise: Kaltakquise und Warmakquise Schritt für Schritt
Direktakquise heißt für Freelancer, dass du Unternehmen ansprichst, die noch nichts von dir wissen. Viele Freelancer scheuen das, dabei erreicht man damit Kunden, die auf keiner Plattform ausschreiben.

Kaltakquise oder Warmakquise?
Bei der Kaltakquise gibt es keinen bisherigen Kontakt, bei der Warmakquise hat der Angesprochene dich schon einmal gesehen, etwa auf einer Veranstaltung, in einer Gruppe oder über einen gemeinsamen Bekannten. Warmakquise wirkt weniger aufdringlich und bringt deutlich mehr Antworten. Wir empfehlen, zuerst Kontakt aufzubauen, etwa über LinkedIn Kommentare oder eine kurze Nachricht, und erst danach ein Angebot zu machen.
Ist Kaltakquise erlaubt?
Telefonische Werbung gegenüber Unternehmen ist nur bei mutmaßlicher Einwilligung erlaubt, und E-Mail Werbung braucht in der Regel eine vorherige Zustimmung. Die Regeln stehen im § 7 UWG. Eine individuell formulierte Anfrage mit konkretem Bezug und ohne Werbetext ist eine Grauzone, bei der im Zweifel ein Anwalt helfen sollte. Wer sich unsicher ist, nutzt Wege, die sicher erlaubt sind: Kontaktformulare, soziale Netzwerke mit persönlicher Nachricht, Anfragen bei Veranstaltungen und Empfehlungen.
Die Erstnachricht: Aufbau mit Beispiel
Eine gute Nachricht ist kurz und bezieht sich auf den Empfänger. Sie besteht aus vier Teilen: Bezug zum Unternehmen, erkanntes Problem, dein konkretes Angebot und eine einfache Frage am Schluss. Ein Beispiel:
„Hallo Frau Beispiel, ich habe gesehen, dass Ihr Onlineshop 40 Produkte ohne ausführliche Beschreibung führt. Ich schreibe Produkttexte für Händler und habe zuletzt für einen Shop die Absprungrate bei Beschreibungsseiten gesenkt. Darf ich Ihnen drei Beispieltexte für Ihre meistverkauften Artikel zusenden?“
Der Text nennt eine Beobachtung, ein Ergebnis und einen kleinen nächsten Schritt. Verzichte auf Standardfloskeln wie „Ich bin ein motivierter Freelancer mit langjähriger Erfahrung“.
Nachfassen ohne zu nerven
Bei Freelancern kommen viele Antworten erst nach der zweiten oder dritten Nachricht. Warte fünf bis sieben Tage, schreib dann eine kurze Erinnerung mit einem neuen Nutzen, zum Beispiel einem Beispieltext oder einem Link. Nach drei Nachrichten ohne Antwort lässt du die Anfrage ruhen und meldest dich nach einigen Monaten erneut.
Das Akquisegespräch: Fragen, Zeitpunkt und Preis
Wenn ein Interessent antwortet, kommt es auf das erste Gespräch an. Stell mehr Fragen, als du erzählst: Was ist das Ziel des Projekts, was wurde bisher versucht, bis wann soll es fertig sein, wer entscheidet am Ende? Erst wenn du das Problem verstanden hast, nennst du einen Preis. Wer den Preis zu früh nennt, verhandelt ohne Grundlage, und wer ihn zu spät nennt, verliert das Vertrauen. Schick direkt nach dem Gespräch eine kurze Zusammenfassung und kündige das Angebot mit Datum an. Das zeigt dem Auftraggeber, dass er mit einem verlässlichen Freelancer spricht.
Mit KI Aufträge als Freelancer finden: Recherche und Erstnachrichten
KI Werkzeuge helfen uns vor allem bei der Vorbereitung: Sie fassen Unternehmensseiten zusammen, schlagen Gesprächsthemen vor und formulieren Entwürfe für Erstnachrichten. Das spart Zeit, ersetzt aber nicht die Prüfung. Ungeprüfte Massennachrichten wirken austauschbar und landen im Spam. Nutze KI deshalb für Recherche und Rohfassung und passe jeden Text persönlich an. Wie du KI auch an anderer Stelle für dein Einkommen einsetzen kannst, beschreibt der Beitrag mit KI Geld verdienen.
Angebot, Stundensatz und Preis: So gewinnst du den Auftrag
Anfragen allein bringen noch kein Geld. Erst ein klares Angebot und ein Preis, der zu deinem Aufwand passt, machen aus einem Gespräch einen Auftrag.
Das muss ein Projektangebot enthalten

Ein professionelles Angebot ist kurz und eindeutig. Folgende Angaben sollten drinstehen:
- Ausgangslage und Ziel des Projekts in zwei bis drei Sätzen
- Genauer Leistungsumfang und was nicht dazugehört
- Zeitplan mit Start, Zwischenschritten und Abgabe
- Preis als Festpreis oder Stundensatz, mit Hinweis auf Umsatzsteuer
- Zahlungsbedingungen, zum Beispiel Anzahlung und Frist
- Nutzungsrechte und Geheimhaltung
- Gültigkeit des Angebots und Kontaktdaten
Schick das Angebot nach einem Gespräch zeitnah, damit der Auftraggeber noch im Thema ist, und frag nach einigen Tagen nach.
Stundensatz berechnen
Ein häufiger Fehler von Freelancern ist, den Stundensatz am früheren Angestelltengehalt zu orientieren. Als Freelancer zahlst du Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern selbst und kannst nicht jede Stunde abrechnen. Rechne deshalb vom Jahresbedarf aus. Ein Rechenbeispiel, das du an deine Zahlen anpasst:
| Posten | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Gewünschtes Einkommen vor Steuern | 45.000 € |
| Versicherungen und Altersvorsorge | 10.000 € |
| Betriebskosten (Software, Konto, Technik, Buchhaltung) | 5.000 € |
| Benötigter Umsatz | 60.000 € |
| Abrechenbare Stunden (nach Akquise, Verwaltung, Urlaub und Krankheit) | 1.000 Stunden |
| Mindest-Stundensatz | 60 € |
Die Zahlen sind ein Beispiel, kein Richtwert für deine Branche. Wie du einen Preis auf Grundlage deiner Kosten ermittelst, zeigt der Leitfaden Preis kalkulieren als Selbstständiger.
Festpreis oder Stundensatz?
Beim Festpreis kennt der Kunde die Kosten und du trägst das Risiko, dass das Projekt länger dauert. Beim Stundensatz zahlt der Kunde nach Aufwand, was für Projekte mit unklarem Umfang fairer ist. Wir raten bei klar abgegrenzten Aufgaben zum Festpreis mit festgelegten Änderungsrunden und bei laufender Betreuung zum Stundensatz oder zu einem Monatspaket. Rechne beim Festpreis immer Puffer für Abstimmungen und Korrekturen ein.
Nicht unter Wert verkaufen
Dumpingpreise ziehen bei Freelancern Kunden an, die später mehr Aufwand machen und weniger zahlen. Wer zu niedrig anfängt, bekommt den Preis später kaum nach oben. Biete lieber einen klaren, kleineren Leistungsumfang zu einem fairen Preis an als ein großes Projekt zum Billigtarif. Prüfe Aufträge, bei denen der Kunde nur über den Preis spricht, besonders kritisch.
Recht und Steuern: Scheinselbstständigkeit, Gewerbe und Rücklagen
Dieser Abschnitt ersetzt keine Beratung. Er zeigt dir, welche Punkte du vor dem ersten Projekt klären solltest.
Freelancer oder Freiberufler: Was ist der Unterschied?
„Freelancer“ ist ein Sprachgebrauch, kein Rechtsbegriff. Steuerlich bist du entweder Freiberufler, etwa als Texter, Designer, Berater oder Programmierer, oder Gewerbetreibender. Das Finanzamt entscheidet über die Einordnung, und sie hat Folgen für Gewerbeanmeldung und Gewerbesteuer. Wenn du nebenbei startest, hilft der Beitrag nebenberuflich selbstständig machen bei den ersten Schritten. Frag beim Finanzamt nach dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, bevor du den ersten Auftrag abrechnest.
Kleinunternehmerregelung und Umsatzsteuer
Als Kleinunternehmer musst du keine Umsatzsteuer ausweisen, wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt. Auf der Rechnung steht dann ein Hinweis auf die Regelung. Bei Aufträgen von Unternehmen kann die Regelung unpraktisch sein, weil viele Firmen die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen und sich deshalb nichts sparen. Prüfe vor der ersten Rechnung mit einem Steuerberater, ob die Regelung für dich Vorteile bringt.
Scheinselbstständigkeit vermeiden
Scheinselbstständig bist du, wenn du formal Auftragnehmer bist, tatsächlich aber wie ein Angestellter arbeitest. Hinweise darauf sind Weisungen des Auftraggebers zu Zeit und Ort, die Eingliederung in dessen Betrieb und die Abhängigkeit von nur einem Kunden. Ob eine Tätigkeit selbstständig ist, kann im Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV geklärt werden. Wer fast alle Einnahmen von einem Dauerkunden bekommt, sollte deshalb genau hinschauen und möglichst mehrere Auftraggeber haben. Auch auf Plattformen gilt: Wenn dir ein Dauerkunde Arbeitszeiten, Werkzeuge und Abläufe vorschreibt, wird es kritisch. Halte Verträge schriftlich fest, bestimme Ort und Zeit deiner Arbeit selbst und tritt am Markt mit eigenem Namen und eigenen Kunden auf.
Rücklagen und Steuern
Von jeder Zahlung gehört ein Teil dir nicht: Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Krankenversicherung und Altersvorsorge. Viele legen mindestens ein Drittel jeder Rechnung zurück, bis ein Steuerberater die genaue Höhe nennt. Leg die Rücklage am besten am Tag des Zahlungseingangs zur Seite, nicht erst im Dezember. Auch Zeiten ohne Aufträge solltest du abfedern: Ein Puffer in Höhe von drei bis sechs Monaten Fixkosten nimmt dir bei Auftragslücken den Druck, ein schlecht bezahltes Projekt annehmen zu müssen. Praktisch ist ein eigenes Geschäftskonto, auf dem Einnahmen und Rücklagen getrennt bleiben. Wie du eines eröffnest, beschreibt der Beitrag Geschäftskonto eröffnen.
Rechnung schreiben und Einnahmen erfassen
Eine Rechnung enthält Name und Anschrift von dir und deinem Kunden, deine Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID, das Rechnungsdatum, eine fortlaufende Rechnungsnummer, eine genaue Leistungsbeschreibung, das Entgelt sowie Steuersatz und Steuerbetrag oder den Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung. Für Rechnungen zwischen Unternehmen gelten seit 2025 neue Regeln zur E-Rechnung, die schrittweise eingeführt werden. Prüf beim Finanzamt, ab wann sie für dich gelten. Einnahmen von Plattformen erfasst du wie jede andere Einnahme: Auszahlungen in Fremdwährung rechnest du in Euro um, und Gebühren der Plattform setzt du in der Regel als Betriebsausgaben an. Bewahre Rechnungen und Abrechnungen der Portale geordnet auf.
Krankenversicherung und Altersvorsorge
Als Freelancer bist du für deine Absicherung selbst verantwortlich. Je nach Situation bleibst du freiwillig gesetzlich versichert, wechselst in eine private Krankenversicherung oder bleibst, solange du nebenberuflich arbeitest, über deinen Arbeitgeber versichert. Bei der Altersvorsorge sind viele Selbstständige nicht automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung, einzelne Berufsgruppen sind aber pflichtversichert. Je nach Tätigkeit kann außerdem eine Berufshaftpflicht sinnvoll sein. Hol dir vor dem Start eine Beratung bei deiner Krankenkasse, der Rentenversicherung oder einem Versicherungsberater.
Auftragslücken vermeiden: Auslastung als Freelancer planen
Die meisten Freelancer akquirieren, wenn es ruhig ist, und hören auf, sobald das Telefon klingelt. Das Ergebnis sind Wellen: erst zu viel Arbeit, dann Leerlauf. Wer antizyklisch akquiriert, also gerade in vollen Phasen weiter Kontakt hält, hat im Schnitt gleichmäßigere Einnahmen. Plane dafür feste Zeit im Kalender ein, zum Beispiel einen halben Tag pro Woche, und behandle sie wie einen Kundentermin.
Hilfreich ist auch eine einfache Liste mit Interessenten, Terminen und nächsten Schritten. Sie zeigt dir, wie viele Anfragen im Umlauf sind und wann das letzte Gespräch stattfand. Fällt die Zahl der offenen Angebote unter ein Minimum, kannst du rechtzeitig gegensteuern und deine Auftragssuche verstärken, bevor eine Lücke entsteht.
Warum bekommst du keine Aufträge? Die häufigsten Ursachen
Wenn Anfragen ausbleiben, liegt es selten an der fachlichen Qualität. Meist sind es Gründe, die sich beheben lassen:
| Ursache | So zeigt es sich | Was hilft |
|---|---|---|
| Zu viel Konkurrenz | Du bewirbst dich auf Projekte mit vielen Bewerbern und hörst nichts | Spezialisierung auf eine Nische oder Branche |
| Fehlendes Vertrauen | Interessenten fragen an, sagen aber nach dem Gespräch ab | Referenzen, Kundenstimmen, ein Pilotprojekt |
| Geringe Sichtbarkeit | Niemand findet dich bei der Suche | Aktives Profil, Website und regelmäßige Beiträge |
| Langsame Antwort | Der Auftraggeber hat sich schon für jemand anderen entschieden | Anfragen innerhalb eines Tages beantworten |
| Veraltetes Portfolio | Deine Beispiele passen nicht zur Anfrage | Drei aktuelle Arbeitsproben je Zielgruppe |
| Unklarer Preis | Kunden wissen nicht, was dich kostet, und fragen nicht nach | Preisbeispiele und klare Pakete |
Auf vielen Plattformen werden außerdem aktive Profile mit Bewertungen häufiger angezeigt als leere. Pflege dein Freelancer Profil deshalb regelmäßig, auch wenn gerade genug Arbeit da ist.
Dein Plan für die ersten 30 Tage
Damit aus den Ideen ein Ablauf wird, haben wir einen einfachen Plan für den Start zusammengestellt. Pass ihn an deine Branche und deine Zeit an.
| Woche | Aufgabe |
|---|---|
| 1 | Positionierung in einem Satz festlegen, Profile auf LinkedIn und einer Plattform anlegen, Portfolio mit drei Beispielen vorbereiten |
| 2 | Zehn Personen aus dem Netzwerk anschreiben, Job Alerts einrichten, erste Bewerbungen schicken |
| 3 | Pilotprojekt anbieten, zehn Unternehmen persönlich ansprechen, in zwei Gruppen aktiv werden |
| 4 | Nachfassen, Angebote schreiben, Feedback einholen, Zahlen prüfen: Welcher Kanal hat Antworten gebracht? |
Wer nach 30 Tagen weiß, welche zwei Kanäle bei ihm funktionieren, kann diese ausbauen und den Rest weglassen. Besonders für alle, die zu Hause arbeiten, ist ein fester Rhythmus wichtig, wie im Beitrag von zuhause aus selbstständig machen beschrieben.
Häufige Fehler bei der Auftragssuche
Aus unserer Erfahrung wiederholen sich bei Freelancern vier Fehler immer wieder. Der erste ist, zu viele Kanäle gleichzeitig zu bedienen und deshalb keinen richtig. Der zweite ist eine unklare Positionierung: Wer nicht in einem Satz erklären kann, wofür er steht, wird nicht empfohlen. Der dritte ist, zu schnell aufzugeben: Viele Anfragen brauchen mehrere Wochen, bis eine Antwort kommt. Der vierte ist, Akquise nur dann zu machen, wenn es keine Arbeit gibt. Dadurch entstehen Auftragslücken, weil neue Projekte immer erst Wochen später eintreffen.
Ein weiterer Fehler betrifft die Preise: Aufträge unter Wert anzunehmen, weil gerade nichts anderes da ist, führt dazu, dass du später keine Kapazität für besser bezahlte Projekte hast.
Fazit: Freelance Aufträge finden ist ein Prozess, kein Zufall
Wer Freelance Aufträge finden will, braucht keinen Trick, sondern eine feste Routine. Starte mit einer klaren Positionierung, nutze zwei Plattformen und dein Netzwerk für die ersten Projekte und baue nebenher Website, LinkedIn und Empfehlungen auf. Schreib Angebote mit klarem Umfang, rechne deinen Stundensatz aus deinen Kosten und lege Rücklagen an. Setze dir jede Woche feste Zeit für Akquise, auch in vollen Monaten, dann bleiben Auftragslücken selten.
Als nächsten Schritt kannst du heute deine Positionierung in einem Satz aufschreiben, zehn Kontakte aus deinem Umfeld auswählen und ein Profil auf einer Plattform anlegen.
Häufige Fragen zu Freelance Aufträgen
Wo finde ich als Freelancer seriöse Aufträge?
Seriöse Aufträge findest du auf etablierten Projektbörsen wie freelancermap, GULP und freelance.de, über Empfehlungen und über Kontakte in deinem Netzwerk. Achte darauf, dass Auftraggeber Firmennamen, Ansprechpartner und einen klaren Leistungsumfang nennen. Misstrauisch solltest du werden, wenn jemand Vorkasse von dir verlangt oder keine Vertragsdetails nennt.
Welche Plattformen eignen sich für Freelancer besonders gut?
Das hängt von deinem Fachgebiet ab. Für IT und Beratung sind freelancermap, GULP und freelance.de erste Anlaufstellen, für Kreative dasauge und 99designs, für internationale Aufträge Upwork, Fiverr und Malt. Starte mit ein bis zwei Plattformen und prüfe nach drei Monaten, welche Anfragen bringt.
Kann man als Freelancer auch ohne Plattform Aufträge finden?
Ja. Netzwerk, Empfehlungen, Bestandskunden, eigene Website, LinkedIn und persönliche Ansprache bringen oft die besser bezahlten Projekte. Plattformen sind vor allem für den schnellen Start nützlich.
Wie finde ich erste Aufträge ohne Referenzen?
Biete ein Pilotprojekt mit begrenztem Umfang an, nutze dein früheres Umfeld und zeige Arbeitsproben. Bitte nach jedem Projekt um ein kurzes Zitat, das du auf deiner Website zeigen darfst. Mit drei guten Referenzen hast du eine ausreichende Grundlage für weitere Anfragen.
Wie lange dauert es, bis ich die ersten Aufträge habe?
Das ist unterschiedlich. Mit einem aktiven Netzwerk kann der erste Auftrag nach einigen Wochen kommen, über Plattformen oder Direktakquise dauert es oft zwei bis drei Monate. Plane in den ersten Monaten Rücklagen ein, falls Einnahmen noch ausbleiben.
Wie viele Kanäle sollte ich gleichzeitig nutzen?
Drei bis vier Kanäle reichen aus, zum Beispiel Netzwerk, eine Plattform, LinkedIn und Empfehlungen. Wer mehr Kanäle gleichzeitig bespielt, hat oft keine Zeit für gute Bewerbungen und Nachfassen.
Ist Kaltakquise erlaubt?
Das hängt vom Kanal ab. E-Mail Werbung braucht in der Regel eine Einwilligung, telefonische Werbung gegenüber Unternehmen ist nur bei mutmaßlicher Einwilligung zulässig. Sicherer sind persönliche Nachrichten in sozialen Netzwerken mit konkretem Bezug, Kontaktformulare und Anfragen im Anschluss an ein Gespräch.
Wie viel kann ich als Freelancer verdienen?
Das hängt von Branche, Erfahrung und Auslastung ab. Entscheidend ist nicht der Stundensatz allein, sondern wie viele Stunden du pro Jahr tatsächlich abrechnen kannst. Rechne deshalb mit deinem Jahresbedarf und den abrechenbaren Stunden, wie im Beispiel weiter oben.
Was ist ein guter Stundensatz für Freelancer?
Ein guter Stundensatz deckt dein gewünschtes Einkommen, Versicherungen, Altersvorsorge, Betriebskosten und Steuern ab und berücksichtigt Zeiten ohne Aufträge. Orientiere dich an deinen Kosten und prüfe Marktpreise in deiner Branche als Gegenprobe.
Bin ich auf Fiverr oder Upwork scheinselbstständig?
Nicht automatisch. Entscheidend sind die tatsächlichen Umstände: Wenn du eigene Kunden hast, deine Arbeitszeit selbst bestimmst und nicht in fremde Abläufe eingegliedert bist, spricht das für Selbstständigkeit. Bei Unsicherheit kannst du ein Statusfeststellungsverfahren beantragen.
Wo zeige ich mein Portfolio als Freelancer?
Am besten auf der eigenen Website, ergänzt durch dein LinkedIn Profil und die Profile auf Plattformen. Branchenportale wie dasauge oder Behance eignen sich für Kreative als Zusatz.
Wie viele Kunden brauche ich als Vollzeit-Freelancer?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Sinnvoll ist, dass kein einzelner Kunde den größten Teil deiner Einnahmen ausmacht. Zwei bis drei regelmäßige Auftraggeber und mehrere kleine Projekte geben mehr Sicherheit als ein einziger Großkunde.
Wie wichtig ist antizyklische Akquise?
Sehr wichtig. Wer auch in vollen Monaten Kontakte pflegt und Angebote schreibt, vermeidet Auftragslücken. Plane feste Akquise-Zeit ein, unabhängig von deiner Auslastung.
Was ist Projektakquise?
Projektakquise bedeutet, aktiv nach neuen Projekten und Kunden zu suchen: über Plattformen, Netzwerk, Empfehlungen, Website, Social Media und Direktansprache. Für Freelancer ist sie eine dauerhafte Aufgabe und kein einmaliger Schritt beim Start.
Welche Branchen bieten die besten Freelance Jobs?
Gut gefragt sind IT und Softwareentwicklung, Online Marketing, Design, Texten, Beratung, Übersetzung und Videoproduktion. Entscheidend ist weniger die Branche als deine Spezialisierung und die Frage, wie dringend Unternehmen dein Fachgebiet extern einkaufen müssen.
Wie funktionieren Freelancer-Plattformen?
Du legst ein Profil an, Auftraggeber stellen Projekte ein oder suchen nach Freelancern, und ihr nehmt über das Portal Kontakt auf. Manche Plattformen wickeln Vertrag und Zahlung ab, andere vermitteln nur den Kontakt. Die Kosten reichen von Provisionen bis zu Mitgliedsbeiträgen.
Wie finde ich die passende Plattform?
Prüf, welche Auftraggeber dort aktiv sind, was die Plattform kostet, ob es eine Zahlungsabwicklung gibt und wie viele Bewerber auf ein Projekt kommen. Für IT und Beratung passen Projektbörsen wie freelancermap, für Kreative Portale wie dasauge, für internationale Aufträge Upwork oder Malt.
Gibt es Risiken bei Freelancer-Plattformen?
Ja. Dazu gehören Preisdruck, Gebühren, Abhängigkeit von den Regeln der Plattform und unseriöse Anfragen. Auch die Frage der Scheinselbstständigkeit kann auftauchen, wenn ein Dauerkunde dir Zeit, Ort und Abläufe vorschreibt.
Kann man auf Plattformen wirklich Geld verdienen?
Ja, vor allem mit klarer Spezialisierung, gutem Profil und schnellen Bewerbungen. Wer ohne Nische und ohne Referenzen anfängt, hat es dort schwerer und bekommt oft nur niedrig bezahlte Aufträge.
Wie wird man als Freiberufler bezahlt?
Du stellst nach Projektabschluss oder in Teilschritten eine Rechnung mit Zahlungsziel. Bei größeren Projekten sind Anzahlungen üblich. Auf Plattformen läuft die Zahlung meist über das Portal, das den Betrag bis zur Abnahme verwaltet.
Was ist der Unterschied zwischen Freelancer und Freiberufler?
Freelancer ist ein Sprachgebrauch für Selbstständige, die projektweise arbeiten. Freiberufler ist ein steuerrechtlicher Begriff für bestimmte Berufe wie Texter, Designer oder Berater. Ein Freelancer kann Freiberufler oder Gewerbetreibender sein, das Finanzamt entscheidet.
Sind Freelancer Jobs auch für Studenten geeignet?
Ja, viele Studenten starten mit kleinen Aufträgen neben dem Studium. Achte auf Einkommensgrenzen bei BAföG und Familienversicherung sowie auf Regeln deiner Hochschule und melde die Tätigkeit beim Finanzamt an.
Wie viel Zeit sollte ich für die Auftragssuche einplanen?
Plane als Freelancer feste Akquise-Zeit ein, zum Beispiel einen halben Tag pro Woche. Beim Start darf es mehr sein, bei voller Auslastung reichen wenige Stunden für Kontaktpflege und Nachfassen.
Wie finde ich Remote Aufträge als Freelancer?
Über internationale Marktplätze wie Upwork, Fiverr und Remote.com, über Netzwerk und LinkedIn und über deutschsprachige Kunden, die remote beauftragen. Kläre bei Kunden im Ausland Zeitverschiebung, Währung und Vertragsbedingungen vorher.









