Onlinekurs erstellen: In 9 Schritten vom Thema bis zum Verkauf

Du kennst dich in einem Gebiet richtig gut aus und willst einen Onlinekurs erstellen, aber der Plan liegt seit Monaten in der Schublade? Das geht vielen Coaches, Beratern und Selbstständigen so. Die Aufgabe wirkt riesig: Thema, Struktur, Videos, Technik, Preis, Verkauf. Dabei lässt sich das Projekt gut in überschaubare Etappen zerlegen.

In diesem Ratgeber gehen wir neun Schritte durch. Du bekommst Richtwerte für die Zahl der Module und Lektionen, eine Übersicht zu Kursplattformen und Zahlungsanbietern, eine Kostentabelle, einen Zeitplan, Marketing-Kanäle und einen Rechtsteil zum FernUSG, den viele Anleitungen auslassen. Am Ende stehen eine Checkliste und ein FAQ. Stand aller Angaben: Oktober 2026.

Onlinekurs erstellen auf einen Blick

Die kurze Fassung, bevor es in die Details geht:

  • Wähle für deinen Onlinekurs ein enges Thema und prüfe, ob Menschen dafür zahlen, bevor du die erste Lektion aufnimmst.
  • Formuliere ein messbares Lernziel. Aus ihm ergeben sich Module und Lektionen.
  • Für den Start reichen 2 bis 3 Module mit je 3 bis 5 Lektionen.
  • Ein Minikurs als erster Onlinekurs ist schnell fertig und kommt ohne eigene Kursplattform aus.
  • Plane den Verkauf von Anfang an mit, denn ein fertiger Onlinekurs verkauft sich nicht von selbst.
  • Kläre vor dem ersten Verkauf FernUSG, Widerruf und Datenschutz.
  • Starte mit einer kleinen Testgruppe und verbessere deinen Onlinekurs nach ihrem Feedback.

Was ist ein Onlinekurs und welche Arten gibt es?

Ein Onlinekurs ist eine digitale Weiterbildung. Du bündelst dein Wissen in Lektionen, zum Beispiel als Videos, Texte, Übungen und Downloads, und die Teilnehmenden arbeiten sie über das Internet in ihrem eigenen Tempo durch.

Was ist ein Onlinekurs und welche Arten gibt es

Manche Kurse lösen ein einzelnes Problem, andere begleiten Menschen über Monate. Je nach Umfang und Betreuung ändern sich Preis, Aufwand und die rechtliche Einordnung.

Minikurs, Einsteigerkurs und Signature-Kurs

Am häufigsten begegnen dir drei Kursarten. Die Preise sind Richtwerte aus der Praxis und hängen stark von Thema und Zielgruppe ab.

Kursart Was er leistet Preisrahmen Umfang
Minikurs Löst ein kleines Teilproblem 20 bis 100 Euro 3 bis 5 Lektionen
Einsteigerkurs Behandelt ein Thema in der Tiefe 100 bis 500 Euro 2 bis 3 Module
Signature-Kurs Begleitet ein großes Problem über längere Zeit ab 500 Euro 6 bis 10 Module, oft mit Live-Begleitung

Wer zum ersten Mal einen Onlinekurs erstellt, fährt mit dem Minikurs am besten. Du brauchst weniger Inhalt und weniger Technik, und du erfährst schnell, ob dein Thema ankommt. Ein Signature-Kurs wäre für den Anfang zu groß. In ihm steckt dein gesamtes Know-how, er verlangt viel Betreuung und wird meist erst gebaut, wenn kleinere Angebote funktionieren.

Selbstlernkurs, Live-Kurs und Hybridkurs

Beim Selbstlernkurs sind alle Inhalte aufgezeichnet und jederzeit abrufbar. Das lässt sich gut skalieren und braucht wenig Betreuung. Ein Live-Kurs läuft als Webinar oder Gruppenformat zu festen Terminen, und die Teilnehmenden können sofort nachfragen. Der Hybridkurs verbindet beides: Videos zum Selbstlernen und Live-Calls für Fragen. Welches Format dein Onlinekurs hat, entscheidet auch darüber, ob dein Angebot unter das FernUSG fallen kann. Dazu mehr im Rechtsteil weiter unten.

Warum einen Onlinekurs erstellen?

Ein Onlinekurs hat einen Vorteil, den Einzelberatung nicht bietet: Du erstellst ihn einmal und kannst ihn danach immer wieder verkaufen. Das entlastet dich, denn die Grundlagen, die du sonst jedem neuen Kunden erklärst, übernimmt der Kurs. In deinen Terminen bleibt mehr Zeit für Fragen, die wirklich auf den Einzelfall zugeschnitten sind. Wer sein Hobby zum Beruf machen will, bekommt über einen Onlinekurs außerdem einen Einstieg, der wenig Startkapital braucht.

Weitere Gründe, die für einen Onlinekurs sprechen:

  • Zeit- und ortsunabhängig: Teilnehmende lernen, wann es ihnen passt, und du verkaufst auch außerhalb deiner Region.
  • Skalierbar: Ob 5 oder 500 Teilnehmende, die Inhalte bleiben gleich. Nur die Betreuung wächst mit.
  • Zusätzliche Einnahmequelle: Ein Kurs ergänzt Beratung, Dienstleistung oder Produkt und macht dich weniger abhängig von verkauften Stunden.
  • Sichtbarkeit: Ein gut gemachter Kurs zeigt, dass du dein Thema beherrschst, und zieht Menschen an, die später mehr bei dir buchen.
  • Struktur für dein Wissen: Beim Aufbereiten ordnest du, was du weißt, und erkennst Lücken. Das hilft dir auch in deiner sonstigen Arbeit.

Eines solltest du nicht erwarten: Einkommen ohne Arbeit. Ein Onlinekurs braucht Pflege, Support und laufende Werbung. Er ist günstig zu skalieren, aber er wird nicht von allein erfolgreich.

Wie lange dauert es, einen Onlinekurs zu erstellen?

Das hängt von Umfang, Medienmix und deiner Erfahrung ab. Ein kleiner Onlinekurs mit 3 bis 5 Lektionen ist bei regelmäßiger Arbeit nach einigen Wochen fertig. Wer sich ein langes Wochenende freihält und pro Lektion nur 10 bis 15 Minuten für den ersten Entwurf einplant, hat in wenigen Tagen ein Grundgerüst. Das Feintuning kommt danach. Baust du deinen Onlinekurs neben dem Job, plane großzügiger. Tipps dazu findest du im Ratgeber nebenberuflich selbstständig machen.

Projekt Realistische Dauer
Rohentwurf im Intensiv-Modus wenige Tage
Minikurs mit 3 bis 5 Lektionen 3 bis 8 Wochen
Umfangreicher Onlinekurs mit Plattform, Testphase und Launch 3 bis 6 Monate

Was brauchst du, um einen Onlinekurs zu erstellen?

Die gute Nachricht vorab: Du brauchst weniger, als du denkst. Für den Start genügt dieses Grundgerüst:

  • Fachwissen und Praxis in einem Gebiet, bei dem andere Hilfe suchen
  • Eine klar beschriebene Zielgruppe mit einem konkreten Problem
  • Eine Gliederung mit Lernziel, Modulen und Lektionen
  • Einfache Technik für Ton, Bild und Bildschirmaufnahme
  • Einen Ort für den Kurs, also eine Kursplattform oder eine E-Mail-Lösung
  • Eine Möglichkeit, Zahlungen zu empfangen und Rechnungen zu stellen
  • Eine Verkaufsseite mit Impressum und Datenschutzerklärung
  • Etwas Reichweite, etwa eine E-Mail-Liste, Kontakte oder Social-Media-Follower
  • Genug Zeit für Produktion, Betreuung und Werbung

Alles Weitere, vom eigenen Studio bis zur eigenen Domain, kommt später dazu, wenn dein erster Onlinekurs läuft.

Onlinekurs erstellen in 9 Schritten

Beim Onlinekurs erstellen ist die Reihenfolge Absicht. Erst Thema, Nachfrage und Ziel, dann Struktur und Inhalte, zuletzt Technik, Preis und Launch. Wer mit der Plattform anfängt, baut meist an der falschen Stelle.

Onlinekurs erstellen in 9 Schritten

Schritt 1: Thema finden und Nachfrage prüfen

Ein guter Startpunkt sind die Fragen, die dir andere immer wieder stellen. Überlege auch, was deinen Kunden am schnellsten geholfen hat und welche Grundlagen du zu Beginn jeder Zusammenarbeit erklärst. Daraus entstehen oft die besten Themen für einen Onlinekurs, weil du schon weißt, dass du sie verständlich vermitteln kannst.

Bevor du Zeit in die Produktion steckst, prüfe die Nachfrage. Das spart dir im Zweifel Monate. Wie du eine Idee sauber testest, zeigt der Beitrag zum Geschäftsidee validieren. Für einen Onlinekurs haben sich diese Wege bewährt:

  • Umfrage bei Kunden, im Newsletter oder in Social-Media-Gruppen. Frag nach konkreten Problemen, nicht nach hypothetischer Kaufbereitschaft.
  • Suchinteresse prüfen: Mit Google Trends siehst du, welche Themen dauerhaft gefragt sind und welche nur kurz aufflackern.
  • Vorverkauf: Eine einfache Verkaufsseite mit Pilotpreis zeigt, wer wirklich kauft.
  • Warteliste: Tragen sich viele Menschen ein, ist das ein gutes Signal.
  • Live-Workshop: Du hältst den Inhalt einmal live und siehst, an welchen Stellen Fragen offen bleiben.

Lege vorher fest, was als Erfolg zählt, etwa eine bestimmte Zahl an Anmeldungen oder bezahlten Pilotplätzen. Notiere auch die Absagen samt Gründen. Wer erst nach dem Test entscheidet, wie viel ihm reicht, redet sich schnell jedes Ergebnis schön.

Schritt 2: Zielgruppe festlegen

Ein Onlinekurs für „alle“ erreicht am Ende niemanden. Beschreibe deshalb genau, wer teilnehmen soll: Beruf, Vorerfahrung, verfügbare Zeit und das Problem, das gerade nervt. Hilfreich ist ein konkreter Wunschkunde, den du dir als Person vorstellst. Frag dich, wo diese Person heute steht und was sie nach dem Kurs können soll.

Ist dein Thema breit, grenze die Zielgruppe ein. Ein Online-Kurs zum Website-Bauen spricht Hobbyisten, Selbstständige und Unternehmen an, und jede Gruppe braucht andere Beispiele. Auch der Ton hängt davon ab, ob du duzt oder siezt. Schau dir außerdem an, welche Onlinekurse es zu deinem Thema schon gibt, was sie kosten und wie sie bewertet werden. Gibt es viele Angebote, brauchst du einen klaren Dreh, der dich abhebt, etwa eine besondere Methode oder einen sehr speziellen Bereich. Wie du so eine Lücke aufspürst, steht im Beitrag zum Thema Nische finden.

Schritt 3: Lernziel formulieren

Das Lernziel beschreibt, was Teilnehmende nach dem Onlinekurs können. Es muss konkret und überprüfbar sein, sonst wissen weder du noch sie, ob der Onlinekurs gewirkt hat. „Besser mit Geld umgehen“ ist zu vage. „Nach dem Online-Kurs hast du ein Haushaltsbuch eingerichtet und deine festen Kosten erfasst“ lässt sich dagegen abhaken.

Schreib das Ziel in einem Satz auf und prüfe es mit drei Fragen:

  • Ist es spezifisch? Beschreibt es ein Ergebnis und nicht nur ein Thema?
  • Ist es messbar? Kann jemand am Ende sagen, ob er es erreicht hat?
  • Ist es terminiert? Passt es in den Zeitraum, den der Onlinekurs dauert?

Das Kursziel liefert dir außerdem den Kern für deine Verkaufsseite und für eine spätere Lernerfolgskontrolle über Quizze oder Aufgaben. Bei der rechtlichen Einordnung deines Angebots spielt genau diese Kontrolle eine Rolle.

Schritt 4: Kursstruktur mit Modulen und Lektionen planen

Stell dir vor, du führst Teilnehmende von Punkt A, ihrem heutigen Stand, zu Punkt B, deinem Kursziel. Schreibe zuerst alles auf, was sie auf diesem Weg tun müssen, ungeordnet und ohne Filter. Bring die Punkte danach in eine sinnvolle Reihenfolge und streiche, was nur nett wäre. Die einzelnen Schritte sind deine Lektionen, ihre Gruppen bilden die Module.

Als grober Rahmen gelten 4 bis 8 Module mit je 3 bis 7 Lektionen. Für den ersten Onlinekurs ist das zu viel. Starte mit 2 bis 3 Modulen und jeweils 3 bis 5 Lektionen, denn die Inhalte müssen im gewählten Zeitraum auch wirklich machbar sein. Jedes Modul baut auf dem vorherigen auf. So entsteht ein roter Faden, und niemand verliert zwischendurch den Anschluss. Jede Lektion folgt demselben Muster aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Ein Beispiel für einen Onlinekurs im Minikurs-Format zum Thema „Newsletter starten“:

Modul Lektionen Aufgabe am Ende
Modul 1: Grundlagen Ziel des Newsletters, Zielgruppe, Tool wählen Newsletter-Ziel in einem Satz aufschreiben
Modul 2: Aufbau Anmeldeformular, Willkommens-Mail, erste Ausgabe Formular und Willkommens-Mail einrichten
Modul 3: Versand Themenplan, Versandrhythmus, Auswertung Erste Ausgabe versenden

Wie lang sollte ein Onlinekurs sein?

Eine feste Mindestdauer gibt es nicht. Als Faustregel gilt: so lang wie nötig, so kurz wie möglich. Entscheidend ist, ob Teilnehmende das Lernziel erreichen. Eine einzelne Lektion behandelt ein Thema und lässt sich in einer Sitzung abschließen. Lieber ein knapper Onlinekurs, den alle zu Ende bringen, als ein langer, der nach dem zweiten Modul liegen bleibt.

Schritt 5: Format, Medien und Betreuung wählen

Bei „Onlinekurs“ denken viele sofort an Videos. Dabei gibt es mehr Möglichkeiten, und für den Anfang sind einfachere oft besser. Wähle das Format, das zu deinem Thema und zu dir passt:

  • Video: Gut für Erklärungen und Demonstrationen. Bei Software-Themen zeigt eine Bildschirmaufnahme mehr als ein Gesicht vor der Kamera.
  • Audio: Praktisch für Interviews und für Inhalte, die unterwegs gehört werden.
  • Text und PDF: Passend für komplexe Inhalte, Checklisten, Arbeitsblätter und Zusammenfassungen.
  • Quizze und Aufgaben: Sie bringen Teilnehmende ins Tun und zeigen, ob der Stoff angekommen ist.
  • Live-Calls: Für Fragen und Austausch, zum Beispiel einmal pro Woche oder zum Abschluss.

Hast du noch nie Videos aufgenommen, fang bei deinem ersten Onlinekurs mit Texten und PDFs an. Ein Videokurs ist kein Muss. Ein Mix aus zwei bis drei Formaten wirkt abwechslungsreich, ohne dass du dich verzettelst. Plane außerdem etwas zum Mitnehmen ein, etwa Vorlagen oder Checklisten. Solche Downloads machen den Kauf greifbarer.

Welche Betreuung bietest du an?

Neben dem Format legst du fest, wie viel Begleitung dein Onlinekurs bekommt. Die Spanne reicht vom reinen Selbststudium über einen Fragebereich per E-Mail oder Forum bis zur Gruppe mit Live-Calls oder Einzelfeedback. Mehr Betreuung kostet dich mehr Zeit, erlaubt aber auch einen höheren Preis und bringt meist bessere Ergebnisse. Reines Selbststudium ist günstiger, hat aber oft mehr Abbrecher. Triff diese Entscheidung vor der Preisfrage. Wer persönliche Fragen beantwortet oder Aufgaben kontrolliert, bewegt sich außerdem näher am Fernunterricht im Sinne des FernUSG. Mehr dazu im Rechtsteil.

Schritt 6: Kursinhalte produzieren

Jetzt entstehen die eigentlichen Inhalte deines Onlinekurses. Arbeite deine Gliederung Lektion für Lektion ab, zunächst nur als Rohentwurf. Wer jede Einheit sofort perfekt machen will, wird oft nie fertig. Die Dateien lassen sich später jederzeit überarbeiten. Setze dir pro Lektion ein Zeitlimit, etwa mit einem Küchenwecker, und feile erst nach dem kompletten Durchgang.

Wichtiger als die Länge ist die Verständlichkeit. Kurze Einheiten mit einem klaren Thema funktionieren besser als lange Vorträge. Erkläre Fachbegriffe, bring Beispiele aus dem Alltag deiner Zielgruppe und teile schwierigen Stoff in kleine Lernschritte auf.

Equipment für Video und Ton

Du brauchst kein Studio. Eine gute Webcam oder ein aktuelles Smartphone reicht oft aus. Der Ton zählt mehr als das Bild, deshalb lohnt sich ein USB-Mikrofon oder ein Ansteckmikrofon. Tageslicht oder eine einfache Softbox sorgen für ein ruhiges Bild. Bildschirmaufnahmen gelingen mit OBS Studio oder Loom, Folien und Grafiken mit Canva. Teste die Wiedergabe immer auf Smartphone und Laptop.

Aufbau einer Lektion

Jede Lektion folgt demselben Ablauf. In der Einleitung, die zwei bis fünf Minuten dauern sollte, sagst du, was gleich passiert und wie es an die letzte Lektion anknüpft. Im Hauptteil behandelst du ein einziges Thema. Der Schluss fasst zusammen, nennt eine kleine Aufgabe und gibt einen Ausblick auf die nächste Einheit. Einheitliche Folien, Intro und Outro lassen den Onlinekurs wie aus einem Guss wirken.

Quizze, Aufgaben und Schnitt

Ein kurzes Quiz mit 3 bis 5 Fragen am Ende jedes Moduls zeigt, ob der Stoff angekommen ist. Praxisaufgaben wirken noch stärker, weil Teilnehmende das Gelernte sofort anwenden. Beim Schnitt kommst du mit einfachen Programmen aus, etwa Camtasia, DaVinci Resolve oder CapCut. Schneide Versprecher und lange Pausen heraus, blende wichtige Begriffe ein und füge Untertitel hinzu. Untertitel helfen Menschen, die ohne Ton schauen oder schlecht hören, und erleichtern das Mitlesen.

Bonus und Zusatzmaterial

Zusätzlich zum Kern kannst du Extras anbieten: Vorlagen, Checklisten, Arbeitsblätter oder einen Rabatt auf ein weiteres Angebot. Wähle wenige Dinge, die wirklich weiterhelfen. Zu viele Boni lenken vom eigentlichen Onlinekurs ab und kosten dich Zeit.

Schritt 7: Kursplattform und Zahlungsanbieter wählen

Jetzt brauchst du einen Ort, an dem dein Onlinekurs liegt, und eine Möglichkeit, Geld zu empfangen. Beides wird oft vermischt, ist aber nicht dasselbe.

Kursplattform oder Zahlungsanbieter: Der Unterschied

Eine Kursplattform hostet Videos, Lektionen und Quizze und verwaltet den Zugang der Teilnehmenden, oft in einem Mitgliederbereich. Ein Zahlungsanbieter wickelt den Kauf ab, schreibt Rechnungen und kümmert sich um die Umsatzsteuer. Digistore24 und CopeCart sind reine Zahlungsanbieter mit Reseller-Modell: Sie verkaufen in eigenem Namen und nehmen dir Rechnungen und Steuerlogik ab. Ablefy, früher Elopage, bündelt beides in einem System. Gerade am Anfang ist ein Reseller sinnvoll, weil du dich nicht allein um Umsatzsteuer und Rechnungen kümmern musst. Dafür zahlst du höhere Gebühren je Verkauf.

Plattformen im Vergleich

Die Angaben stammen von Anbieterseiten und Vergleichsartikeln und ändern sich regelmäßig. Prüfe die aktuellen Preise, bevor du dich entscheidest.

Anbieter Typ Kosten laut Anbieter Passt zu
Ablefy (früher Elopage) Kursplattform und Zahlungsabwicklung Grundgebühr ab etwa 39 Euro netto im Monat plus Gebühr je Verkauf Wer alles aus einer Hand will
Digistore24 Zahlungsanbieter mit Affiliate-Netzwerk keine Grundgebühr, Standardgebühr 7,9 % plus 1 Euro je Verkauf Verkauf über Partner, die Kursplattform kommt extra dazu
CopeCart Zahlungsanbieter keine Grundgebühr, Gebühr je Verkauf Einfacher Einstieg ohne Fixkosten
Memberspot, Coachy reine Kursplattform Monatsabo Wer nur Kurse hosten will und die Zahlung extern löst
systeme.io Kurs, Funnel und E-Mail in einem Tool Einstieg ohne Grundgebühr möglich Wer die Technik klein halten will
Udemy Marktplatz 3 bis 63 % des Umsatzes bleiben bei der Plattform Reichweite, aber Preisdruck und wenig Kontrolle

Worauf du bei der Plattformwahl achten solltest

Bei einer eigenen Kursplattform hast du die Kontrolle über Preise, Gestaltung und Kundendaten. Auf einem Marktplatz wie Udemy bekommst du Reichweite, gibst aber Kontrolle ab. Prüfe vor der Entscheidung diese Punkte:

  • Ist die Zahlungsabwicklung integriert, oder brauchst du einen zweiten Anbieter?
  • Gibt es einen Mitgliederbereich mit Fortschrittsanzeige, Quizzen und Downloads?
  • Funktioniert der Onlinekurs auf dem Smartphone?
  • Erfüllt der Anbieter die DSGVO, und gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
  • Lässt sich ein E-Mail-Tool anbinden?
  • Wie sieht das Gebührenmodell aus, Fixkosten oder Prozente je Verkauf?
  • Kannst du deine Daten bei einem Wechsel exportieren?
  • Gibt es Support auf Deutsch?

Onlinekurs ohne Plattform erstellen

Für einen kleinen Onlinekurs brauchst du keine eigene Plattform. Du kannst die Lektionen als E-Mail-Serie ausliefern. Videos lädst du nicht gelistet bei YouTube hoch, PDFs und Checklisten liegen in Google Drive mit reinen Leserechten. In die E-Mails kommen nur Links und keine Anhänge, sonst werden sie groß und landen eher im Spam. Ein E-Mail-Tool wie Brevo oder MailerLite verschickt die Mails im festgelegten Rhythmus, zum Beispiel an Tag 0, 2 und 4. Die Zahlung läuft über Digistore24 oder CopeCart, und mit Zapier startet die Mail-Serie nach dem Kauf automatisch.

Schritt 8: Preis festlegen und Verkaufsseite bauen

So legst du den Preis fest

Zuerst ein Blick auf die Konkurrenz: Was kosten vergleichbare Onlinekurse, und was bekommen Teilnehmende dafür? Dann rechne deinen Aufwand, die Plattform- und Zahlungsgebühren und die Betreuung mit ein. Am Ende zählt vor allem, welches Ergebnis dein Onlinekurs liefert. Spart er jemandem Wochen oder bringt er sogar Geld ein, darfst du mehr verlangen. Als Richtwert gilt für Minikurse eine Grenze von etwa 49 Euro, bei der viele ohne langes Überlegen kaufen. Wie du Preise sauber herleitest, steht im Beitrag zum Thema Preis kalkulieren als Selbstständiger.

Teste im Pilotverkauf am besten zwei Varianten, statt dich auf Marktspannen zu verlassen. Mögliche Modelle sind Einmalzahlung, Ratenzahlung und Abo. Die Einmalzahlung ist einfach und bringt sofort Umsatz. Raten senken die Einstiegshürde, verlangen aber Verwaltung und bergen Ausfallrisiko. Ein Abo sorgt für planbare Einnahmen, setzt jedoch laufend neue Inhalte voraus.

Was auf die Verkaufsseite gehört

Die Verkaufsseite ist das Schaufenster deines Onlinekurses. Sie muss in Sekunden klarmachen, was du anbietest, für wen es ist und warum es sich lohnt. Dafür brauchst du keine Agentur, aber einen klaren Aufbau:

  • Eine starke Überschrift mit dem Ergebnis, das der Onlinekurs liefert
  • Für wen der Onlinekurs gedacht ist und welches Problem er löst
  • Kursinhalte als Übersicht mit Modulen und Lektionen
  • Format, Dauer und Zugang
  • Preis, Zahlungsarten und genauer Leistungsumfang
  • Testimonials aus der Pilotphase, sofern genehmigt
  • Ein kurzer FAQ-Block und ein klarer Button zum Kauf
  • Impressum und Datenschutzerklärung im Footer

Hast du noch keine Website, kommst du mit einem Baukasten schnell zu einer einfachen Seite. Eine Anleitung dazu bietet der Ratgeber Website für Unternehmen erstellen.

Schritt 9: Testlauf, Launch und Feedback

Bevor du breit verkaufst, mach eine Beta-Runde. Biete den Onlinekurs einer kleinen Gruppe kostenlos oder stark vergünstigt an. Im Gegenzug bekommst du ehrliches Feedback und, wenn es passt, Kundenstimmen. Spiele außerdem den kompletten Ablauf selbst durch, vom Kauf über den Zugang bis zur letzten Lektion.

Danach kommt der Launch. Das heißt, dass du für einen begrenzten Zeitraum möglichst sichtbar über deinen Onlinekurs sprichst: per E-Mail-Liste, in sozialen Netzwerken, in einem Webinar oder mit einem kostenlosen Vorgeschmack, etwa der ersten Lektion. Eine Frist oder ein Frühbucherpreis schafft Anlass zum Kaufen. Wie du die ersten Käufer erreichst, erklärt der Beitrag erste Kunden gewinnen.

Nach dem Start schaust du auf wenige Zahlen. Die Conversion Rate zeigt, wie viele Besucher kaufen. Die Abschlussquote verrät, wie viele Teilnehmende den Onlinekurs beenden. Die Refund-Rate macht Unzufriedenheit sichtbar. Frag nach jedem Modul und nach dem Abschluss nach Feedback und überarbeite den Onlinekurs regelmäßig.

Testimonials schnell sammeln

Kundenstimmen überzeugen mehr als jede Verkaufsformulierung. Frag die Beta-Gruppe direkt nach dem ersten Erfolgserlebnis, denn dann ist die Begeisterung am größten. Drei Fragen reichen: Wo standest du vorher? Was hat sich durch den Onlinekurs verändert? Würdest du ihn weiterempfehlen? Hole die Einwilligung zur Veröffentlichung schriftlich ein und gib die Aussage unverändert wieder. Ein Foto oder ein kurzer Videoclip erhöht die Glaubwürdigkeit, bleibt aber freiwillig.

Nacharbeit und Lerngemeinschaft

Mit dem Verkauf ist die Arbeit nicht vorbei. Beantworte Fragen zügig, bedanke dich bei den Teilnehmenden für das Vertrauen und bitte nach Abschluss um eine Bewertung. Ein geschützter Bereich, etwa eine Gruppe oder ein Forum, lässt eine Lerngemeinschaft entstehen, in der sich Teilnehmende gegenseitig helfen. Das senkt deinen Support-Aufwand und steigert die Abschlussquote. Prüfe außerdem regelmäßig, ob Inhalte, Screenshots und Preise noch stimmen, und aktualisiere den Onlinekurs bei Bedarf.

Onlinekurs verkaufen und vermarkten

Ein fertiger Onlinekurs verkauft sich nicht von selbst. Fang schon während der Produktion an, Aufmerksamkeit aufzubauen. Welche Kanäle zu dir passen, hängt von Zielgruppe und Zeit ab. Eine allgemeine Übersicht gibt der Beitrag kleines Unternehmen online vermarkten.

Onlinekurs verkaufen und vermarkten

Für einen Onlinekurs haben sich diese Wege bewährt:

E-Mail-Marketing

Die E-Mail-Liste ist dein wichtigster Kanal, weil du sie selbst besitzt. Locke Interessenten mit einem kostenlosen Geschenk an, etwa einer Checkliste oder der ersten Lektion, und baue Vertrauen mit einer kurzen Mail-Serie auf. Zum Launch folgen drei bis fünf Mails mit Nutzen, Einwänden und Frist.

Suchmaschinen und YouTube

Beantworte die Fragen deiner Zielgruppe in Blogartikeln und Videos. Das dauert, bringt aber über Monate dauerhaft Besucher. Verweise im Text auf deinen Onlinekurs, wo er als nächster Schritt passt.

Social Media

Wähle ein bis zwei Netzwerke, auf denen deine Zielgruppe unterwegs ist: LinkedIn für Berufsthemen, Instagram oder TikTok für kurze Tipps, Facebook-Gruppen für Austausch. Zeige Einblicke in die Kursinhalte, kleine Erfolge von Teilnehmenden und die Entstehung des Onlinekurses.

Webinare und Live-Workshops

Ein kostenloses Live-Event zeigt deine Arbeitsweise und beantwortet Fragen. Am Ende stellst du den Onlinekurs vor. Das funktioniert besonders gut bei erklärungsbedürftigen Themen.

Affiliate-Marketing und Kooperationen

Bei Digistore24 oder CopeCart empfehlen Partner deinen Onlinekurs gegen eine Provision weiter. Auch Gastbeiträge auf Blogs, Podcast-Auftritte und gemeinsame Aktionen mit anderen Anbietern bringen dich vor ein neues Publikum.

Bezahlte Werbung

Anzeigen bei Meta oder Google lohnen sich erst, wenn die Verkaufsseite nachweislich Käufer überzeugt. Starte mit kleinem Budget und beobachte, was ein verkaufter Platz kostet.

Rabattaktionen und Bonusangebote

Ein Frühbucherpreis, ein Bonus für die ersten Käufer oder ein Paket mit einem zweiten Angebot setzen Anreize. Setze solche Aktionen sparsam ein, sonst warten Interessenten immer auf den nächsten Rabatt.

Zeitplan und Organisation: So bleibst du dran

Viele Projekte scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass sie zwischen Alltag und Kundenterminen versickern. Lege deshalb ein Datum für den Launch fest und plane rückwärts. Blocke feste Zeiten im Kalender, zum Beispiel zwei Abende pro Woche, und setze dir für jede Etappe eine Deadline.

Beispiel: Ein Minikurs in vier Wochen

Woche Aufgaben
Woche 1 Thema wählen, Nachfrage prüfen, Zielgruppe und Lernziel festlegen, Gliederung schreiben
Woche 2 Lektionen aufnehmen, Arbeitsblätter und Quizfragen erstellen
Woche 3 Plattform oder E-Mail-Lösung einrichten, Zahlungsanbieter verknüpfen, Verkaufsseite bauen
Woche 4 Beta-Runde, Feedback einarbeiten, Launch vorbereiten und starten

Der Plan ist knapp und setzt voraus, dass du dich auf ein einziges kleines Thema beschränkst. Bei einem größeren Onlinekurs verlängert sich jede Woche entsprechend.

Backups und Ordnung

Sichere Rohvideos, Folien und Texte an zwei Orten, zum Beispiel in einer Cloud und auf einer externen Festplatte. Arbeite mit einheitlichen Dateinamen, etwa „M1_L2_Zielgruppe“, damit du nach Wochen noch alles findest. Ein einfaches Tabellenblatt mit Modul, Lektion, Status und Deadline reicht als Ablaufplan.

Rechtliches beim Onlinekurs: FernUSG, Widerruf und Datenschutz

Vor dem ersten Verkauf deines Onlinekurses solltest du das Fernunterrichtsschutzgesetz prüfen. Fernunterricht kann vorliegen, wenn Kenntnisse gegen Entgelt vermittelt werden, Lehrende und Lernende überwiegend räumlich getrennt sind und der Lernerfolg überwacht wird. Auch aufgezeichnete Videos, die sich zeitversetzt abrufen lassen, zählen dabei als räumlich getrennter Unterricht. Der Knackpunkt ist meist die Lernkontrolle. Nach der Rechtsprechung kann dafür schon die Möglichkeit genügen, in Online-Meetings, per E-Mail oder in einer Gruppe Fragen zu stellen.

Der Bundesgerichtshof hat im Urteil vom 12. Juni 2025 (Az. III ZR 109/24) einen Online-Mentoring-Vertrag unter das FernUSG eingeordnet und den Anwendungsbereich nicht auf Verbraucher beschränkt. Das heißt nicht, dass jeder Onlinekurs zulassungspflichtig ist. Format, Vertrag und tatsächliche Durchführung müssen im Einzelfall betrachtet werden. Fehlt eine nötige Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht nach § 12 FernUSG, ist der Vertrag nach § 7 Abs. 1 FernUSG nichtig, und Teilnehmende können ihr Geld zurückfordern. Informationen zum Zulassungsverfahren bietet die ZFU.

Weitere Punkte, die du vor dem Launch klären solltest:

  • Widerruf bei digitalen Inhalten: Belehrung, Beginn der Leistung und die Zustimmung zum Erlöschen des Widerrufsrechts
  • Informationspflichten: Kosten, Dauer, Beginn, Voraussetzungen und Lehrmethoden müssen im Vertrag stehen
  • DSGVO: Datenschutzerklärung, Einwilligungen und Auftragsverarbeitungsverträge, besonders bei Anbietern aus den USA
  • Urheberrecht: Musik, Bilder, Schriften und Screenshots nur mit passender Lizenz nutzen, bei Hintergrundmusik auf GEMA-freie Angebote achten
  • AGB und Impressum, am besten von einem Fachanwalt geprüft
  • Steuern: Umsatzsteuerstatus und Anmeldung als Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeit

Das ist eine Prüfliste und keine Rechtsberatung. Lass ein betreutes oder hochpreisiges Angebot vor dem Start von einer Fachperson ansehen.

Was kostet es, einen Onlinekurs zu erstellen?

Die Kosten hängen stärker von Betreuung und eigener Arbeitszeit ab als von der Kamera. Ein kleiner Onlinekurs lässt sich mit 0 bis 100 Euro umsetzen, weil viele Tools kostenlose Tarife haben. Bei größeren Onlinekursen kommen Plattform, Gestaltung, Rechtsprüfung und Werbung dazu.

Posten Rahmen
Equipment Smartphone und einfaches Mikrofon reichen für den Start
Kursplattform von kostenlosem Einstieg bis zu mehreren hundert Euro im Monat
Zahlungsanbieter Gebühr je Verkauf, zum Beispiel 7,9 % plus 1 Euro bei Digistore24
Grafik und Design Canva-Tarif oder externe Gestaltung nach Angebot
Rechtsprüfung Angebot einer Fachkanzlei einholen
Werbung und Support je nach Kanal und Teilnehmerzahl
Deine Arbeitszeit der größte Posten, wird oft vergessen

Rechne deine eigene Zeit ehrlich mit. Sie ist der Kostenfaktor, der in vielen Kalkulationen fehlt. Auch Rückerstattungen solltest du einplanen.

Kann man mit einem Onlinekurs Geld verdienen?

Ja, aber der Verdienst hängt von Preis, Reichweite und Kosten ab, nicht allein von der Qualität des Kurses. Welche Wege es im Netz sonst noch gibt, zeigt der Ratgeber Geld im Internet verdienen. Eine Beispielrechnung mit angenommenen Werten:

Posten Betrag
Preis je Verkauf (netto) 99 Euro
Verkäufe 100
Umsatz 9.900 Euro
Gebühren des Zahlungsanbieters (7,9 % plus 1 Euro je Verkauf) etwa 880 Euro
Werbekosten (angenommen) 1.500 Euro
Rest vor Steuern und eigener Arbeitszeit etwa 7.520 Euro

Der Haken liegt bei den 100 Verkäufen. Sie entstehen nur mit passender Reichweite und einem überzeugenden Angebot. Beim ersten Onlinekurs sind es oft deutlich weniger. Rechne außerdem mit Rückerstattungen, Support-Zeit und Updates, und beachte, dass von deinem Gewinn noch Steuern abgehen. Für den Verdienst zählt also vor allem die Zahl der Interessenten, nicht der Preis allein.

Onlinekurs mit KI erstellen: Was hilft, was nicht

KI kann dir beim Onlinekurs erstellen viel Anfangsarbeit abnehmen. Sie hilft bei einer ersten Gliederung, bei Texten für E-Mails und Verkaufsseite, bei Quizfragen und bei Entwürfen für Arbeitsblätter. Mit Tools wie Canva Magic Write entstehen Inhalte für PDFs und Folien direkt im Design-Programm, und Synthesia oder Pictory erzeugen Videos, wenn du nicht selbst vor die Kamera willst.

Deine Fachkenntnis ersetzt das nicht. Prüfe jede Aussage, ergänze eigene Beispiele und schreibe die Texte in deiner Sprache um. Teilnehmende merken schnell, wenn ein Onlinekurs aus Standardsätzen besteht. Mehr zum Einsatz im Business liefert der Beitrag mit KI Geld verdienen.

10 Tipps für bessere Kursinhalte

Diese zehn Punkte machen aus einer ordentlichen Lektion eine, die Teilnehmende gern zu Ende schauen:

  1. Ein Thema pro Lektion. Wer zwei Themen vermischt, verliert Zuschauer.
  2. Beginne mit dem Ergebnis. Sag zu Anfang, was Teilnehmende nach der Lektion können.
  3. Nutze Beispiele aus ihrem Alltag. Fachsprache ohne Bezug bleibt nicht hängen.
  4. Erkläre Fachbegriffe beim ersten Auftreten in einem Satz.
  5. Gib nach jeder Lektion eine kleine Aufgabe. Anwenden festigt mehr als Zuschauen.
  6. Halte die Struktur gleich. Gleiche Einleitung, gleicher Aufbau, gleiches Ende.
  7. Fasse jedes Modul kurz zusammen und sage, was als Nächstes kommt.
  8. Gestalte Folien schlicht. Wenig Text, große Schrift, gute Lesbarkeit auf dem Handy.
  9. Biete Downloads an. Checklisten und Vorlagen nutzen Teilnehmende auch nach dem Onlinekurs.
  10. Hole Feedback ein und verbessere die Lektionen, die am häufigsten Fragen auslösen.

Diese Fehler solltest du beim Onlinekurs erstellen vermeiden

  • Zu breites Thema: Wer alles abdecken will, wird nicht fertig und bleibt unscharf. Starte lieber klein und erweitere später.
  • Keine Nachfrageprüfung: Monatelange Produktion ohne Test endet oft ohne einen einzigen Käufer.
  • Zu lange Videos: Kurze Einheiten mit einem Thema werden eher zu Ende geschaut.
  • Keine Aufgaben: Reine Theorie bleibt nicht hängen. Teilnehmende lernen beim Tun.
  • Kein Marketingplan: Auch ein guter Onlinekurs verkauft sich nicht von allein. Überlege schon während der Produktion, wie und wo du ihn sichtbar machst.
  • Recht ignoriert: FernUSG, Widerruf und Datenschutz lassen sich nachträglich nur mühsam reparieren.

Checkliste: Ist dein Onlinekurs startklar?

  • Das Thema deines Onlinekurses ist eng gefasst und die Nachfrage getestet
  • Zielgruppe und ihr Problem sind klar beschrieben
  • Lernziel ist messbar formuliert
  • Module und Lektionen stehen in sinnvoller Reihenfolge
  • Alle Inhalte des Onlinekurses, Downloads und Aufgaben sind fertig
  • Plattform oder E-Mail-Lösung ist eingerichtet
  • Zahlungsanbieter ist verknüpft und der Kaufablauf getestet
  • Verkaufsseite mit Impressum und Datenschutz ist online
  • FernUSG, Widerruf, DSGVO und Urheberrechte sind geprüft
  • Ein Plan für Newsletter, Social Media und Launch steht
  • Eine Testgruppe hat Feedback gegeben und der Kurs wurde angepasst

Fazit

Einen Onlinekurs zu erstellen ist kein Hexenwerk, wenn du die Reihenfolge einhältst: erst Nachfrage und Lernziel, dann Struktur und Inhalte, zuletzt Technik, Preis und Launch. Starte klein, am besten mit einem Minikurs und einer kleinen Testgruppe. Prüfe vor dem ersten Verkauf die rechtlichen Punkte, vor allem FernUSG, Widerruf und Datenschutz. Danach kannst du den Onlinekurs mit echtem Feedback Stück für Stück ausbauen.

Dein nächster Schritt für heute: Schreib dein Kursthema und dein Lernziel in je einen Satz auf. Mehr braucht es nicht, um loszulegen.

Häufige Fragen zum Onlinekurs erstellen

Wie erstelle ich einen Online-Kurs als Anfänger?

Um einen Onlinekurs zu erstellen, wähle ein enges Thema, prüfe die Nachfrage und formuliere ein messbares Lernziel. Plane dann 2 bis 3 Module mit je 3 bis 5 Lektionen, nimm die Inhalte als Rohentwurf auf und teste sie mit einer kleinen Gruppe, bevor du verkaufst.

Kann ich einen Online-Kurs kostenlos erstellen?

Ja, ein kleiner Online-Kurs ist mit kostenlosen Tools möglich: Videos bei YouTube nicht gelistet, Dateien in Google Drive und eine E-Mail-Serie über ein Tool mit Gratis-Tarif. Du zahlst dann vor allem mit deiner Zeit, für Zahlungsabwicklung und Verkauf fallen trotzdem Gebühren an.

Welche Technik brauche ich für einen Onlinekurs?

Für den Start reichen eine gute Webcam oder ein Smartphone, ein Mikrofon mit klarem Ton und ausreichend Licht. Dazu kommt ein Programm für Bildschirmaufnahmen wie OBS Studio oder Loom und ein Ort, an dem der Online-Kurs liegt.

Wie viele Module und Lektionen sollte ein Online-Kurs haben?

Als Rahmen gelten 4 bis 8 Module mit je 3 bis 7 Lektionen. Beim ersten Online-Kurs reichen 2 bis 3 Module mit je 3 bis 5 Lektionen. Jede Lektion behandelt nur ein Thema und baut auf der vorherigen auf.

Wie lang sollte ein Onlinekurs sein?

Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Wichtiger als die Gesamtlänge sind kurze Lektionen mit klarem Ziel. Plane die Einleitung deines Online-Kurses mit zwei bis fünf Minuten und teile umfangreichen Stoff lieber in mehrere Lektionen auf, damit niemand überfordert wird.

Welche Plattform eignet sich zum Onlinekurs erstellen und verkaufen?

Die Wahl richtet sich nach Format, Budget und Technikwissen. Ablefy bündelt Kurs und Zahlung, Digistore24 und CopeCart übernehmen die Zahlung, Memberspot und Coachy hosten Kurse. Für einen Minikurs genügt auch eine E-Mail-Serie ohne Plattform.

Wie viel kann ich mit einem Onlinekurs verdienen?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind Nachfrage, Preis, Werbekosten, Betreuungsaufwand und Rückerstattungen. Ein Verdienst mit einem Online-Kurs ist möglich, aber nicht garantiert. Eine Beispielrechnung findest du oben im Abschnitt zum Verdienst.

Wie lange dauert es, bis sich ein Onlinekurs lohnt?

Rechne mit deinen Kosten und dem Gewinn je Verkauf. Teile die Gesamtkosten durch den Gewinn pro Verkauf. Bei 600 Euro Kosten und 80 Euro Gewinn je Verkauf sind es 8 Verkäufe. Wie schnell du sie erreichst, hängt von deiner Reichweite ab.

Brauche ich für meinen Onlinekurs eine ZFU-Zulassung?

Nicht automatisch. Eine Zulassung ist nötig, wenn dein Online-Kurs als Fernunterricht gilt, also bei Entgelt, überwiegend räumlicher Trennung und Überwachung des Lernerfolgs. Prüfe Format und Vertrag im Einzelfall, am besten mit rechtlicher Beratung.

Brauche ich eine Firma für einen Onlinekurs?

Eine Firma im Sinne einer GmbH brauchst du nicht. Du musst deine Tätigkeit aber beim Finanzamt anmelden, und je nach Inhalt kann sie als Gewerbe oder als freiberufliche Tätigkeit gelten. Das klärst du am besten mit einer Steuerberatung.

Wie finde ich ein Thema für meinen Onlinekurs?

Schau, wobei dich andere immer wieder um Hilfe bitten und was Kunden am schnellsten geholfen hat. Prüfe die Idee deines Onlinekurses mit einer Umfrage, mit Google Trends oder einem Vorverkauf, bevor du produzierst.

Wie bekomme ich Testimonials für meinen Onlinekurs?

Biete den Onlinekurs einer kleinen Beta-Gruppe an und frage direkt nach dem ersten Erfolg nach einer kurzen Rückmeldung. Hole die schriftliche Einwilligung zur Veröffentlichung ein und gib die Aussage unverändert wieder.

Wie verkaufe ich meinen Onlinekurs ohne große Reichweite?

Starte mit deinem bestehenden Netzwerk, ehemaligen Kunden und einer kleinen E-Mail-Liste. Eine Beta-Runde liefert erste Testimonials, ein Webinar oder eine kostenlose erste Lektion weckt Interesse. Wer vor dem Kurs regelmäßig über sein Thema spricht, hat beim Launch bereits Interessenten.

Julia Berger
Julia Berger
Über die Autorin: Julia Berger schreibt bei Geschäftsidee-Info.de über Geschäftsideen, Unternehmensgründung und Selbstständigkeit. Sie bereitet komplexe Themen verständlich auf und gibt praxisnahe Orientierung für die ersten Schritte.